|
Aktuell
Klimawandel im Alpenraum
Dienstag 5. Dezember 2006, 12:46 Uhr
Klima-Erwärmung im Alpenraum ist menschengemacht
Wien (AP) Der Alpenraum erlebt zurzeit die wärmste Klimaperiode seit 1.300 Jahren. Und die höheren Temperaturen sind eindeutig auf Einflüsse des Menschen zurückzuführen wie Autofahren und Industrieproduktion. So lauten zwei Ergebnisse eines groß angelegten Forschungsprojekts, die der österreichische Klimaforscher Reinhard Böhm am Dienstag in Wien vorstellte. Das von der EU geförderte Projekt hat die Klimageschichte im Großraum zwischen Nürnberg und der Toskana sowie zwischen dem Rhone-Tal und Budapest rekonstruiert.
Auch im 10. und 12. Jahrhundert habe es Phasen der Erwärmung gegeben, sagte Böhm.
Aber die seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zu beobachtende Warmperiode habe zu noch höheren Temperaturen geführt als damals im Mittelalter, erklärte der Forscher am Zentralinstitut für Meteorologie und Geodynamik in Wien. Ursache seien Emissionen von Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen. «In Zukunft wird es unzweifelhaft wärmer werden», sagte Böhm.
http://www.zamg.ac.at/alp-imp/
Dienstag 5. Dezember 2006, 16:28 Uhr
Ab 2080 könnte der Nordpol im Sommer eisfrei sein
Bremen (AP) Wenn der von Menschen ausgelöste Klimawandel nicht gestoppt wird, könnte die Arktis nach Auffassung von Experten ab 2080 im Sommer eisfrei sein. Allein in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Fläche, die im Arktischen Ozean vom Meereis bedeckt ist, um 20 Prozent reduziert. Das wurde einer Klimakonferenz am Dienstag in Bremen bekannt. Österreichische Klimaforscher stellten unterdessen fest, dass der Alpenraum zurzeit die wärmste Klimaperiode seit 1.300 Jahren erlebt. Die höheren Temperaturen sind eindeutig auf Einflüsse des Menschen zurückzuführen wie Autofahren und Industrieproduktion.
In
Bremen wurden erste Forschungsansätze zur Klimaveränderung am Nordpol vorgestellt. Um diese Veränderungen noch genauer vorhersagen zu können, untersuchen die Wissenschaftler jetzt das Zusammenspiel von Meereis, Atmosphäre und Ozean. Rund 120 Forscher aus elf europäischen Nationen und Russland trafen sich an der Weser.
Die Messungen in der Arktis sind wegen der Kälte schwierig, erste aussagekräftige Daten erhoffen sich die Wissenschaftler im Herbst 2007. Die Forscher sind aber schon jetzt alarmiert: Die Arktis wird grundsätzlich wärmer und das Eis schmilzt. Allein in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Eisfläche des Arktischen Ozeans um 20 Prozent reduziert.
Gehe diese Entwicklung weiter, werde die Arktis ab dem Jahr 2080 im Sommer eisfrei sein, so die Experten. «Der Lebensraum für Eisbären und alle anderen Lebewesen wird sich verändern», sagt Eberhard Fahrbach, Projektleiter Technologie beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Außerdem könnten Schiffe den Arktischen Ozean irgendwann ganzjährig als Seeweg nutzen und die Ausbeute von Bodenschätzen könnte dramatisch zunehmen.
Erstmals arbeiten jetzt insgesamt 45 Forschungsinstitute aus Europa und Russland zusammen, um insbesondere die Dicke des Eises zu untersuchen. Mit neuen Methoden soll die Dicke sowohl aus der Luft, auf dem Eis und aus dem Wasser gemessen werden. Das EU-geförderte Nordpol-Forschungsprojekt trägt den Namen Damocles.
Der Alpenraum erlebt derweil die wärmste Klimaperiode seit 1.300 Jahren. Und die höheren Temperaturen sind eindeutig auf Einflüsse des Menschen zurückzuführen wie Autofahren und Industrieproduktion. So lauten zwei Ergebnisse eines groß angelegten Forschungsprojekts, die der österreichische Klimaforscher Reinhard Böhm in Wien vorstellte. Das von der EU geförderte Projekt hat die Klimageschichte im Großraum zwischen Nürnberg und der Toskana sowie zwischen dem Rhone-Tal und Budapest rekonstruiert.
Auch im 10. und 12. Jahrhundert habe es Phasen der Erwärmung gegeben, sagte Böhm. Aber die seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zu beobachtende Warmperiode habe zu noch höheren Temperaturen geführt als damals im Mittelalter, erklärte der Forscher am Zentralinstitut für Meteorologie und Geodynamik in Wien. Ursache seien Emissionen von Kohlendioxid, Methan und anderen Treibhausgasen. «In Zukunft wird es unzweifelhaft wärmer werden», sagte Böhm. Schon diesen Winter mussten erste Ski-Veranstaltungen abgesagt werden.
Mittwoch 6. Dezember 2006, 20:31 Uhr
Klimaerwärmung bedroht Ozean-Gleichgewicht
Washington (dpa) - Mit der globalen Klimaerwärmung droht einer US-Studie zufolge eine deutliche Abnahme der Meeresalgen. Dadurch schrumpfe nicht nur einer der wichtigsten Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid, warnen Forscher im britischen Fachblatt «Nature» (Bd. 444, S. 752).
Das so genannte Phytoplankton sei auch Grundlage der Nahrungskette in den Ozeanen, betont das Team um Michael Behrenfeld von der Oregon State University in Corvallis.
Meeresalgen (Phytoplankton) binden nach Angaben der Forscher weltweit mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Tag. Erstmals konnten
die Wissenschaftler mit Hilfe von Satellitenbeobachtung die Entwicklung der Algen über fast zehn Jahre untersuchen. Bisher hätten Forschungsschiffe nur Momentaufnahmen liefern können, schreibt der Ozeanograph Scott Doney von der Oceanographic Institution in Woods Hole (US-Staat Massachusetts) in einem begleitenden Kommentar in «Nature» (S. 695).
Die Langzeitmessungen mit dem Spezialsatelliten «Orbview 2» zeigen, dass die Algenentwicklung eng an das Klimageschehen gekoppelt ist. So beobachteten die Forscher zunächst eine starke Algenzunahme, die an eine Kaltphase des Klimaphänomens ENSO (El Nino - Soutern Oscillation) gekoppelt war. Anschließend verringerte sich die Algenkonzentration über mehrere Jahre kontinuierlich, während sich die Erde in eine ausgedehnte ENSO-Warmphase bewegte. Je wärmer die Ozeane insgesamt würden, desto geringer sei der Austausch zwischen kalten und warmen Wasserschichten. Damit nehme die Produktion des Phytoplanktons ab.
Die beobachtete Abnahme der Planktonproduktion zeige, wie künftige Klimaänderungen das marine Nahrungsnetz beeinflussen könnten, schreibt Behrenfeld. Nun seien weitere Untersuchungen zu den wahrscheinlichen Folgen nötig.
» zurück
|