AktuellHessischer Waldbericht
Weiter Bangen um den hessischen ForstJunge Bäume erholen sich, alte stark geschädigtVon Martin Schirling, Wormser Zeitung, 7.11.06 WIESBADEN Dem hessischen Wald geht es etwas besser, insbesondere den jüngeren Bäumen unter 60 Jahren. Entwarnung kann aber trotzdem nicht gegeben werden, denn die Kronen älterer Bäume weisen weiterhin starke Schäden auf. Sorgenkind bleibt das Rhein-Main-Gebiet. Für die Präsentation des Waldzustandsberichts 2006 hatte der hessische Umwelt- und Forstminister Dietzel (CDU) auf die Hohe Wurzel geladen. Dort zog er Bilanz über den Zustand des Forsts. Eine gewisse Erholung des hessischen Waldes zeichne sich ab, so Dietzel, gleichwohl befänden sich die Kronenschäden insgesamt auf einem hohen Niveau. Insbesondere den Bäumen, die jünger als 60 Jahre seien, gehe es besser, heißt es in dem Bericht. Sorgen bereiten den Forstleuten aber die älteren Bäume. Diese hätten, wie in den vergangenen beiden Jahren, einen Blatt- oder Nadelverlust von bis zu 30 Prozent. Mit dazu beigetragen habe laut Dietzel auch der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer 2003. Sorgenkinder des hessischen Waldes bleiben die Bäume in der Rhein-Main-Ebene. Obwohl sich auch in der Region der Zustand der Kronen gegenüber dem Vorjahr verbessert habe, bleibe die Lage angespannt, sagte Minster Dietzel. Der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust aller Baumarten liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Ursache für die besonders hohe Schädigung der Bäume der Region hat vielfältige Ursachen. So sind die Böden in der Ebene vielfach sandig, können das Wasser nicht so gut halten. Hinzu kommen die Umweltbelastung durch Abgase und nicht zuletzt Schädlinge. Waldschadensbericht - Kein Grund zur EntwarnungHandlungsplan für südhessische Wälder gefordertBündnis 90/Die Grünen Hessen Pressemitteilung, 6.11.06 Eine 'kurze Atempause im Dauerstress, aber kein Grund zur Entwarnung' sieht der forstpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Häusling, im heute von Minister Dietzel (CDU) vorgestellten Waldschadensbericht. 'Der Klimawandel und der ungebremste Ausstoß von Stickoxyden sind für die Zukunft des Waldes auch weiterhin eine Gefahr. Die Landesregierung ergreift keine Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. Sie versagt beim Ausbau der erneuerbaren Energien und setzt ungebremst auf eine intensive Landwirtschaft, die Stickoxyde an die Umwelt abgibt. Auch in der Verkehrspolitik bevorzugt sie einen ungehemmten Ausbau des Auto- und Flugverkehrs.' DIE GRÜNEN fordern, dass Minister Dietzel (CDU) weiterhin jedes Jahr einen Waldschadensbericht vorlegt und sich nicht an Bundesminister Seehofer (CSU) orientiert, der plant, den Waldschadensbericht nur noch alle vier Jahre herauszugeben. 'Zudem brauchen wir endlich einen Handlungsplan für die vom Absterben bedrohten Wälder in Südhessen. Wenn die Entwicklung so weiter geht wie bisher, ist das Rhein-Main-Gebiet eher wald- als staufrei', befürchtet Martin Häusling. » zurück |
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