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Weniger Umweltschutz bei US-Armee

Donnerstag 27. Mai 2004, 11:25 Uhr

Umweltschutzauflagen fallen im Kampf gegen den Terror

Washington (AP) Dem Kampf gegen den Terror fallen bei den US-Streitkräften etliche bislang geltende Umweltschutzprogramme zum Opfer. Wie aus einem Schreiben an die Kommandeure der US-Stützpunkte auf der ganzen Welt hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt, wurden diese Anfang Mai aufgefordert, aus Kostengründen «größere Risiken bei den Umweltschutzprogrammen einzugehen», alle Verträge für Umweltschutzmaßnahmen zu kündigen und die Umsetzung aller nichtgesetzlichen Umweltauflagen aufzuschieben.

Die Anweisung kommt von Generalmajor Anders Aadland, der die neu eingerichtete Abteilung des Heers für das Management der Stützpunkte leitet. Aadland fordert die Kommandeure auch auf, einen Einstellungsstopp zu erlassen und alle Zeitverträge zu kündigen. Die Einsparungen gälten bis zum Beginn des neuen Haushaltsjahres im Oktober. Das Geld könne an anderer Stelle verwendet werden, hieß es. Aadland geht darauf nicht genauer ein, schreibt aber weiter, die Anordnung müsse sofort umgesetzt werden, um die Kriegsanstrengungen nach Kräften zu unterstützen.

Die US-Streitkräfte nahmen zunächst nicht Stellung. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geben die Streitkräfte jährlich vier Milliarden Dollar für den Umweltschutz aus.

Die Organisation Öffentliche Beschäftigte für den Umweltschutz (PEER) warf dem Verteidigungsministerium unverantwortliche Kürzungen vor. «Das ist eine Anweisung an die Stützpunktkommandeure, amerikanischen Boden zu verseuchen, wenn es Geld spart», erklärte PEER-Sprecher Jeff Ruch mit Bezug auf die von Aadland genannten «größeren Risiken». «Der Schutz des amerikanischen Bodens, der Luft und des Wassers ist nicht zweitrangig», sagte Ruch. Nach seinen Angaben sind von den Kürzungen auch Programme betroffen, die den Schutz gefährdeter Arten und des Grundwassers zum Ziel haben.

Der US-Kongress hat in den vergangenen beiden Jahren fünf von acht Anträgen des Verteidigungsministeriums auf teilweise Aufhebung von Umweltschutzauflagen zugestimmt. Jetzt fordert das Ministerium die Lockerung von Tierschutzgesetzen und eine Änderung des Gesetzes zur Reinhaltung der Luft, damit die Luftwaffe mehr Trainingsflüge durchführen kann.

http://www.acq.osd.mil/ie/environment.htm

http://www.peer.org


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