|
Aktuell
Chinas Interesse an Ökologie
Forstverwaltung Chinas an Lübecker Holz interessiert
hl-live.de , 20.10.05
Eine hochrangige 19-köpfige Delegation der staatlichen Forstverwaltung Chinas besucht zur Zeit Lübeck. Lutz Fähser, Leiter des Lübecker Forstamtes zeigte ihnen fachmännisch Teile von Lübecks 5.000 Hektar großen Stadtwald.
Hier wird seit zwölf Jahren das Konzept des "naturnahen" Waldes mit großem Erfolg betrieben. Lübecks Wald ist damit ein Vorzeigeobjekt bundesweit und wurde seit 1997 schon mehrfach prämiert. Wirtschaftliche Produktion hat ebensoviel Wert, wie der nachhaltige ökologische Faktor und der Erholungswert für die Bevölkerung. Auch Knuth Sturm, dessen Firma "Silva verde" die Hansestadt berät ist mit den Erfolgen zufrieden, wenngleich noch einige Verbesserungspotentiale bestehen. "Wir nehmen interessante Impulse mit, zur Gestaltung unserer Wälder", so Xiwu Zhang, Leiter der Delegation.
In China sind große Waldflächen von Umweltschäden befallen und insgeamt nur 20 % der Fläche Wälder. Dies soll in den nächsten 40 Jahren verbessert und die Fläche auf 30 % ausgeweitet werden. Interessiert war die Delegation auch am geschlagenen Holz, besonders den Eichen. So könnten sie sich vorstellen, Holz direkt aus Lübeck zu importieren. Die Möglichkeiten bestünden, erklärte Lutz Fähser, zumal auch anderweitig Holz exportiert werde. Innensenator Thorsten Geißler, der die Gäste im Lübecker Rathaus offiziell für die Stadt willkommen hieß, sieht hierin eine gute Möglichkeit für Lübecks Finanzen. Die chinesischen Gäste waren nicht nur an Wäldern und Holz interessiert, auch der verabreichte Lübecker Rotspon und das Marzipan fand Anklang.
Chinas Vize-Umweltminister warnt vor ökologischem Desaster
DIE ZEIT, 19.10.05
Hamburg (ots) - Der stellvertretende chinesische Umweltminister,
Pan Yue, warnt vor den Folgen von Raubbau und Umweltverschmutzung in
seinem Land. Ihn treibe die Sorge um, "China nicht zur Müllhalde der
Welt verkommen zu lassen", sagt Pan in einem Interview mit der ZEIT.
"China muss grüner werden", fordert der Politiker.
Laut Aussage des Vizeministers verschmutzt China sein Wasser wie
kein zweites Land der Erde. Beim Energieverbrauch liege China auf
Platz 2 und in punkto Saurer Regen auf Platz 3. Das rasante
Wirtschaftswachstum habe China zwar materiellen Reichtum gebracht.
Aber die Kosten seien so hoch, "dass wir uns diese Art des Wachstums
mit hohem Energieverbrauch und großer Verschmutzung nicht mehr
leisten können".
Pan kündigt an, dass China bei der Berechnung seines
Sozialprodukts in Zukunft auch die ökologischen Schäden
berücksichtigen wolle. Nach schon vorliegenden Schätzungen beliefen
sich die jährlichen Umweltschäden auf bis zu 13 Prozent des
Sozialprodukts. Langfristig würden die Umweltschäden sämtliche
Ergebnisse der wirtschaftlichen Entwicklung aufheben, so Pan. "Wir
stoßen an Grenzen - es sei denn, wir kümmern uns schleunigst nicht
nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität des Wachstums",
sagt der 45-jährige Politiker. Sonst bekäme nicht nur China ein
Problem, "sondern auch der Rest der Welt".
An seine Landsleute appelliert der Vizeminister "bescheiden" zu
leben. "Wer sich ein Luxusauto zulegt, wer feudale Bankette schmeißt
oder überall Golf spielen will, der trägt dazu bei, dass Chinas
Entwicklung fatal endet", so Pan in der ZEIT.
Das komplette Interview der ZEIT Nr. 43 vom 20. Oktober 2005
sendet DIE ZEIT Ihnen gerne zu.
» zurück
|