AktuellJapan: Zusammenstöße mit Bären
Japaner besorgt über zunehmende Zusammenstöße mit BärenHungrige Tiere verbreiten Angst und SchreckenAPA, 2004-10-07 10:00:27 Hungrige Bären verbreiten im Norden Japans derzeit Angst und Schrecken. Immer öfter kommen die ansonsten menschenscheuen schwarzen Kragenbären aus den Bergwäldern heraus und suchen in Dörfern verzweifelt nach Nahrung. Dabei kommt es zunehmend zu teils blutigen Zusammenstößen mit den Anrainern. Nach Angaben der japanischen Zeitung "Mainichi Shimbun" vom Donnerstag, wurden in diesem Jahr bisher mindestens 73 Menschen in 18 Provinzen durch Bären teils schwer verletzt. Im August fand die Polizei die Leiche eines 61-Jährigen mit Spuren von Bärenkrallen an seinem Kopf und Gesicht. Experten führen als Gründe für die sich häufenden Zusammenstöße den Mangel an Nahrung an. Die Bären seien fast am Verhungern und sähen in ihrer Verzweiflung alles in ihrer Umgebung als feindlich an, obgleich sie normalerweise Scheu vor Menschen hätten. Der Nahrungsmangel sei zum einen eine Folge der enormen Sommerhitze. Zum anderen zerstörten die ungewöhnlich zahlreichen Taifune über Japan in diesem Jahr viele Baumfrüchte, die den Bären als Nahrung dienen. Andere verweisen auf die Veränderungen des Lebensraums der Tiere. Da viele Obstbaumfelder in Bergdörfern wegen der Abwanderung von Arbeitskräften in die Städte brach lägen, wagten sich immer öfter die Bären vor, die sich derzeit auf ihren Winterschlaf vorbereiten und viel fressen müssen. Zudem würden die Tiere von Essensresten angelockt, die Bergsteiger zurückließen, hieß es. Einige Experten warnen andererseits davor, als Maßnahme gegen die sich häufenden Unfälle mit Bären diese einfach zu erschießen. Dadurch drohe, dass das biologische Gleichgewicht in der Bergwelt beschädigt werde. » zurück |
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