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Aktuell
Waldbrände in Kalifornien
13. Oktober, 2008
Brände in Kalifornien: Ein Toter, 1300 Hektar Wald zerstört
(APA) - Rund tausend Feuerwehrleute sind rund um Los Angeles im Einsatz gegen die Flammen. Eine Person starb in dem Feuer, das durch heftige Windböen weiter angefacht wurde.
Heftige Waldbrände in Kalifornien nahe Los Angeles: In der Gemeinde Lake View Terrace entdeckten laut CNN am Montag Rettungsmannschaften einen Toten. Er habe noch nicht identifiziert werden können. Rund 1.300 Hektar Wald im Nationalpark von Los Angeles seien von den Flammen erfasst.
Rund 1.200 Menschen vor allem in Lopez and Kagel Canyons sowie im Osten des San Fernando Tals seien in Sicherheit gebracht worden, berichtete die "Los Angeles Times" auf ihrer Webseite. Über tausend Feuerwehrleute seien im Einsatz. Die von starken Winden immer wieder angefachten Flammen hätten bereits einige Häuser und 37 Wohnwagen zerstört.
Während am Sonntag die Feuerwehr noch geglaubt habe, 20 Prozent des in Flammen stehenden Gebiets unter Kontrolle zu haben, wurde dies Zahl am Montag auf fünf Prozent reduziert. Zahlreiche Straßen mussten der Zeitung zufolge gesperrt werden, neun Schulen seien geschlossen worden.
Die Wetterdienste sagten für Montag Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern voraus. Der starke Wind verhindert den Einsatz von Löschflugzeugen und beschleunigt die Ausbreitung des Feuers.
14. Oktober, 2008
Brände wüten im Norden von Bezirk Los Angeles
Los Angeles (AFP) - Bei den heftigen Bränden ist im US-Bundesstaat Kalifornien ein Mann gestorben. Bei dem Toten handelt es sich um einen obdachlosen Mann, der in einer Hütte nahe einer Autobahnkreuzung in der Nähe von Los Angeles gewohnt hatte, wie die Behörden des US-Westküstenstaats mitteilten. Es wurden demnach bislang 1500 Hektar Wald im Nationalpark von Los Angeles zerstört. Rund tausend Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Brände in dem Gebiet nördlich von Los Angeles zu bekämpfen.
Rund 1200 Menschen mussten vor den Flammen aus ihren Häusern fliehen; Schulen und Verkehrswege wurden geschlossen. Heftige Windböen fachten das Feuer weiter an. Nach Angaben der Feuerwehr war am Montag erst etwa fünf Prozent des Brandgebietes unter Kontrolle. Zuvor hatte es noch geheißen, dass 20 Prozent unter Kontrolle seien. Nach Berichten der "Los Angeles Times" verbrannten bereits 37 Wohncontainer.
Die Wetterdienste sagten Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern voraus. Der starke Wind verhindert den Einsatz von Löschflugzeugen und beschleunigt die Ausbreitung des Feuers. Das Feuer war am Sonntag aus zunächst unbekannten Gründen ausgebrochen.
Vor rund einem Jahr starben bei Bränden in Kalifornien acht Menschen. Damals wurden 2000 Häuser zerstört und 640.000 Menschen mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Die Brände verursachten damals einen Schaden von einer Milliarde Dollar. Auch im Juni und Juli diesen Jahres brannte es in dem US-Bundesstaat. Dabei wurden 3500 Quadratkilometer durch die Flammen vernichtet.
14. Oktober, 2008
Notstand im Bezirk Los Angeles ausgerufen
Los Angeles (AP) Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat für die Bezirke Los Angeles und Ventura den Notstand ausgerufen. Dort kamen bei Waldbränden mindestens zwei Menschen ums Leben. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute kämpften mit Unterstützung von Löschflugzeugen gegen zwei Brände am nordöstlichen und westlichen Ende des San-Fernando-Tals. Rund 4.000 Hektar Wald und Buschland standen dort in Flammen. In der schluchtenreichen Region gingen mindestens 37 Fertighäuser in Flammen auf.
In der Nähe von Los Angeles verlor am Montag ein Mann in einer Notunterkunft sein Leben. Außerdem kam es zu einem tödlichen Verkehrsunfall, als mehrere Autofahrer angesichts von heftiger Rauchentwicklung auf der Straße drehten. An dem Unfall waren vier Fahrzeuge beteiligt.
Die Brände wurden von dem für die Region typischen Santa-Ana-Wind angefacht, der in Böen Geschwindigkeiten bis zu 110 Kilometern in der Stunde erreichte. Etwa 1.700 Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. In einer Schule in San Fernando betreute das Rote Kreuz 500 Menschen. Einige von ihnen sahen dort im Fernsehen, wie ihr Haus in Flammen aufging. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Brände bis zur Pazifikküste ausweiten könnten, sagte der Feuerwehrchef von Los Angeles, Michael Freeman.
Kaliforniens leere Schatztruhe
Schwarzenegger sucht Geldgeber für seinen "goldenen Bundesstaat"
Von Barbara Munker, dpa, 12.10.08
Gouverneur Schwarzenegger tritt derzeit als geschickter Verkäufer auf: Kalifornien braucht Geld und will daher Anleihen an seine Bürger verkaufen. Der Westküstenstaat ist das Epizentrum der Finanzkrise und hat seinen Haushalt zu rosig berechnet.
Sein Staat verfüge über "großartige Besitztümer", schwärmt der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger in frisch produzierten Werbespots. "Von seinen Küstenstädten und Traumstränden bis zu den mächtigen Redwoods und herrlichen Bergen, der Goldene Staat ist unser Schatz." Doch die Schatztruhe ist leer. Mit schönen Worten pumpt Schwarzenegger die Bürger um Geld an. Kurzfristige Anleihen in Höhe von 4 Milliarden Dollar (3 Milliarden Euro) will der Westküstenstaat in der kommenden Woche verkaufen, um damit das klaffende Loch in der Haushaltskasse zu stopfen.
Vor einer guten Woche hatte der Republikaner noch in Washington angeklopft. Kalifornien werde die Regierung möglicherweise um Notanleihen von bis zu sieben Milliarden Dollar bitten, falls herkömmliche Kredite wegen der Finanzkrise auf den Märkten nicht zu beschaffen seien, drohte der frühere Action-Held. Doch nach Verabschiedung des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplans für den amerikanischen Finanzsektor ist er nun "verhalten optimistisch", dass der "Goldene Staat" aus eigener Kraft aus der Asche steigt.
Andere haben die rosarote Brille längst abgesetzt. Die Ratingagentur Standard & Poors wacht mit Argusaugen über die Kreditwürdigkeit des Staates. Man sei besorgt, dass Kalifornien seinen nötigen Cash-Flow in den nächsten Wochen nicht decken könne, hieß es am Freitag in einer S & R-Mitteilung. Bereits Ende Oktober könnte das Bargeld ausgehen, von dem Gehälter und Rechnungen, Schulen, Krankenhäuser und die Polizei bezahlt werden.
Finanzkrise lähmt US-Staat
Der mit über 36 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste US-Bundesstaat - die achtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt - nimmt im Herbst gewöhnlich Kredite auf, die dann beglichen werden, wenn zum Jahresende und im Frühjahr Steuerzahlungen eingehen. Doch das Beben auf dem Finanzmarkt hat den Staat gelähmt. "Kalifornien droht ein perfekter Sturm", warnte Schwarzeneggers Sprecher Matt David mit Blick auf eingefrorene Kreditmärkte, schrumpfende Steuereinnahmen und wachsende Haushaltslöcher.
"Hier ist der neueste Trend aus Kalifornien, der sich nun im ganzen Land ausbreitet: Die Rezession", mokierte sich unlängst das renommierte "Wall Street Journal" über den Goldenen Staat. Kalifornien steht als das Epizentrum der Immobilienkrise und der Kreditklemme am Pranger. Der Staat, der mit Hollywood, Silicon Valley und der größten landwirtschaftlichen Produktion aller US-Staaten aufwarten kann, krankt an hoher Arbeitslosigkeit und Massenpleiten, Rekord-Benzinpreisen und sinkender Kaufkraft. Kalifornier sind weit höher verschuldet als ihre Nachbarn. Dem "Wall Street Journal" zufolge gehen von jedem verdienten Dollar 19 Cent fürs Abzahlen von Auto-Krediten, Hypotheken, Kreditkarten und andere Schulden drauf, verglichen mit dem landesweiten Schnitt von 15 Cent.
Haushalt sehr rosig berechnet
Erst Mitte September war das längste Tauziehen um einen Staatshaushalt in der Geschichte Kaliforniens zu Ende gegangen. Vom 1. Juli an stand der bevölkerungsreichste US-Staat praktisch ohne Budget dar. Die Haushaltssperre hatte zur Folge, dass Milliarden von Dollar nicht an Schulen, Krankenhäuser, Tageskliniken und andere öffentliche Einrichtungen überwiesen werden konnten. Der mühsam ausgehandelte Etat in Höhe von 104 Milliarden Dollar, mit Kürzungen im Schul- und Gesundheitswesen, ist jetzt schon teilweise nicht gedeckt. Die Politiker befürchten ein neues Loch von drei Milliarden Dollar, denn ihre Prognosen über zu erwartende Steuereinnahmen waren viel zu rosig.
Die Rechnungen steigen weiter an. Im Streit um die katastrophalen medizinischen Zustände in den überfüllten Gefängnissen hat ein Richter den Staat zur sofortigen Zahlung von 250 Millionen Dollar verdonnert. Bis Juni müssen 3,5 Milliarden Dollar für den Bau neuer Kliniken auf dem Tisch liegen. Auch die Katastrophen-Reserven neigen sich dem Ende zu. Im letzten Haushaltsjahr (von Juni 2007 bis Juni 2008) gab der Staat eine Rekordsumme von 392 Millionen Dollar zur Bekämpfung von Wald- und Buschbränden aus. Oktober und November mit den warmen Santa-Ana-Winden sind die gefürchteten Feuermonate.
"Investiert in unseren Bundesstaat"
Kein Wunder, dass Schwarzenegger beinahe flehend zum Ankauf der Staatsanleihen aufruft. "So help keep California great. Invest in our Golden State (Helft mit, damit Kalifornien großartig bleibt. Investiert in unseren goldenen Bundesstaat)", floss ihm der Kauf- Appell bei einer Radioansprache geradezu dichterisch über die Lippen.
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