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Aktuell
Waldbrände in Kalifornien
16. November, 2008
Waldbrände um Los Angeles außer Kontrolle
Los Angeles (AP) Trotz verzweifelter Bemühungen tausender Feuerwehrleute haben sich die Waldbrände in der Umgebung von Los Angeles weiter ausgebreitet. Die Millionenstadt war am Sonntag von drei Seiten eingeschlossen. Tausende Menschen waren auf der Flucht vor den außer Kontrolle wütenden Flammen, die keinen Unterschied zwischen Arm und Reich machen. So brannten mehr als 800 Wohncontainer genauso nieder wie Luxusvillen und Mehrfamilienhäuser. Insgesamt verbrannte eine Fläche von 75 Quadratkilometern. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief für drei Bezirke den Notstand aus.
Der Brand im San-Fernando-Tal wütete auf einer Fläche von 31 Quadratkilometern und war bis Samstagabend nur zu 20 Prozent eingedämmt. Die Flammen überrollten eine Siedlung mit Wohncontainern, deren meist ältere Bewohner im Dunkeln die Flucht ergriffen. «Wir haben hier im Mobile Park eine nahezu völlige Zerstörung», sagte Feuerwehrchef Steve Ruda. «Ich kann noch nicht einmal die Straßenschilder lesen, weil sie in der Hitze schmelzen.»
Der Santa-Ana-Wind, der in der Region auch «Teufelswind» genannt wird, ist ein heißer, trockener Wind, der im Herbst und Winter im Süden Kaliforniens auftritt. Mit Geschwindigkeiten bis 120 Kilometern in der Stunde facht er die Brände immer wieder an und lässt die Funken über weite Strecken fliegen. So übersprangen die Buschbrände auch leicht mehrere Autobahnen im südöstlich von Los Angeles gelegenen Anaheim, wo große Anwesen zu Asche verbrannten. Über das Häusermeer der Millionenstadt Los Angeles zogen dichte Rauchschwaden. Die Nachmittagssonne war nur noch als Scheibe mit blass-orangener Farbe zu erkennen.
«Es wird in jedem Jahr schlimmer», sagte Leonard Grill, der seit 20 Jahren für die Feuerwehr in Riverside im Einsatz ist. «Das waren einmal außergewöhnliche Brände, die man nur einmal in seinem Berufsleben erlebt. Jetzt passieren sie jedes Jahr.»
Stromversorgung bedroht
Wegen der Brände wurden zwei Autobahnen geschlossen, ein Krankenhaus musste evakuiert werden. Laut Bürgermeister Antonio Villaraigoso droht sogar die Elektrizitätsversorgung der ganzen Stadt zusammenzubrechen, da auch Überlandleitungen unterbrochen wurden. Die Feuerwehr war mit über 600 Einsatzkräften vor Ort, setzte aber wegen des hügeligen Geländes vor allem auf eine Bekämpfung des Brandes aus der Luft.
Knapp 20 Helikopter und Löschflugzeuge sollten tagsüber im Einsatz sein, nachdem der starke Wind, der fast Hurrikanstärke erreicht hatte, ihren Einsatz in der Nacht unmöglich gemacht hatte. Ein Mann wurde mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht, vier Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.
Feuer im Villenort Montecito noch nicht unter Kontrolle
Im südkalifornischen Montecito bangten zahlreiche Prominente weiter um ihre Villen. Rund 800 Feuerwehrleute bekämpften das Buschfeuer im Bezirk Santa Barbara. Rund 5.400 Häuser in Montecito wurden evakuiert, mindestens 13 Menschen erlitten Verletzungen. Die Behörden erklärten, 183 Häuser seien bereits niedergebrannt.
Die Flammen zerstörten zumindest in Teilen auch das Anwesen des Schauspielers Christopher Lloyd, wie die «Los Angeles Times» berichtete. Sorgen machte sich auch die Fernsehmoderatorin Oprah Winfrey. Sie sagte bei einer Aufzeichnung ihrer Show am Freitag, die Flammen seien noch etwa drei Kilometer von ihrem Haus entfernt. Die Häuser von Freunden und Nachbarn seien zerstört worden.
17. November, 2008
Kalifornisches Feuerinferno: Brandstifter schuld?
San Francisco (dpa) - Dank nachlassender Winde haben die Feuerwehrleute in der Nacht zum Montag endlich Fortschritte bei der Eindämmung des Flammenmeeres in Südkalifornien gemacht.
Nur einer von drei Großbränden, die am Wochenende Zehntausende Menschen in die Flucht geschlagen hatten, war östlich von Los Angeles noch außer Kontrolle. Die Feuer nahe Santa Barbara und Sylmar, einer Stadt am Nordrand von Los Angeles, waren weitgehend eingedämmt.
"Die Santa- Ana-Winde sind fast weg", sagte Feuerwehrchef Terry DeJournett der "Los Angeles Times". Jetzt könnten die Feuer leichter gelöscht werden. Unterdessen gibt es Hinweise auf Brandstiftung: Die Ermittler vermuten, dass das verheerende Feuer in Santa Barbara "von Menschen verursacht wurde", sagte ein Behördensprecher dem US-Sender CNN.
Der Feuersturm hat im Süden Kaliforniens eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Mindestens 800 Häuser wurden zerstört, tausende Menschen mussten in Notunterkünften Zuflucht suchen.
Mit Genehmigung der Behörden sollten die Bewohner einer fast vollständig abgebrannten Wohnsiedlung in Sylmar am Montag erstmals in das Gebiet zurückkehren dürfen. Die Flammen hatten dort mehr als 600 Wohncontainer vernichtet. Polizisten durchkämmten die verkohlte Siedlung mit Spürhunden. Es seien glücklicherweise keine Leichen gefunden worden, hieß es.
Ein Brand östlich von Los Angeles im Bezirk Orange County bedrohte am Sonntag mehr als 3000 Häuser. Über 20 000 Menschen folgten dem Aufruf der Feuerwehr, die betroffenen Ortschaften zu verlassen. Auch der Rapper Snoop Dogg und seine Familie brachten sich samt ihren Hunden in Sicherheit, berichtete die "Times". Am Abend durften einige Anwohner schon wieder in ihre Häuser zurückkehren.
In der Region Santa Barbara lagen mehr als 200 Häuser in Schutt und Asche. Die Flammen zerstörten dort ein Kloster und zahlreiche Luxusvillen im Prominentenort Montecito. TV-Star Oprah Winfrey sowie die Schauspieler Michael Douglas und Kevin Costner gehören zu den Anwohnern. Ihre Villen blieben unversehrt.
Das Flammenmeer hatte sich seit Mitte vergangener Woche in rasendem Tempo ausgebreitet und dabei insgesamt eine Fläche von rund hundert Quadratkilometern rund um die Metropole Los Angeles verwüstet. Ein Dutzend Feuerwehrmänner wurden verletzt. Gouverneur Arnold Schwarzenegger hatte für die drei Brandgebiete den Notstand ausgerufen.
17. November, 2008
Waldbrände in Südkalifornien noch nicht unter Kontrolle
Diamond Bar/USA (AP) Die verheerenden Waldbrände im Süden Kaliforniens wüten weiter. Obwohl die heftigen Winde am Sonntag abflauten, forderten die Behörden tausende weitere Menschen zur Evakuierung auf. Seit Donnerstag haben die Flammenwände in den Bezirken Los Angeles, Riverside, Orange und Santa Barbara mehr als 88 Quadratkilometer Land vernichtet, was einem Zehntel der Fläche von Berlin entspricht. Mehr als 800 Eigenheime, Wohnungen und Wohncontainer brannten nieder.
Über Todesfälle lagen zunächst keine Berichte vor, auch in den verbrannten Überresten eines Wohnmobilparks wurden keine Leichen gefunden. Der Bürgermeister von Los Angeles versprach den Katastrophenopfern staatliche Hilfe. «Wir werden alles wieder aufbauen», sagte Antonio Villaraigosa, der gemeinsam mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger eine völlig zerstörte Siedlung von Wohncontainern besuchte. Im Oakridge Mobile Home Park gingen rund 500 Mobilheime in Flammen auf. Eine solche Zerstörung habe er noch nie gesehen, sagte der Bürgermeister.
17. November, 2008
Womöglich Tote bei Brand in kalifornischer Siedlung
(AFP) - Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien könnten mehr Opfer gefordert haben als bisher angenommen. Die Polizei befürchtet, dass nicht alle Einwohner rechtzeitig eine am Vortag niedergebrannte Siedlung nahe der Metropole Los Angeles verlassen konnten. Es sei möglich, dass einigen älteren Bewohnern die Flucht vor den Flammen nicht gelungen sei, sagte Polizeichef William Bratton. Insgesamt wurden in dem gesamten US-Bundesstaat fast 8900 Hektar Land und rund 800 Häuser zerstört, darunter auch einige Villen. Bisher gab es elf Verletzte.
In der aus sogenannten Mobilhäusern bestehenden Siedlung stünden noch viele Autos - normalerweise aber würden die Menschen ihren Wagen bei der Flucht mitnehmen, sagte Bratton. Die Behörden schickten Suchtrupps und Rettungsteams, um zwischen den Trümmern nach Opfern zu suchen. Zunächst seien keine Leichen gefunden worden.
In Sylmar, einem dichtbesiedelten Vorort von Los Angeles, kämpften rund 2000 Feuerwehrleute gegen die Flammen. Nach Angaben der Feuerwehr war der Brand am Sonntag zu 30 Prozent unter Kontrolle. Seit dem Ausbruch des Feuers am Freitagabend mussten dort mehr als 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Laut der Feuerwehr wurden nahe Sylmar rund 3800 Hektar Land vernichtet. Auch in Orange County südlich von Los Angeles kämpfte die Feuerwehr weiter gegen die Flammen, die dort auf mehr als 4000 Hektar wüteten.
Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief für die betroffenen Gebiete den Notstand aus. Die Feuerwehr kämpfe gegen einen "perfekten Sturm", sagte Schwarzenegger. Das Feuer werde durch starke Winde, Hitze und Trockenheit angefacht.
Im Süden Kaliforniens kämpfen die Feuerwehrleute seit Tagen gegen mehrere große Wald- und Buschbrände. Insgesamt kämpften 3700 Feuerwehrleute mit Bulldozern und Hubschraubern unermüdlich gegen die Flammen. 50.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Wegen des trockenen Klimas und starker Winde kommt es in Kalifornien immer wieder zu verheerenden Bränden.
16. November, 2008
Die schlimmsten Brände in Kalifornien
Kalifornien wird immer wieder von Bränden heimgesucht. Im Abstand von wenigen Jahren sind in dem extrem trockenen Teil des Landes immer wieder Menschen auf der Flucht vor den Flammen gewesen. Hier ein Überblick über die größten Brände Kaliforniens.
HAMBURG (dpa) - Im US-Bundesstaat Kalifornien verwüsten Jahr für Jahr mehrere tausend Brände riesige Gebiete. Die schlimmsten Feuer seit 1970:
2008: Wochenlang wüten im Sommer in dem Westküstenstaat schwere Feuer und vernichten eine Fläche von mehr als 3400 Quadratkilometern - das entspricht der Fläche von Berlin und dem Saarland zusammen. Unter anderem verwandelt ein gefährlicher Waldbrand den Küstenort Big Sur zeitweise in eine Geisterstadt, weil die meisten der 1500 Einwohner vor den Flammen flüchten. Etwa 20 000 Feuerwehrleute kämpfen gegen mehr als 1700 Brände. Auch vor den Toren des Yosemite-Nationalparks toben im Sommer Feuersbrünste, knapp 50 Gebäude brennen nieder, eine Fläche von 135 Quadratmetern wird ein Raub der Flammen.
2007: Die spektakulärsten Brände des Jahres wüten im Oktober in Südkalifornien. Zeitweise sind etwa eine Million Menschen auf der Flucht. Bis Ende des Monats zerstören die Flammen mindestens 1500 Häuser und legen etwa 172 000 Hektar Wald- und Buschwald in Schutt und Asche. Fünf Menschen kommen in den Flammen ums Leben, sieben sterben bei den Evakuierungen - die meisten davon waren Bewohner eines Altersheims.
2003: Am 25. Oktober löst ein Jäger mit seiner Signalpistole den bis dahin größten einzelnen Wald- und Buschbrand in der Geschichte Kaliforniens aus. Im "Cedar"-Feuer östlich von San Diego sterben 14 Menschen. Die Flammen zerstören 2232 Häuser und 113 800 Hektar Land - ein Gebiet von der Größe Hamburgs und Bremens zusammen. Am 3. November ist das Feuer weitgehend eingedämmt.
1993: Wüstenwinde entfachen nahe Los Angeles 26 große Buschbrände. Die "Laguna Hills"-Feuer legen 1200 Häuser in Schutt und Asche, darunter zwei Dutzend Luxusvillen im Prominentenvorort Malibu. Mindestens drei Menschen sterben, 130 werden verletzt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf eine Milliarde Dollar.
1991: Ein kleines Buschfeuer in den Hügeln bei San Francisco weitet sich bei Wind und hohen Temperaturen aus. Es wird zu einem Desaster für die Städte Oakland und Berkeley. Ein Gebiet von mehr als 600 Hektar wird eingeäschert, 2700 Gebäude brennen nieder. 25 Menschen kommen ums Leben. Der Sachschaden des "Oakland Hills"-Feuers wird auf zwei Milliarden Dollar beziffert.
1970: Ein Feuersturm zwischen Santa Monica und der Pazifikküste hinterlässt 71 000 Hektar verbrannte Erde. Der Brand zerstört 380 Gebäude, darunter die Ranch des damaligen Gouverneurs und späteren Präsidenten Ronald Reagan. Dem "Laguna"-Brand fallen mindestens zehn Menschen zum Opfer.
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