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Aktuell

Waldbericht Sachsen (erweitert)

Mittwoch 29. November 2006, 12:56 Uhr

Patient Wald

Moritzburg (ddp-lsc). Der Zustand des sächsischen Waldes bleibt trotz leichter Verbesserungen kritisch. Rund ein Siebtel des Waldes ist krank. 14 Prozent der Bäume weisen deutliche Schäden auf, wie aus dem am Mittwoch in Moritzburg vorgestellten Waldzustandsbericht hervorgeht. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine leichte Verbesserung, als 15 Prozent als deutlich geschädigt eingestuft wurden. Dies ist der Fall, wenn ein Baum ein Viertel seiner Nadeln oder Blätter verloren hat. Sorgen bereiten vor allem Buchen und Kiefern, Fichten und Eichen erholen sich. 41 Prozent des sächsischen Waldes weisen indes keinerlei erkennbare Schäden mehr auf. Dies sind fünf Prozent mehr als 2005.

Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) wies bei der Vorstellung des Berichts auf Unterschiede bei den Schäden je nach Baumart und Region hin. So seien Laubbäume besonders betroffen, darunter erneut vor allem die Buche. 41 Prozent des Bestandes in Sachsen sind krank, 1991 waren lediglich fünf Prozent deutlich geschädigt. Grund für diese Entwicklung ist laut Tillich die sensible Reaktion dieser Baumart auf extreme Witterung. Auch fast zwei Drittel der Kiefern, Sachsens zweithäufigstem Baum, sind krank. Gegenüber 2005 wiesen zwei Prozent mehr Kiefern deutliche Schäden auf.

Sachsens häufigster Baum, die Fichte, ist indes weiter auf dem Weg der Besserung. Zwar ist weiterhin jeder zweite Baum geschädigt, 12 Prozent sogar stark. Anfang der neunziger Jahre hatte aber noch ein Drittel der Fichten einen deutlichen Schaden. Ursache für die Verbesserung ist laut Tillich der verminderte Ausstoß von Schwefeldioxiden. Wie die Fichte erholt sich auch die Eiche leicht. Während 2005 noch 36 Prozent der Bäume stark geschädigt waren, sind es jüngst noch 29 Prozent.

Tillich betonte, während über Jahrzehnte die Luftverschmutzung für die Erkrankung des Waldes verantwortlich war, setzte den Bäumen nunmehr verstärkt die extreme Witterung zu. So zeichnete sich etwa im heißen und trockenen Juli eine erneute Massenvermehrung des Borkenkäfers ab. Das sommerliche Klima begünstigt die Entwicklung der Larven dieses Schädlings unter der Baumrinde. Der kühlfeuchte August habe dem jedoch entgegengewirkt. Bis Ende September fielen somit dennoch 53 000 Kubikmeter Schadholz an. Dies ist laut Tillich die zweieinhalbfache Menge im Vergleich zu 2005 und nur etwas weniger als 2004 gewesen.

Das Ausmaß der Waldschäden ist regional unterschiedlich. Stärker sind das Elbsandsteingebirge, das Oberlausitzer Bergland und das Zittauer Gebirge betroffen. Schwächer sind die Schäden dagegen in der Dübener Heide, dem Norden der Niederlausitz und dem Vogtland. Unter Borkenkäferbefall hatten vor allem Bäume in Südwestsachsen und im Erzgebirgsvorland zu leiden.

Der Waldzustandsbericht wurde in diesem Jahr zum 16. Mal erhoben. Ingesamt begutachteten Experten dazu knapp 7000 Bäume.


Ami-Bäume für die Wälder

Klimawandel in Sachsen

Von Stefan Locke, Chemnitzer Morgenpost, 30. November 2006

MORITZBURG - Sachsens Wald ist gesund wie lange nicht, aber noch längst nicht geheilt. Autoabgase, Schädlinge und vor allem der Klimawandel machen den Bäumen schwer zu schaffen. Die Förster setzen deshalb jetzt immer öfter auf widerstandsfähigere Arten - aus Amerika.

„Im Norden Sachsens gibt es schon heute so große Wasserdefizite, dass selbst die Kiefer an ihre Grenzen kommt“, sagt Sachsenforst-Chef Hubert Braun. Der Klimawandel werde Sachsens Wald stark verändern. „Wir werden in weiten Teilen des Freistaats und sogar bis ins untere Erzgebirge auf Fichten verzichten müssen.“ Die Waldbesitzer sollen deshalb schon heute darauf reagieren. „Wir müssen jetzt stressresistente Gehölze pflanzen, die das sich verändernde Klima auch in 20 und 50 Jahren noch aushalten.“

Fündig wurden Sachsens Förster in Amerika. Arten wie Roteiche, Robinie oder Douglasie sind nicht nur widerstandsfähig gegen Trockenheit und Schädlinge, sondern halten auch frostige Temperaturen aus. „Wir nutzen diese Bäume bereits heute auch zur Aufforstung“, sagt Braun. Allein in diesem Jahr wurde im Freistaat auf 1200 Hektar neuer Wald gepflanzt. Das ist mehr als doppelt so viel wie bisher. Trotz allem hat sich der Zustand des sächsischen Waldes leicht verbessert. Immerhin 41 Prozent der Bäume sind gesund, sagte Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes. Vor allem die einst so malträtierten Fichten entwickelten sich positiv. Allerdings gelten 14 Prozent der Bäume als deutlich geschädigt. „Unser größtes Sorgenkind ist die Buche“, sagte Tillich. Fast die Hälfte aller Buchen ist heute krank. 1991 waren es nur vier Prozent. Hauptursachen sind Abgase, Wetterextreme und Insektenschäden aufgrund des Klimawandels. Besonders deutliche Schäden zeigten sich im Elbsandsteingebirge, im Oberlausitzer Bergland und im Zittauer Gebirge.


Tillich: Sächsischer Wald erholt sich langsam

Nadelbäume stabil – Eiche auf dem Weg der Besserung - Buche kränkelt

Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, 29.11.06

„Der Zustand des sächsischen Waldes hat sich leicht verbessert“, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich heute (Mittwoch, 29. November) bei der Vorstellung des Waldzustandberichtes in Moritzburg. Bei rund 41 Prozent aller Waldbäume seien keine erkennbaren Schäden mehr festzustellen. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung um fünf Prozent und damit das beste Ergebnis seit 1991“, sagte der Minister. Auch bei den deutlich geschädigten Bäumen sei eine „ganz leichte Tendenz“ zum Positiven zu beobachten. Allerdings müsse immer noch jeder siebte Baum (14 %, Vorjahr: 15 %) in diese Rubrik eingeordnet werden. Wie Tillich weiter ausführte, gäbe es innerhalb der Baumarten nach wie vor große Unterschiede. Während es mit der Fichte – der häufigsten Baumart in Sachsen – weiter bergauf geht, bereiten den Forstleuten die Laubbäume Sorgen. Zum Sorgenbaum entwickelt sich derzeit die Buche. Sie ist, wie schon im Vorjahr, mit einem Anteil von 41 Prozent die am meisten geschädigte Baumart. Als Hauptursache nannte der Minister deren sensible Reaktion auf extreme Witterungsereignisse.

Nicht nur zwischen den Baumarten, auch regional gibt es große Unterschiede beim Waldzustand. So sind die deutlichen Schäden in den nördlichen Waldgebieten der Niederlausitz oder der Dübener Heide sowie im Vogtland derzeit etwas geringer als im Elbsandsteingebirge, im Oberlausitzer Bergland und im Zittauer Gebirge.

Nachdem jahrzehntelang Luftschadstoffe hauptverantwortlich für die Waldschäden waren, setzen nunmehr verstärkt Witterungsextreme und Insektenschäden im Zuge des Klimawandels den Bäumen zu. Wie Tillich sagte, sei auch der diesjährige heiße und trockene Sommer am sächsischen Wald nicht spurlos vorbeigegangen. So zeichnete sich im Juli eine erneute Massenvermehrung des Borkenkäfers ab. Der kühlfeuchte August verhinderte eine ähnliche Katastrophe wie 2003. Dennoch fielen bis Ende September rund 53.000 Kubikmeter Schadholz an. Das ist die zweieinhalbfache Menge im Vergleich zum Vorjahr und nur etwas weniger als vor drei Jahren. Betroffen waren vor allem das Vogtland sowie das Erzgebirgsvorland.

Der Waldzustand wurde in diesem Jahr in Sachsen zum 16. Mal erhoben. Dazu wurden insgesamt rund 7.000 Bäume auf einem Raster von vier mal vier Kilometern begutachtet. Als deutlich geschädigt gelten Bäume, die mehr als ein Viertel ihrer Nadeln oder Blätter verloren haben.

Informationen zu den einzelnen Baumarten:

Fichte: Gehört mit einem Flächenanteil von rund 42 Prozent zu den Hauptbaumarten in Sachsen. Wie schon in den Vorjahren entwickelt sich die Fichte weiter positiv. 50 Prozent weisen keine Schädigungen mehr auf, lediglich 12 Prozent sind deutlich geschädigt. Noch Anfang der neunziger Jahre traf dieses Urteil auf jeden dritten Baum zu. Mittlerweile profitiert vor allem diese Baumart vom Rückgang der Schwefeldioxidimmissionen. Latent gefährdet ist die Fichte durch den Borkenkäfer. Das zunehmend warme und trockene Wetter ist ideal für den Schädling, dessen Larven sich unter der Rinde von Fichten entwickeln. Dies führt zum Absterben der Bäume.

Kiefer: Das Schadniveau bewegt sich im Schwankungsbereich der Vorjahre. Rund ein Drittel der zweithäufigsten sächsischen Baumart ist gesund. Fast jeder achte Baum weist deutliche Schäden auf, das sind zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Eiche: Noch vor einigen Jahren das Sorgenkind Nummer eins, befindet sich die Eiche mittlerweile das dritte Jahr in Folge auf dem Weg der Besserung. Zwar sind immer noch bei 29 Prozent der Bäume deutliche Schäden sichtbar, aber im vorigen Jahr betraf dies noch 36 Prozent.

Buche: Wie schon im vorigen Jahr die am stärksten geschädigte Baumart. 1991 lag der Anteil der deutlich geschädigten Bäume unter fünf Prozent, mittlerweile hat fast jeder zweite Baum (41 %) große Probleme. Hauptursache sind extreme Witterungsereignisse und damit verbunden die häufige Bildung von Bucheckern.

Der Waldzustandsbericht ist im Internet einzusehen unter www.forsten.sachsen.de.




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