AktuellRückkehr von Bär, Wolf und Luchs (erweitert)
Sonntag 10. Dezember 2006, 10:39 Uhr «Riesenerfolg für den Artenschutz»Frankfurt/Main (ddp). Anlässlich des Internationalen Tages der Berge am Montag fordert der World Wide Fund For Nature (WWF) ein besseres grenzübergreifendes Wildtier-Management für Bär, Wolf und Luchs. Die seltenen Raubtiere seien dabei, sich in den Alpen und Mittelgebirgen Mitteleuropas Lebensräume zurückzuerobern, aus denen sie seit mehr als hundert Jahren verschwunden gewesen seien, sagte WWF-Experte Volker Homes am Sonntag in Frankfurt am Main. «Das ist ein Riesenerfolg für den Artenschutz», fügte er hinzu. Nun komme es darauf an, das Nebeneinander von Mensch und Tier zu ermöglichen und Konflikte vermeiden zu helfen.So müsse geregelt werden, wie Landwirte entschädigt werden, wenn Bären oder Wölfe Schafe reißen. »Nur wenn Behörden, Landwirte, Jäger und Artenschützer an einem Strang ziehen, haben die Rückkehrer eine echte Chance«, sagte Homes. In Österreich und der Schweiz hätten sich entsprechende Pläne bereits bewährt. Zudem müsse die Bevölkerung auf die Rückkehr der Raubtiere vorbereitet werden. »Die Erfahrung zeigt, dass dort, wo man die Sorgen der Menschen ernst nimmt und sie informiert, die Akzeptanz für Bären, Luchse und Wölfe deutlich steigt«, erläuterte der Naturschützer. Wölfe leben heute wieder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Im Bayerischen Wald sind nach WWF-Angaben 15 bis 20 Luchse heimisch, kleine Bestände dieser Tiere gibt es auch im Pfälzer Wald, im Harz, im Schwarzwald oder im Fichtelgebirge. Der erste Braunbär seit rund 170 Jahren war im Frühsommer aus Österreich nach Deutschland eingewandert. Experten sind sich sicher, dass es nicht der letzte gewesen sein wird. Der Tag der Berge wird von der Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen seit 2003 veranstaltet. Montag 11. Dezember 2006, 17:05 Uhr Bär in Bayern und Wal in London: Das tierische Jahr 2006Hamburg (dpa) - Er war der unangefochtene Medienstar des Sommers: Bruno, der erste wilde Bär in Deutschland seit 170 Jahren. Bis zu seinem Abschuss gewann er zahlreiche Fans und hielt Politiker sowie eigens eingeflogene finnische Bärenjäger auf Trab.Ähnliche Sympathien gewann ein anderer tierischer Exot, der Anfang des Jahres in der Londoner Themse auftauchte: Ein Wal verirrte sich bis in die britische Hauptstadt und verendete trotz groß angelegter Rettungsaktion. Deutschlandweit bekannt ist inzwischen auch ein Trauerschwan aus Münster, der sich hoffnungslos in ein Plastikboot verliebte. Fünf Wochen lang streunte Bruno durch Bayern und zog mit seiner Dreistigkeit Sympathien, aber auch Ärger auf sich. Während Experten tagten und Pressekonferenzen gaben, ruhte sich der aus Italien stammende Einwanderer seelenruhig vor einer Polizeiwache aus, marschierte durch alpenländische Ferienorte, erschreckte Urlauber, verspeiste Schafe und Hühner und stahl kiloweise Honig. Anfangs mit Freude begrüßt, wurde Bruno zunehmend zum «Problembären» und schließlich zum Abschuss freigegeben. Die Empörungswelle nach seinem Tod gipfelte in Morddrohungen gegen Politiker und die unbekannten Schützen. Eine Stiftung rief Brunos Todestag zum «Bärengedenktag» aus und noch immer beschäftigen sich Juristen mit der umstrittenen Abschusserlaubnis. Die Begegnung mit einem wilden Exoten wurde kurze Zeit später dem australischen Tierfilmer Steve Irwin zum Verhängnis. Der 44-jährige «Krokodiljäger» kam im September bei Dreharbeiten für eine Meeres-Dokumentation ums Leben, als ihn ein Stachelrochen ins Herz stach. Tragisch endete auch das Leben von Schoßhündchen Daisy. Der Yorkshire-Terrier des ermordeten Modezaren Rudolph Moshammer starb im Oktober - 21 Monate nach seinem Herrchen. Tierärzte diagnostizierten eine Verengung der Luftröhre bei der stets perfekt frisierten und über deutsche Grenzen hinaus bekannten Hundedame. Moshammers Chauffeur, der Daisy aufgenommen hatte, wachte laut «Bild» am Körbchen, reichte schleimlösende Mittel sowie Aufbaukuren und spielte die von Moshammer besprochene CD «Bekenntnisse einer Hundedame» vor. Neben Todesfällen ereigneten sich in diesem Jahr auch skurrile Liebesgeschichten in der Tierwelt: So verliebte sich ein Trauerschwan auf dem Münsteraner Aasee in ein Tretboot in Form eines Artgenossen und hielt dem Plastik-Partner über Monate die Treue. Im November wurde das ungleiche Paar mit viel Aufwand zum Überwintern in einen Zoo gebracht. Tierpfleger hegen die Hoffnung, dass die schwarze Schwanendame sich dort lieber «echten» Partnern zuwendet. Von einem ähnlichen Drama berichteten im Juni britische Zeitungen. Seit nunmehr drei Jahren betet ein Pfau die Zapfsäule einer Tankstelle im südwestenglischen Ort Brierley an. Dass der Vogel mit seinem farbenprächtigen Schwanzfederrad alle Verführungskünste anwendet, erklären sich Experten mit dem knackenden Geräusch der Zapfsäule. Laut «Times» ist die Tankstelle inzwischen «zu einer echten kleinen Touristenattraktion geworden». Eine deutlich größere Attraktion war der sechs Meter lange Wal, der sich von der Nordsee nach London verirrte und eines Januartages aus der Themse auftauchte. Trotz eines dramatischen Versuchs, das gestresste Säugetier zurück ins offene Meer zu bringen, starb es an Austrocknung, Muskelschäden und Nierenversagen. Eine Zeitung titelte «Farewhale», eine Mischung aus Lebewohl (Farewell) und Wal (Whale). Inzwischen ist Wallys Skelett im Londoner Naturkundemuseum zu sehen. An Bruno erinnern Holzkreuze, die an seiner Sterbestätte auf der Kümpfl-Alm aufgestellt wurden. Ob der Bär irgendwann auch in einem Museum ausgestellt wird, ist ungewiss. Noch streiten bayerische und italienische Behörden um den Kadaver. Das einst gehetzte Tier lässt der Trubel jedoch kalt: Der tote Bruno liegt auf Eis - an einem unbekannten Ort. Bauernpräsident greift Jagdverband ancws, Süddeutsche Zeitung, 4.12.06Herrsching - Gerd Sonnleitner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, hat den CSU-Landtagsabgeordneten und Präsidenten des Bayerischen Landesjagdverbandes, Jürgen Vocke, scharf angegriffen. Angesichts des Klimawandels und von Schädlingsplagen wie der bayernweiten Borkenkäfergefahr bräuchten die Waldbauern dringend Unterstützung bei ihren Bemühungen um stabile und artenreiche Mischwälder, sagte Sonnleitner auf der Herbstversammlung seines Verbands in Herrsching. "Vor allem aber muss endlich die Jagd stimmen", betonte Sonnleitner, "sonst kann die natürliche Waldverjüngung niemals gelingen". Die Jäger, allen voran ihr Präsident Vocke, müssten den Grundsatz Wald vor Wild anerkennen, wie er auch im Waldgesetz verbürgt sei. Und Vocke solle endlich seine Polemik gegen die forstlichen Gutachten einstellen. Das jüngste hatte bayernweit eine dramatische Zuspitzung der Verbisssituation bei jungen Bäumen festgestellt. Die Ursache dafür sind zu hohe Wildbestände in den Wäldern. Jägerpräsident Vocke hatte indes die Aussagekraft des Gutachtens bezweifelt und gefordert, sie im Sinne des Bürokratieabbaus abzuschaffen. Sonnleitner wies dies nun strikt zurück. Die Jäger sollten endlich "konsequent jagen", forderte der Bauernpräsident, "und so unsere Waldbesitzer beim Aufbau standortgerechter Wälder bestmöglich unterstützen". » zurück |
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