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Aktuell

China: 10% Entwaldung durch Kältewelle

Sonntag, 10. Februar, 10:31 Uhr

Kältewelle in China hat ein Zehntel des Waldes zerstört

Peking (AFP) - Die starken Schneefälle und die enorme Kältewelle haben in den vergangenen drei Wochen rund ein Zehntel der Waldfläche in China zerstört. Insgesamt seien 17,3 Millionen Hektar ernsthaft von den Unwettern beschädigt worden, berichtete die chinesische Tageszeitung "China Daily" unter Berufung auf die zuständige Behörde. 18 Provinzen seien von dem heftigsten Winter seit 50 Jahren betroffen. In einigen Gebieten sind laut der Zeitung bis zu 90 Prozent des Waldes von den Schneestürmen und dem übermäßigem Frost zerstört worden.

Nach Angaben der chinesischen Behörden drohen nun in den kommenden, wärmeren Monaten Waldbrände auf den beeinträchtigten Flächen, da die abgestorbenen Bäume leicht entflammbar seien. Anfang April will China deshalb mit der Wiederaufforstung der am schlimmsten betroffenen Waldgebiete beginnen und insgesamt 2,5 Milliarden neue Bäume anpflanzen.


China verliert ein Zehntel der Wälder durch Schnee Chaos

Xinhua China Nachrichten, 10.2.08

Durch die stärksten Schneefälle der letzten 50 Jahren, wurden etwa ein Zehntel der chinesischen Waldflächen zerstört. Insgesamt 17,3 Millionen Hektar Wald sowie Bambus- und Pflanzgut sind den Schneemassen zum Opfer gefallen.

In ihrem jüngsten Bericht, den die staatliche Forstverwaltung (SFA) gestern bestätigte, sind die Verluste in den 18 Provinzen im Süden Chinas zum Teil so hoch, dass in den am schlimmsten betroffenen Regionen, fast 90 Prozent der Wälder zerstört wurden.

Die staatliche Forstverwaltung (SFA) konnte noch keine endgültige Summe der Verluste nennen, verwies jedoch auf einen Bericht vom 31 Januar, bei dem bereits vom einem Schaden in Höhe von über 16,2 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 1,62 Millionen Euro) bei der chinesischen Forstwirtschaft ausgegangen werden muss.

Weiter fordert die staatliche Forstverwaltung (SFA) einen Ausnahmezustand auszurufen, um zu verhindern, dass Einzelpersonen oder Gruppen sich Vorteile aus dem Chaos verschaffen und weitere Bäume fällen und damit die Verluste weiter erhöhen. Darüber hinaus forderte sie weiter, von der Katastrophe unberührt Pflanzen und Keimlinge zu sichern, damit mit der Aufforstung im Frühjahr umgehend begonnen werden kann.

Cao Qingyao, ein SFA-Sprecher, warnte ausdrücklich davor, dass die getöteten Bäume vor allem in den südlichen Regionen zu Katastrophen führen könnten, wenn das Wetter wieder wärmer wird. Abgestorbene Bäume und gebrochene Äste würden die Menge der brennbaren Materialien in den Wäldern deutlich erhöhen.

Zu den dringlichsten Aufgaben gehöre nun die Sicherung der Wasser-, Strom- und Telekommunikations-Versorgung sowie die Wiederherstellung der Wald- und Naturschutzgebiete. Der unerwarteter Tod von Wandervögeln und wild lebenden Tieren müsse umgehend gemeldet werden um einen möglichen Ausbruch von Tierseuchen zu verhindern.

Ähnliche Warnungen kamen gestern auch aus dem Staatsrat, Chinas Kabinett. Durch die Schnee-Katastrophe könnten die Nutztiere derart geschwächt sein, dass das Vieh anfälliger für Epidemien wie die Vogelgrippe und blau-Ohr Schweine-Krankheit sei. Die Bauern seien daher verpflichtet ihre Zuchten sorgfältig zu prüfen und und zu säubern. Totes Geflügel und kranke Tiere müssen ohne Ausnahmen verboten und vom Markt genommen werden, sagte der Staatsrat.


Dienstag, 5. Februar, 13:48 Uhr

China hofft auf Entspannung bei Schneekatastrophe

Kanton (AFP) - Zwei Tage vor dem chinesischen Neujahrsfest hat sich die Regierung zuversichtlich gezeigt, dass die Schnee- und Eiskatastrophe bald überwunden sein dürfte. China sei in der Lage, den "endgültigen Sieg" im Kampf gegen die durch Kälte, Eis und Schnee verursachten Unglücke zu erringen, zitiert die Zeitung "China Daily" Regierungschef Wen Jiabao. Die reguläre Stromversorgung sei wieder angelaufen, und der Verkehr funktioniere wieder auf normalem Niveau.

Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua nahmen die meisten Flughäfen in den verschneiten Provinzen den Betrieb wieder auf. Auch der Straßenverkehr normalisierte sich nach dem ausgedehnten Armeeeinsatz der vergangenen Tage allmählich. Von völliger Entspannung der Lage konnte jedoch keine Rede sein: Am Bahnhof der südlichen Stadt Kanton warteten laut Xinhua am späten Montagabend immer noch rund 80.000 Menschen auf einen Zug für die Heimreise. Später hob die Polizei die Absperrung des Bahnhofs teilweise auf. Die Passagiere der Früh- und Mittagszüge wurden auf die Bahnsteige gelassen. "Heute waren viel weniger Menschen hier. Das Schlimmste ist überstanden", sagte eine Polizistin.

Dennoch versuchten tausende Menschen weiter verzweifelt, eine Fahrkarte nach Hause zu erstehen. Schwarzmarkthändler verkauften die begehrten Fahrkarten zum doppelten Preis. Bei den wartenden Wanderarbeitern löste dies wütende Reaktionen aus: "Sie sind Diebe! Aber mir bleibt nichts anderes übrig, als von ihnen zu kaufen", sagte ein Arbeiter, der zu seiner Familie in die Provinz Hubei reisen wollte. Der offizielle Kartenverkauf war vor fast einer Woche eingestellt worden, als hunderttausende Menschen wegen des Wettereinbruchs an den Bahnhöfen festsaßen. Laut Xinhua warteten auf den Flughäfen des Landes weiter fast 30.000 Menschen auf ihre Weiterreise.

Am Donnerstag beginnt in China das Jahr der Ratte, danach dauern die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr etwa zwei Wochen an. Traditionell fahren die Chinesen zu dieser Hauptferienzeit zu ihren Familien. Besonders für die in den Großstädten arbeitenden Wanderarbeiter ist dies im ganzen Jahr oft die einzige Gelegenheit, ihre Angehörigen zu sehen.


Montag, 4. Februar, 09:15 Uhr

PETA fordert besseren Schutz von Ratten in China

Peking (AP) Die Tierrechtsorganisation PETA hat China zu größerem Respekt vor Ratten aufgerufen. Im bevorstehenden Jahr der Ratte müsse die chinesische Regierung Gesetze erlassen, die Ratten im Tierversuch besseren Schutz gewährten, erklärte PETA am Montag in Peking.

«Ratten singen, sie träumen, und sie haben Mitgefühl», erklärte Coco Yu von PETA in einer Stellungnahme. In China gibt es bisher kaum Tierschutzgesetze, Tiere in vielen Zoos werden vernachlässigt, und Körperteile von Tieren werden in der traditionellen Medizin eingesetzt. Die Ratte ist eines von zwölf Tierkreiszeichen im chinesischen Kalender. Das Jahr der Ratte beginnt am Donnerstag.


Chinesische Plage

Im Jahr der Ratte könnte China vor einer weiteren Ausbreitung des Nagers stehen

WWF Pressemitteilung, 6.2.08

Wenn morgen das chinesische Jahr der Ratte eingeläutet wird, hoffen 1,3 Milliarden Chinesen darauf, dass die Prognose ihres Bauernkalenders „Nóngli“ eintrifft: Rattenjahre sind demnach ökonomisch stabil und erlauben es, aus allem einen Nutzen zu ziehen. Rattengeborenen wie Mozart, Prinz Charles oder Nena wird nachgesagt, sie seien intelligent, kreativ und ehrgeizig. Doch während sich die Chinesen im Olympia-Jahr auf Erfolg einstimmen, haben sich manche Rattenarten in der Volksrepublik zu einem echten Problem entwickelt. Ihre Zahl ist vor allem in der Mitte und im Osten des Landes sprunghaft gestiegen. Der WWF schließt für 2008 ähnliche Plagen wie vergangenen Sommer in den Provinzen Hunan, Anhui und Henan nicht aus. Damals waren nach tagelangem Dauerregen zwei Milliarden Ratten aus ihren überschwemmten Löchern geflohen und hatten Feldfrüchte auf über 1,6 Millionen Hektar vertilgt.

Die Gründe für die rasche Rattenverbreitung sind unterschiedlich. Für den letztjährigen „Baby-Boom“ in der West-Provinz Xinjiang beispielsweise machen Wissenschaftler den Klimawandel verantwortlich. Nach einem milden Winter war dort bereits im April Ratten-Nachwuchs geboren worden – einen Monat früher als sonst. Neben Wetterkapriolen spielt aber auch der starke Ausbau der Verkehrswege eine Rolle. Die moderne Wanderratte reist heute in Bussen und Bahnen bis nach Tibet und Qinghai.

Während dies noch für Heiterkeit sorgt, hören die Chinesen weniger gern, dass auch ihre Vorliebe für bestimmte Tiere in Nahrung und Medizin den Ratten Oberwasser gibt. Vor allem Schlangen und Eulen, beides natürliche Feinde der Ratte, finden wie etwa 750 andere Tierarten in der traditionellen asiatischen Medizin Verwendung. „Es ist eine einfache Rechnung: Eine Schlange kann im Laufe eines Jahres 400 Ratten fressen, eine Eule 1.500. Jedes Tier weniger bedeutet also unzählige Ratten mehr“, sagt Honnef.

Wie viele Tiere genau jedes Jahr für die Traditions-Medizin und in Küchen sterben, ist Spekulation. Der WWF geht allerdings davon aus, dass es immer mehr werden, weil längst nicht mehr für den Eigenbedarf gejagt wird. „Speziell aus der Provinz Hunan werden Schlangen und Eulen lukrativ innerhalb Chinas verkauft, was zu einer massiven Abnahme ihrer Bestände geführt hat“, so die WWF-Expertin Susanne Honnef. Ihr Fehlen mache sich nun deutlich bemerkbar.

Allerdings geht es in China auch den Ratten bisweilen an den Kragen. So gilt in Südchina das „Drei-Schreie-Gericht“ als ausgesprochene Delikatesse. Es besteht aus lebenden Babyratten, die dreimal schreien – wenn man sie mit den Stäbchen fasst, in Soße tunkt und schließlich, wenn man ihnen den Kopf abbeißt. Zwar ist der Verzehr von Ratten und Mäusen seit dem Ausbruch der Lungenkrankheit SARS 2003 verboten, doch soll es weiterhin Küchen geben, die diese Speise anbieten.







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