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Aktuell

Samstagsupdate Waldbrände

Samstag 1. November 2003, 11:00 Uhr

Feuchtes Wetter verschafft Feuerwehrleuten Atempause

Big Bear Lake/USA (AP) Zum ersten Mal seit Tagen haben sich die Feuerwehrmänner im Süden Kaliforniens eine Pause im Kampf gegen die Waldbrände gönnen können. Nebel, kühlere Temperaturen und nachlassender Wind unterstützten die Löschkräfte beim Vorgehen gegen die Flammen. Mit Bulldozern räumten sie am Freitag eine 30 Meter breite Schneise rund um die von Bränden eingeschlossene Stadt Big Bear Lake, um den Flammen weitere Nahrung zu nehmen.

Die 15.000-Einwohner-Stadt in den San-Bernardino-Bergen nordöstlich von Los Angeles war am Samstag die letzte größere Ortschaft, die noch von den Bränden bedroht war. Die Einwohner wurden in Sicherheit gebracht. Bis Freitagabend konnte das Feuer, das bereits eine Fläche von 38.000 Hektar zerstört hat, zu einem Viertel eingedämmt werden. Dichter Nebel und Rauch behinderte die Löschkräfte jedoch bei ihrer Arbeit.

Bis Samstagabend wurden rund 15 Zentimeter Schnee erwartet. Zugleich warnten Meteorologen vor neuen trockenen und heißen Windböen, die Anfang kommender Woche die Brände neu anfachen könnten. Das für die Jahreszeit ungewöhnlich kalte Wetter werde die Brände nicht ganz eindämmen, die Flammen könnten sich aber zumindest langsamer ausbreiten, sagte Feuerwehrmann Pat Shreffler.

Der größte der insgesamt sieben verschiedenen Brände, nordöstlich von San Diego, konnte unterdessen zu 65 Prozent eingedämmt werden. Auch in der Umgebung der alten Goldgräberstadt Julian entspannte sich die Lage, nachdem seit Donnerstag Nebel und Nieselregen die Luftfeuchtigkeit erhöht hatten.

Seit Beginn der Katastrophe vor einer Woche kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Die Flammen zerstörten eine Fläche von fast 3.000 Quadratkilometern und richteten wirtschaftliche Schäden in Höhe von zwei Milliarden Dollar an.


Samstag 1. November 2003, 10:15 Uhr

Zuversicht in Kalifornien: Regen erleichtert Brandbekämpfung

Los Angeles (Reuters) - Der kalifornische Gouverneur Gray Davis hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Feuerwehren die Brände in dem US-Bundesstaat in der kommenden Woche weitgehend unter Kontrolle bekommen.

Regen und kühleres Wetter haben den Feuerwehrleuten die Brandbekämpfung erleichtert. Die Feuer haben zwischen der amerikanisch-mexikanischen Grenze und dem Norden von Los Angeles rund 2750 Häuser zerstört und etwa 3000 Quadratkilometer Land verbrannt. Am Freitag erlaubten die Behörden einigen der rund 100.000 Menschen, die vor den Waldbränden aus ihren Häusern geflohen waren, in die verwüsteten Gebiete zurückzukehren. Davis sagte, er und sein gewählter Nachfolger Arnold Schwarzenegger arbeiteten Hand in Hand zusammen. "Er wird bei der Bundesregierung zusätzliche Mittel locker machen, und ich danke ihm dafür", sagte Davis.

Der Gesamtschaden durch die Brände werde wohl über die zunächst geschätzten zwei Milliarden Dollar steigen, sagte Davis weiter. Allein die Kosten für die Kassen des ohnehin stark verschuldeten Bundesstaats werden auf 100 Millionen Dollar beziffert.

Die Chefin des kalifornischen Forstamts, Andrea Tuttle, sagte, ihre Behörde richte bereits den Blick auf den Winter, der in Kalifornien gewöhnlich heftigen Regen bringt. An vielen Hängen seien die Bäume verbrannt, was zu Erdrutschen führen könne.


Samstag 1. November 2003, 09:55 Uhr

Waldbrände in Kalifornien weiter eingedämmt

Los Angeles (AFP) Bei der Bekämpfung der verheerenden Brände im Süden Kaliforniens haben die Feuerwehrleute weitere Erfolge erzielt. "Die Flammen rasen nicht mehr voran, und wir machen großartige Fortschritte", sagte Feuerwehrsprecher Bob Martinez. Es werde allerdings mindestens noch eine Woche dauern, bis die Brände unter Kontrolle sind, und bis zu vier Wochen, bis sie gelöscht sind. Derweil eröffneten der scheidende Gouverneur von Kalifornien, Gray Davis, und sein designierter Nachfolger Arnold Schwarzenegger gemeinsam ein Hilfszentrum für die Opfer.

Den Feuerwehrleuten gelang es inzwischen, den größten der Brände rund 40 Kilometer nördlich von San Diego zu 65 Prozent einzudämmen. Die Flammen bedrohten keine Häuser mehr, sagte der Sprecher der Forstbehörde, Fred Daskoski. Die Brände in den Bergen östlich von Los Angeles blieben dagegen weiter außer Kontrolle: Am Freitag bedrohten sie den Nobelskiort Big Bear. Zehntausende wurden vorsorglich aus der Region evakuiert.

Davis betonte, er und Schwarzenegger arbeiteten eng zusammen, um den Zehntausenden von Menschen zu helfen, die ihr Heim in den Flammen verloren hätten. "Wir haben Menschen getroffen, die alles verloren haben. Das Mindeste, was wir tun können, ist, ihnen einen Scheck zu geben", sagte der demokratische Gouverneur, der am 7. Oktober von den Bürgern Kaliforniens abgewählt worden war. Sein republikanischer Nachfolger würdigte erneut die Leistungen der rund 15.000 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Jahrhundertbrände.

Das Zentrum soll obdachlos gewordenen Familien bei der Suche nach einer neuen Unterkunft helfen. Gleichzeitig soll es ihnen mit Sofortdarlehen unter die Arme greifen. Weitere Zentren sollen in den nächsten Tagen ihre Arbeit aufnehmen.

Den gewaltigen Bränden in Kalifornien und Mexiko waren bis Freitag mindestens 22 Menschen zum Opfer gefallen, ein Gebiet von rund 300.000 Hektar wurde verwüstet, knapp 3200 Gebäude wurden vernichtet und mindestens 105.000 Menschen in die Flucht getrieben. US-Präsident George W. Bush will am Dienstag das Katastrophengebiet besuchen.


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