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Aktuell

Weihnachtsbäume

Dienstag 28. November 2006, 07:12 Uhr

Der schönste Baum auf Erden

Bonn/Pinneberg (ddp). Spätestens wenn sie Kinder haben, werden auch die ganz standhaften Verweigerer schwach: Dann muss der Weihnachtsbaum ins Haus. Rund 27 Millionen geschmückte Bäumchen stehen alle Jahre wieder in deutschen Wohnzimmern. Lange schön bleiben sie, wenn sie frisch geschlagen sind. Die Preise liegen in diesem Jahr rund zehn Prozent über denen des Vorjahrs.

Sorgen um den Fortbestand der Wälder muss man sich angesichts der Millionen von Weihnachtsbäumen nicht machen: «Die Bäume stammen größtenteils aus Plantagen oder wären im Wald ohnehin aussortiert worden», sagt Jens Stengert von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Bonn. 70 Prozent wachsen in Deutschland, vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, der Rest wird meist aus Dänemark importiert.

Auf den Weihnachtsbaum zu verzichten, bringe der Umwelt nichts, betont Stengert. Sinnvoll sei es aber, auf seine Herkunft zu achten. Ist er in der näheren Umgebung gewachsen und frisch geschlagen, bleibt er nicht nur länger schön, «sondern es werden auch unnötige Emissionen beim Transport vermieden», sagt er. Herkunftssiegel geben darüber Aufschluss.

«Bio»-Bäume aus ökologisch wirtschaftenden Plantagen erkennt man am «FSC»-, Naturland- oder Bioland-Label. Sie werden ohne den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln herangezogen. Schafe halten das Gras zwischen den Bäumchen kurz und sorgen gleichzeitig für zusätzliche Düngung.

Frische Fichten und Kiefern aus der Region bekommt man auch bei vielen Forstämtern. Sie werden beim Durchforsten geschlagen. Die Nordmanntanne - seit einigen Jahren der absolute Favorit bei den Kunden - erhält man dort allerdings nicht. Sie ist kein Waldbaum, sondern wird eigens angebaut. «Ihr schöner Wuchs und ihre nicht-stechenden Nadeln machen sie so beliebt», sagt Jens Stengert.

Das hat seinen Preis: «Bis zu 15 Euro pro Meter werden Normanntannen in diesem Jahr kosten», schätzt er. Bei allen Baumarten steigen die Preise um etwa zehn Prozent. Ursache sind nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände die Kälte Anfang des Jahres sowie der heiße Sommer. Ernteausfälle waren die Folge. «In Europa fehlen rund drei Millionen Bäume», schätzt der Verband.

Die Wartezeit bis zum Heiligen Abend übersteht der Baum am besten an einem kühlen Platz, beispielsweise in einem Kübel mit Wasser im Keller. Wird die Schnittstelle noch einmal angeschnitten, kann er besser Wasser ziehen. Auch der Weihnachtsbaumständer sollte ein Wasserreservoir haben, damit der Baum im warmen Wohnzimmer nicht gleich sämtliche Nadeln von sich wirft.

Soll der Baum nach Weihnachten weiterleben, muss es eine Pflanze mit Ballen aus der Baumschule sein. Der Umzug aus der Weihnachtsstube in den winterlichen Garten bedeutet für den Baum allerdings einigen Stress. Damit er trotzdem anwächst, ist Fingerspitzengefühl bei der Pflege notwendig. «Der Baum sollte nur möglichst kurz im Haus stehen», betont Helmuth Schwarz vom Bund deutscher Baumschulen in Pinneberg. Am besten akklimatisiere man ihn zunächst in einem kühlen, aber hellen Raum, bevor man ihn im Wohnzimmer aufstellt. Nach Weihnachten geht es den umgekehrten Weg. «Außerdem muss der Ballen immer gut mit Wasser versorgt werden», unterstreicht Schwarz. Ist die Erde nach Weihnachten noch gefroren, muss man den Baum zwischenlagern: «Am besten stellt man ihn im Garten in eine geschützte Ecke.» Ballen oder Container sollten gegen Frost umwickelt oder mit Laub umhüllt werden, erläutert Schwarz.

Ist der Boden frostfrei, kommt der Baum sofort in die Erde. Beim Pflanzen gelten die üblichen Regeln: Das Loch sollte doppelt so groß sein wie der Ballen, und der Baum muss nach dem Pflanzen immer gut mit Wasser versorgt werden. Beim nächsten Weihnachtsfest sollte man ihn dann allerdings im Garten lassen. Ständiges Ein- und Ausgraben zerstört die Wurzeln, und das nimmt selbst der Weihnachtsbaum übel.


Weihnachten unterm Öko-Christbaum

ROBIN WOOD gibt im Internet aktuelle Tipps zum Bäumchenkauf

ROBIN WOOD Pressemitteilung, 22.11.06

Alle Jahre wieder - Weihnachten unterm Tannenbaum ist beliebt. Rund 23 Millionen Christbäume werden in den kommenden Wochen in Deutschland verkauft werden. ROBIN WOOD weist darauf hin, dass die meisten davon aus Plantagen stammen, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt werden -- eine enorme Belastung für Böden und Gewässer. Dabei geht es auch anders. Im Internet unter www.robinwood.de informiert die Umweltorganisation über Öko-Weihnachtsbäume mit glaubwürdigem Siegel und gibt Einkauf-Tipps.

"Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird", empfiehlt Rudolf Fenner, Waldreferent von ROBIN WOOD. ChristbaumkäuferInnen sollten daher auf die Siegel des Naturland Verbandes oder des FSC (Forest Stewardship Council) an den Bäumen achten. Diese Zertifikate erhalten nur Forstbetriebe, die auf Kahlschläge, Düngungen, Entwässerungsmaßnahmen und Pestizide verzichten. Außerdem bieten auch einige Bioland-Betriebe empfehlenswerte Öko-Weihnachtsbäume an.

Bis in die fünfziger Jahre stammten alle Weihnachtsbäume von "drauß' vom Walde". Heute kommen mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume aus Plantagen, in denen kräftig gespritzt und gedüngt wird: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Auch die Gentechnik hat dieses Marktsegment längst im Visier und arbeitet an schädlingsresistenten Christbaum-Klonen. Wer das nicht unterstützen möchte, wählt am besten einen Öko-Weihnachtsbaum.

Um die Suche danach zu erleichtern, hat ROBIN WOOD eine Umfrage bei rund 120 FSC-Forst- und Öko-Landbaubetrieben gemacht. Herausgekommen ist eine aktuelle, nach Bundesländern sortierte Liste mit über 40 Verkaufsstellen für Öko-Weihnachtsbäume. Ergänzt wird die Liste durch allgemeine Tipps zum Baum-Einkauf und eine Kurzinformation zu den Siegeln.

Wer keine zertifizierten Öko-Christbäume in seiner Umgebung findet, der sollte einen Baum aus der Region wählen, am besten einen zum Selberschlagen beim nächstgelegenen Waldbetrieb. Denn so lässt sich vermeiden, ungewollt einen weit gereisten und damit ökologisch fragwürdigen Baum aus Skandinavien, Osteuropa oder Irland nach Hause zu tragen. Von Weihnachtsbäumen im Pflanztopf ist eher abzuraten. Da die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Weihnachtsstube aus dem Winterschlaf gerissen werden, erfrieren die meisten später draußen oder wachsen nicht mehr richtig an.




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