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Aktuell

Wild und Wald in Oberösterreich

Ein Drittel der Wälder vom Wild abgenagt



Von Martin Rohrhofer, Oberösterreich Nachrichten, 21.10.06

LINZ. Die Befürchtung der Jäger, dass das Wild in Oberösterreich weniger werde, kann die Forstbehörde nicht teilen. Die Abschusszahlen des Vorjahres sind gegenüber dem Jahr davor praktisch gleich geblieben. Der Waldverbiss hat sich aber leicht verbessert.

Erst vor zwei Tagen hatte der OÖ. Landesjagdverband beklagt, dass in einigen Revieren nicht einmal bei den Böcken der Abschlussplan mehr zu erfüllen war. Für die Jäger sei dies ein ganz starker Gradmesser, dass der Wildbestand zurückgehe.

"Für uns ist dies überhaupt nicht augenscheinlich, dass der Wildbestand drastisch zurückgeht", sagt Landesforstdirektor Walter Wolf. Die vorgegebenen Abschusszahlen beim Rehwild sind mit 84.780 gegenüber 85.220 Stück im Jahr davor nahezu gleich. "Wir haben auch noch immer fünf Problemreviere (2005/2006: 7) mit einem so hohen Verbissanteil, dass die Behörde nur mit einer Abschussanhebung um mindestens 35 Prozent und Androhung von Sanktionen reagieren kann", sagt Wolf. Insgesamt weisen 32 Prozent der beurteilten Jagdgebiete noch immer eine nicht zufrieden stellende Verbisssituation auf. In fast 300 Jagdgebieten (68 Prozent) ist der Wildverbiss allerdings so gering, dass keine verstärkten Eingriffe beim Wildabschuss notwendig sind.

Die Angst, dass der extremste Winter seit 30 Jahren in der Natur seine Spuren hinterlässt, traf ebenfalls nicht zu. Der beharrliche Winter habe bei Weitem nicht so viel Wild hinweggerafft wie befürchtet. Und die lange geschlossene Schneedecke des vergangenen Winters und das rasche Ausapern hätten sogar zu einer Verbesserung der Waldsituation beigetragen, weil die Forstpflanzen für das Wild großteils nicht erreichbar waren.

Die Jäger, die die Abschusspläne heuer trotz intensiver Bemühungen nicht erfüllen konnten, hätten mit keinen behördlichen Konsequenzen zu rechnen, sofern der Wald in Ordnung sei, betont Jagd-Landesrat Josef Stockinger: "Wir werden niemanden strafen, bevor wir uns nicht selbst ein Bild in der Natur gemacht haben."

Abschuss richtet sich nach "Weiserflächen"

Seit 12 Jahren wird in Oberösterreich als einzigem Bundesland der Wildabschuss auf Grund der Verbisssituation im Wald geregelt. Dazu wurden in allen Jagdgebieten genau festgelegte Kontrollflächen (sog. Vergleichs- und Weiserflächen) errichtet. Vergleichsflächen sind Kleinzäune mit einem Ausmaß von 6 x 6 Meter zur Beurteilung der Verjüngung innerhalb und außerhalb des Zaunes. Weiserflächen sind nicht gegen Wildverbiss geschützte Aufforstungen. Die Reviere werden dann je nach Verbiss eingestuft und mit I, II oder III beurteilt.




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