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Bayerischer Waldbericht

Immer mehr Bäume in Bayern sind krank

Agrarminister Josef Miller macht für den schlechten Zustand vor allem den Trockensommer 2003 verantwortlich.

Von Jürgen Umlauft, Fränkischer Tag, 15.11.06

München - Die Waldschäden in Bayern haben wieder leicht zugenommen. Nach dem am Mittwoch von Agrarminister Josef Miller im Landtag vorgelegten Waldzustandsbericht 2006 stieg der Anteil der deutlich geschädigten Bäume im Vergleich zum Vorjahr von 32 auf 34 Prozent. Das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1983. Beim Blick auf die einzelnen Baumarten bewegten sich Fichte, Kiefer und Tanne im Trend. Bei der Buche legten die deutlichen Schäden spürbar zu, bei der Eiche gingen sie dagegen deutlich zurück.

Während in Teilbereichen des Frankenwaldes relativ gesunde Bestände registriert wurden, blieb die Lage im Fichtelgebirge weiter angespannt. Bei knapp der Hälfte der dortigen Erhebungsflächen stellten die Waldkontrolleure durchschnittliche Nadel- und Blattverluste bis zu 25 Prozent fest, beim Rest lagen die Werte zwischen 25 und 40 Prozent. Im hohen Fichtelgebirge betrugen die Nadelverluste im Schnitt sogar bis zu 60 Prozent. In den Forsten der Fränkischen Schweiz und der Haßberge schwankten die Nadel- und Blattverluste im Bereich zwischen zehn und 40 Prozent, im Steigerwald wurden stellenweise bis zu 60 Prozent gemessen. Insgesamt hat sich der regionale Schwerpunkt bei den Waldschäden aber deutlich auf den Alpenraum verlagert.

Miller machte für die Schäden in erster Linie die Nachwirkungen des Trockensommers 2003 und die durch solche Witterungsextreme ausgelöste Vermehrung von Schädlingen verantwortlich. Es zeige sich, dass die Erholung des Waldes von den Dürreschäden länger brauche als erhofft. Trotz zuletzt verhältnismäßig günstiger Wetterbedingungen für den Wald werde die Gesundung der Bäume wohl „noch einige Jahre dauern“. Außerdem setze den Bäumen die „nach wie vor hohe Belastung durch Schadstoffeinträge aus der Luft“ zu. Deutlich zu hoch sind vor allem noch die Belastungen mit Stickstoff, der zum überwiegenden Teil aus dem Straßenverkehr kommt.

Der Grünen-Forstexperte Christian Magerl erklärte, Entwarnung in den bayerischen Wäldern könne „in keinster Weise gegeben werden“. Anders als nach den Negativergebnissen des Trockenjahres 2003 zu erwarten gewesen sei, zeige die Tendenz nicht nach unten, sondern weiter nach oben. „Es ist bedenklich, wenn auf ein ohnehin hohes Schadensniveau noch etwas draufkommt“, sagte Magerl. Er forderte eine Umkehr in der Verkehrspolitik, weitere Maßnahmen zur Verringerung des Ammoniumausstoßes in der Landwirtschaft und den konsequenten Umbau von Fichtenkulturen in stabile Mischwälder.

Heidi Lück (SPD) vermisste in Millers Ausführungen konkrete Handlungsstrategien. Mit Sorge betrachte sie die Ausbreitung des Borkenkäfers. In zwei Dritteln der Fläche Bayerns bestehe die konkrete Gefahr eines massenhaften Befalls, im anderen Drittel gelte bis auf zwei kleine Ausnahmen – darunter der Westen des Frankenwaldes – die Warnstufe. Der Vorsitzende des Agrarausschusses, Helmut Brunner (CSU), sprach dagegen von einem „unspektakulären Bericht“. Er zeige, dass man in der Hege und Pflege der Wälder aber nicht nachlassen dürfe. Die Schadstoffreduzierung bleibe eine Daueraufgabe.

Waldzustandsbericht 2006 (pdf-Datei)




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