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Finnische Förster zu Besuch

Europameister der Forstwirtschaft besuchen Freising

Bayerische LWF, 8.10.04

26 hochrangige Vertreter der finnischen Fortwirtschaft besuchten die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Begleitet wurden sie vom finnischen Forstattaché aus Berlin. In Finnland, dem waldreichsten Land Europas, spielt die Forstwirtschaft noch eine entscheidende ökonomische Rolle. Dennoch lag der Schwerpunkt der Vorträge und Diskussionen nicht auf der Holzproduktion, sondern auf den anderen Leistungen des Waldes.

Am ersten Tag informierten die Spezialisten der LWF ihre finnischen Kollegen über Schutzmaßnahmen im Bergwald, Naturschutz im Wald sowie den derzeitigen Stand der Einführung von Schutzgebieten aufgrund europäischer Vorschriften (Natura 2000 und FFH-Gebiete). Der Energieholzberater der LWF stellte die erfreulichen Zuwächse der Holzenergie in den letzten Jahren vor und diskutierte mit den finnischen Experten über weitere Steigerungsmöglichkeiten. Welche Bedeutung eine praxisorientierte Forschung für die Forstbetriebe besitzt und wie Forschungsergebnisse auf großer Fläche umgesetzt werden können, erfuhren die Gäste am Beispiel der LWF-Untersuchungen zur Wurzelentwicklung gepflanzter Bäume.

Einen Einblick über die unterschiedlichen Waldbesitzer und ihren Wald in Bayern gaben der Bayerische Waldbesitzerverband und neue Untersuchungen des Lehrstuhls für Forstpolitik und Forstgeschichte. Für die nächsten drei Tage standen Exkursionen in dem Bayerischen Alpenraum auf dem Programm. In den dortigen Wäldern wurden konkrete Maßnahmen wie Schutzwaldsanierung, Stabilisierung der Bergwälder durch Pflegemaßnahmen und Holzerzeugung diskutiert. In den Privatwäldern wurden Fördermöglichkeiten und die Unterstützung durch die örtlichen Forstämter vorgestellt.

Neben fachlichen Fragen interessierten sich die finnischen Forstleute auch für die Organisation der Forstverwaltung. Mit großem Interesse wurden die derzeit noch vorhandenen Forstämter als zentraler Ansprechpartner für alle waldbezogenen Fragen sowie die geplante Aufteilung in ein Forst-Unternehmen und eine Verwaltung diskutiert. Die vielen anschaulichen Beispiele und die fundierten Diskussionen waren für Gäste und Gastgeber eine echte Bereicherung. Die Europameister der Forstwirtschaft sind mit vielen wertvollen Eindrücken in die Heimat zurückgekehrt.


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