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Keine Ölbohrung in Alaska-Schutzgebiet

Donnerstag 10. November 2005, 17:26 Uhr

Bushs Ölbohrpläne in Alaska vorerst gescheitert

Washington (AP) Gegen den Willen von US-Präsident George W. Bush bleibt das Verbot von Ölbohrungen in einem Naturschutzgebiet in Alaska vorerst bestehen. Republikanische Führer im US-Repräsentantenhauses strichen die Pläne einer Öffnung des Gebiets am Mittwochabend aus dem Haushaltsentwurf. Sie wollten so verhindern, dass der gesamte Haushalt bei der für (den heutigen) Donnerstag erwarteten Abstimmung durchfällt. Auch andere Regionen an der Atlantik- und Pazifikküste, für die momentan ein Ölbohrmoratorium gilt, sollen weiter unangetastet bleiben.

Das Scheitern der Ölbohrungen in den Reservaten ist ein Sieg für Umweltschützer und ein herber Rückschlag für Bush. Die Bohrungen im Arctic National Wildlife Refuge sind ein Kernstück der energiepolitischen Pläne Bushs. Anlass für die überraschende Wendung war die Ankündigung von 25 moderaten Republikanern, gegen den Haushalt zu stimmen.

In einem Brief schrieben sie: «Anstatt den jahrzehntelangen Schutz für diese Gebiete aufzuheben, sollte der Fokus auf erneuerbare Energiequellen, alternative Brennstoffe und einen effizienteren und sparsameren Umgang mit Energie gelegt werden.» Gegner der Bohrungen erklären, das Öl in dem Naturreservat reiche ohnehin bei weitem nicht aus, um die Importquote entscheidend zu senken.

Im Repräsentantenhaus haben die Republikaner nur eine Mehrheit von 14 Stimmen. Dennoch kündigten mehrere republikanische Senatoren und Abgeordnete an, weiter für die Aufnahme des Öl-Artikels in den Haushalt kämpfen zu wollen. Sowohl der Senat als auch das Abgeordnetenhaus haben die Bohrungen in Alaska als Teil der übergeordneten Energiestrategie der Regierung mehrfach gebilligt.

Der Schritt der Republikaner, den Artikel quasi in letzter Minute zu kippen, ist nur eine von zahlreichen Niederlagen Bushs in der jüngsten Zeit. Auch sein Plan, die sozialen Sicherungssysteme zu reformieren, liegt im Kongress auf Eis. Unter Druck steht der Präsident auch wegen der steigenden Zahl amerikanischer Opfer im Irak, wegen der Untersuchungen über eine undichte Stelle in seiner Regierung, durch die eine CIA-Agentin enttarnt wurde, sowie den Rückzug von Harriet Miers, die Bush als Richterin für das Oberste Gericht vorgeschlagen hatte.

Das Arctic National Wildlife Refuge liegt im Nordosten von Alaska und ist das nördlichste Naturschutzgebiet der USA. Die rund 80.000 Quadratkilometer sind Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Fisch- und Säugetierarten - darunter Karibus, Moschusochsen, Bären und Wale. Unter dem Gebiet werden 10,5 Milliarden Barrel (das Fass zu 159 Liter) Öl vermutet. Umweltschützer kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Öffnung des von ihnen als «Serengeti Nordamerikas» bezeichneten Gebiets für Ölbohrungen.

1960 wurde das Gebiet vom damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower unter Schutz gestellt, um das einzigartige Ökosystem zu bewahren. Pläne, die Öl- und Gasvorkommen auszubeuten, scheiterten wiederholt, unter anderem in den 70er Jahren am damaligen Präsidenten Jimmy Carter, der das Schutzgebiet sogar vergrößerte, und in den 90er Jahren Jahren an Präsident Bill Clinton (...)


Freitag 11. November 2005, 00:29 Uhr

US-Demokraten begrüßen Aus für Ölbohrungen in Alaska-Naturreservat

Washington (AFP) - Führende Politiker der US-Demokraten haben das vorläufige Aus für ein umstrittenes Projekt zur Bohrung nach Erdöl und Erdgas in einem Naturschutzgebiet in Alaska begrüßt. "Damit werden die existierenden Moratorien für Öl- und Gasförderung an unseren Küsten beachtet", sagte die demokratische Senatorin Dianne Feinstein am Donnerstag. Die betroffene Region sei ein Paradies für Wildtiere, darunter Eisbären, Moschusochsen oder Karibus. Senator und Ex-Präsidentschaftskandidat John Kerry sagte, Bush und die Republikaner seien dabei gescheitert, genügend moderate Republikaner "einzuschüchtern", um das Projekt durch den Kongress zu bringen.


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