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Aktuell
Schreiadler-Projekt
Freitag 10. November 2006, 12:54 Uhr
Wildtier-Stiftung will vom Aussterben bedrohte Schreiadler retten
Hamburg (ddp). Mit einem Sofortprogramm will die Deutsche Wildtier Stiftung den vom Aussterben bedrohten Schreiadler retten. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 360 000 Euro unterstützt, wie eine DBU-Sprecherin am Freitag mitteilte. Die Population der 109 Schreiadlerpaare in den letzten Brutgebieten von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg solle stabilisiert werden.
Eine Ursache für den Populationsrückgang des Schreiadlers ist den Angaben zufolge auch ein genetisch verankertes Phänomen, der so genannte Kainismus. Bei den frisch geschlüpften Schreiadlerküken werde das Jüngere vom Älteren direkt getötet oder bei den Fütterungen abgedrängt. Mit Hilfe der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg und der Naturschutzstation Woblitz wollen die Naturschützer das jüngere Küken in Sicherheit bringen und einige Wochen von Hand aufziehen. Sobald der Aggressionstrieb beim Nesthocker erlischt, darf das Nesthäkchen wieder zurück, hieß es.
Modellrechnungen zufolge könnten schon drei bis vier Jungvögel mehr im Jahr den negativen Trend in Brandenburg aufhalten. Mit dem DBU-Projekt wollen die Vogelschützer nach eigenen Angaben 15 bis 20 weitere Schreiadler auf die Reise in südliche Überwinterungsquartiere schicken.
Der Schreiadler habe in Deutschland fast 90 Prozent seines Lebensraumes verloren, sagte Hilmar Freiherr von Münchhausen von der Deutschen Wildtier Stiftung. Als Brutgebiete benötige der etwa 66 Zentimeter große Greifvogel «unzerschnittene, reich strukturierte Gebiete mit urwüchsigen Wäldern und Feuchtgebieten». Die Stiftung bemühe sich seit 2003 um eine Renaturierung geeigneter Flächen in Nordostdeutschland.
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