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Aktuell

Freitagsupdate Kalifornien

Freitag 31. Oktober 2003, 11:06 Uhr

Feuchtes Wetter unterstützt Löschkräfte in Kalifornien

Big Bear Lake/USA (AP) Im Kampf gegen die Waldbrände in Kalifornien haben Nebel und Nieselregen den Feuerwehrleuten eine Atempause verschafft. Allerdings erwarteten die Meteorologen zugleich neue Windböen, die die Feuer rund um Los Angeles mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde weiter anfachen könnten. Seit Beginn der Katastrophe vor einer Woche kamen mindestens 20 Menschen ums Leben, 96 wurden verletzt. Das Flammenmeer zerstörte eine Fläche von fast drei Quadratkilometern.

Wegen der feuchten Witterung breiteten sich die Flächenbrände am Donnerstag weniger schnell aus als an den Vortagen. Für Freitagabend wurde mit weiter sinkenden Temperaturen und sogar leichtem Schneefall gerechnet.

In den Bezirken San Diego und San Bernardino schlugen Feuerwehrleute Schneisen in die Wälder, um ein weiteres Übergreifen der Flammen zu verhindern. Die Brände dort zerstörten bereits 350 Häuser in der Ortschaft Cedar Glen in den San-Bernardino-Bergen. Zeitweise fraß sich die Feuerwalze mit jeder Minute bis zu 400 Meter weiter vor. Löschkräfte befürchteten, die Flammen könnte sich auf die Ortschaft Fawnskin ausweiten.

Nahe der historischen Bergarbeiterstadt Julian im Bezirk San Diego konnte die Feuerwehr mittlerweile erste Erfolge gegen die Flammen erzielen, wie Sheriff Bill Kolender mitteilte. Mit einer Fläche von fast 110.000 Hektar war das Feuer dort der größte einzelne Brand in Kalifornien. Fast 13.000 Feuerwehrleute und Helfer waren im gesamten Staat gegen die Flammen im Einsatz.

Mindestens drei der sieben noch akuten Brände wurden nach Angaben der Behörden vermutlich absichtlich gelegt. Auf der Suche nach den Brandstiftern gingen die Ermittler mehr als 500 Hinweisen nach. Die Polizei im Bezirk San Bernardino veröffentlichte am Donnerstag die Beschreibung eines Verdächtigen, der als Brandstifter in Frage kommt. Der Mann wurde beobachtet, wie er am Samstag aus einem Auto stieg, etwas ins Gebüsch warf, was ein Feuer auslöste, und mit hoher Geschwindigkeit davon fuhr. Allein dieser Brand kostete vier Menschen das Leben und zerstörte 850 Häuser.


Freitag 31. Oktober 2003, 08:04 Uhr

«Apokalyptische» Verwüstung in Kalifornien

Los Angeles (dpa) - Kühlere, feuchte Luft hat die Ausbreitung der verheerenden Waldbrände in Südkalifornien am Donnerstag nur wenig aufhalten können. Mit einem Ausmaß von 3000 Quadratkilometern ist die verkohlte Fläche zwischen der mexikanischen Grenze und dem Nordrand von Los Angeles bereits größer als das Saarland. Mindestens 20 Menschen, darunter auch ein Feuerwehrmann, starben in den Flammen.

Der gewählte Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der sich in Washington für Bundeshilfe für die Opfer der Brandkatastrophe eingesetzt hatte, besuchte auf dem Rückweg am Donnerstag den schwer betroffenen Bezirk San Bernardino. In der Nachbargemeinde Cedar Glen brannten in der Nacht zuvor 350 Häuser ab. Nach Schilderung von Augenzeugen haben sich ganze Straßenzüge in Asche verwandelt.

Mehr als 14 500 Feuerwehrleute sind im Einsatz. «Wir könnten noch mehr Helfer gebrauchen, wir sind sehr müde», sagte Feuerwehrhauptmann Tom Kruschke, der seit Samstag gegen das «Simi Valley»-Feuer, nördlich von Los Angeles, mit ankämpft. Nach Angaben der Notdienstzentrale OES mussten zeitweise 100 000 Menschen vor den Flammen fliehen. 2600 Häuser wurden zerstört. Janet Marshall, Sprecherin der Forstbehörde, sprach von «apokalyptischer» Verwüstung.

Das «Cedar»-feuer nahe San Diego wuchs auf über 1000 Quadratkilometer an - und ist damit der größte einzelne Buschbrand in Kalifornien seit 1932. In dem Gebiet, wo bereits 14 Menschen ums Leben kamen, wurde am Mittwoch eine Löschfahrzeug von den Flammen eingeholt. Ein 38-jähriger Feuerwehrmann wurde getötet, ein weiterer schwer verletzt.

Die Polizei hat die Suche nach mutmaßlichen Brandstiftern verstärkt und eine Belohung von 120 000 Dollar für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Ein etwa 20 Jahre alter Mann wurde dabei beobachtet, wie er brennende Gegenstände aus dem Fenster seines Autos in einem Waldgebiet bei San Bernardino warf. Die Kosten für die Bekämpfung des Feuers und die Schäden könnten die bisher teuerste Brandkatastrophe in Kalifornien weit übersteigen. 1991 richtete ein Buschfeuer in Oakland über 1,7 Milliarden Dollar Schaden an. 25 Menschen kamen damals ums Leben. Der amtierende Gouverneur Gray Davis prophezeite, dass die Kosten des jetzigen Infernos zwei Milliarden Dollar übersteigen könnten.



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