AktuellRh.-Pfalz will Naturschutzgebiet verkaufen
Land will Naturschutzgebiet verkaufenSWR, 28.11.06Das Land Rheinland-Pfalz will nach Informationen des SWR das Naturschutzgebiet Barsberg im Kreis Vulkaneifel als Ausgleichsfläche für den Weiterbau der A 1 nutzen. Dazu soll der Landesbetrieb Straßen und Verkehr das Gelände übernehmen. Die Landes-Grünen verlangen Aufklärung von Umweltministerin Margit Conrad. Das kulturhistorisch bedeutende Gelände ist seit 68 Jahren Naturschutzgebiet - und damit eines der ältesten in der Region. Diese Fläche will das Land zusammen mit dem umliegenden Staatswald offenbar verkaufen. Nach Informationen des SWR soll der Landesbetrieb Straßen und Verkehr den 200 Hektar großen Wald erwerben. Ziel ist es, das Gebiet im Auftrag des Bundes als Ausgleichsfläche für den Weiterbau der A 1 in der Eifel auszuweisen. Grüne: "Missbrauch gesetzlicher Maßnahmen" In der Regel werden als Ausgleichsflächen für Straßenbauten Gebiete ausgewiesen, bei denen der Naturschutz bislang keine Rolle gespielt hat. So werden meist landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewidmet. Die Grünen sehen daher in den Barsberg-Plänen einen Missbrauch der gesetzlichen Maßnahmen: "Wenn es Eingriffe in die Natur gibt, dann sind entsprechende Ausgleiche zu schaffen und dann können nicht die Flächen herangezogen werden, die ohnehin schon wertvolle Naturschutzflächen sind", so die Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfgen. Um das Waldgebiet als Ausgleichfläche auweisen zu können, müsste das Land eine Verbesserung für den Naturschutz nachweisen. So könnte der hohe Fichtenbestand auf dem Barsberg durch Neuanpflanzungen einem Mischwald weichen. Für die Grünen aber ist das eine normale forstwirtschaftliche Aufgabe. Sie fordern vom Land Klarheit über die Pläne. Das Umweltministerium bestätigte dem SWR bislang lediglich, dass es Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßen und Verkehr gebe. » zurück |
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