AktuellUmweltkatastrophe in China (3)
Freitag 25. November 2005, 18:01 Uhr Peking kündigt nach Chemieunfall Konsequenzen anPeking/Harbin (AP) Nach dem verheerenden Chemieunfall im Nordosten Chinas hat die Regierung am Freitag Konsequenzen für die lokalen Behörden angekündigt. Zuvor hatten die staatlichen Medien ungewöhnlich deutliche Kritik am Krisenmanagement in der Stadt Harbin geübt, wo seit Dienstag knapp vier Millionen Menschen ohne fließendes Wasser auskommen müssen. Die Vereinten Nationen boten Peking Unterstützung bei der Beseitigung des giftigen Benzols im Songhua-Fluss an, erhielten aber keine Antwort, wie Sprecher Wladimir Sacharow mitteilte.Die Regierung in Peking entsandte Ermittler in die Region um den verseuchten Songhua. Unter ihnen seien auch Offiziere, die für disziplinarische Bestrafungen zuständig seien, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der Unfall habe die gesamte Nation fassungslos gemacht, schrieb Xinhua. In einem Kommentar der Zeitung «Zhongguo Qingnian Bao» hieß es, «wenn Informationen nicht zeitnah, akkurat und transparent weitergegeben werden, so lässt das Raum für Gerüchte». Damit die Einwohner in Harbin nicht mit dem vergifteten Wasser in Berührung kommen sollten, stellten die Behörden das Wasser ab, informierten die Menschen aber zunächst nicht über das Unglück. Die Zeitung «Xin Jing Bao» forderte die Regierung auf, aus dem Ausbruch der gefährlichen Lungenkrankheit Sars Ende 2002 eine Lehre zu ziehen. Damals geriet Peking international in die Kritik, weil es Informationen zurückgehalten hatte. «Während der Sars-Epidemie brachte die Veröffentlichung der Informationen den Wendepunkt», schrieb das Blatt. Die verantwortliche Ölfirma CNPC entschuldigte sich am Freitag bei den Menschen in Harbin. Nach Angaben von Behörden sollte die Wasserversorgung vermutlich erst am Montag wiederhergestellt sein. Das staatliche Fernsehen berichtete, zur Säuberung des Flusses solle Aktivkohle eingesetzt werden. 1.200 Tonnen davon trafen laut Xinhua bereits in Harbin ein. Nach der Explosion am 13. November war tonnenweise Benzol in den Fluss gelaufen, das zu schweren Vergiftungen führen und Leukämie auslösen kann. Am Donnerstag hatte ein 80 Kilometer langer Benzol-Teppich die im äußersten Nordosten liegende Stadt Harbin erreicht. Die Behörden organisierten Wasser-Lieferungen und kündigten den Bau von 100 neuen Brunnen an. Die Benzol-Konzentration im Songhua ging Xinhua zufolge in den vergangenen Tagen stetig zurück, war jedoch immer noch 17 Mal so hoch wie nach den Standards akzeptabel. Im benachbarten Russland wuchs die Furcht vor dem Gift, das langsam flussabwärts trieb. Das Benzol werde vermutlich Ende kommender Woche die Grenzstadt Chabarowsk erreichen, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den Wetterdienst Rosgidromet. Bis dahin werde die Konzentration vermutlich unter die maximal zulässige Menge sinken. In der Stadt Leninskoje weiter flussaufwärts könnten dagegen noch Werte gemessen werden, die zwei Mal über dem zulässigen Niveau liegen. Die Einwohner von Chabarowsk deckten sich mit Mineralwasser ein. Mehrere hundert Kilometer von Harbin entfernt explodierte unterdessen zum zweiten Mal binnen zwei Wochen eine Chemiefabrik. Bei dem Unglück in der südwestchinesischen Region Chongqing kam am Donnerstag ein Mensch ums Leben. Schulen wurden geschlossen, tausende Menschen evakuiert. Die Behörden schlossen nicht aus, dass ebenfalls Benzol austrat. Die Katastrophen werfen ein Schlaglicht auf die Umweltschäden, die durch die boomende chinesische Wirtschaft entstehen. Immer wieder wird die chinesische Regierung kritisiert, nicht energisch genug für die Einhaltung zentraler Umweltstandards zu sorgen. Freitag 25. November 2005, 13:23 Uhr China: Kritik an Vertuschung von UmweltkatastrophePeking (dpa) - Die Vertuschung der Umweltkatastrophe in China hat eine Welle der Kritik und Empörung ausgelöst. Die verheerenden Auswirkungen des Chemieunglücks vor fast zwei Wochen im Nordosten des Landes wurden am Freitag immer deutlicher.Die Behörden räumten ein, dass schon vor der Bedrohung der Millionenstadt Harbin durch den Giftteppich auf dem Fluss Songhua weit mehr als 100 000 Einwohner einer flussaufwärts gelegenen Stadt sechs Tage ohne Leitungswasser auskommen mussten. Ungewöhnlich scharf kritisierten die staatlich kontrollierten Medien, dass die Provinzregierung von Jilin und der große staatliche Ölkonzern China National Petroleum Corporation (CNPC) als Betreiber des Chemiewerks nach dem Unglück am 13. November «die Wahrheit verschwiegen haben». Die Zentralregierung entsandte eine Arbeitsgruppe verschiedener Ministerien zur Untersuchung. In Kommentaren wurde auch Zweifel daran laut, wie die Regierung in Peking ihrer Aufsichtspflicht nachkommt. Kritisch wurden die Aktivitäten der wachsenden Chemieindustrie und die Macht des Ölriesen CNPC beäugt, der laut Presseberichten noch Anfang der Woche bestritten hatte, etwas mit der Verunreinigung des Wassers zu tun gehabt zu haben. «Das Unternehmen wusste sehr genau über die Verschmutzung und die möglichen Konsequenzen Bescheid, aber wollte es als Geheimnis für sich behalten», kommentierte die «China Daily». Die Provinzführer und das Unternehmen hätten sich zwar dann für die Umweltverschmutzung entschuldigt, aber nicht dafür, die Wahrheit vertuscht zu haben, bemängelte das Blatt. In der Stadt Songyuan, die etwa auf halbem Weg zwischen dem Unglücksort Jilin und der Stadt Harbin liegt, musste die Wasserversorgung schon von Freitag bis Mittwoch unterbrochen werden, räumte ein Sprecher der Stadtregierung ein. Niemand habe aber Vergiftungen durch das Benzol und Nitrobenzol erlitten, beteuerte er. Nach der Explosion in der Chemiefabrik war das Flusswasser auf 80 Kilometer verschmutzt worden. Doch wurde die Umweltkatastrophe bis Dienstag vertuscht, als längst das Wasser in Songyuan abgestellt war. Die Konzentrationen von Nitrobenzol erreichten in Harbin das 33fache der zulässigen Grenzwerte, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Im Stadtgebiet mit seinen fast vier Millionen Einwohnern ist das Wasser seit zwei Tagen abgestellt. Mehr als 1000 Tonnen Aktivkohle sollen am Freitagabend mit Lastwagen aus zwei Nachbarprovinzen nach Harbin transportiert werden, um das Leitungswasser reinigen zu können. In den Wasserwerken, wo bereits das Militär eingesetzt wurde, soll der poröse Kohlenstoff das Wasser filtern und aufbereiten. Aktivkohle kann wegen ihrer großen spezifischen Oberfläche Schadstoffe aufnehmen und wird häufig zur Reinigung von Industrieabwässern benutzt. Die Stadt hat aber bislang bei weitem nicht genug Aktivkohle. Doch soll am Sonntag die Wasserversorgung wieder aufgenommen werden. Es wurde allerdings gewarnt, dass das Leitungswasser anfangs nicht als Trinkwasser benutzt werden könne, bis alle Ablagerungen ausgespült seien. In Russland wuchs die Angst vor der Giftkatastrophe, da Songhua an der Grenze in den Strom Amur fließt. Der Giftteppich fließt langsam auf die Stadt Chabarowsk im russischen Fernen Osten zu. Nach Hamsterkäufen gab es erste Engpässe bei Trinkwasser. Freitag 25. November 2005, 15:24 Uhr Greenpeace befürchtet Langzeitfolgen bei Umweltkatastrophe in ChinaBerlin (dpa) - Nach dem Chemieunfall in China rechnet Greenpeace mit Langzeitfolgen für die Umwelt. Möglicherweise sei das Grundwasser betroffen, sagte Chemieexpertin Ulrike Kallee der dpa. Dort könnten Chemikalien wie Benzol Monate lang bleiben. Dann gebe es erste Probleme bei der Trinkwasserversorgung. Die Vertuschung der Umweltkatastrophe hatte in China eine Welle der Kritik und Empörung ausgelöst - sogar bei den staatlich kontrollierten Medien. Die Zentralregierung entsandte eine Expertengruppe zur Untersuchung.Erneut chinesische Chemiefabrik explodiertVon Michael Richter, 25.11.05Am Donnerstagmorgen hat sich im Südwesten Chinas eine schwere Explosion in einer Chemiefabrik ereignet. Es handelt sich um den zweiten Unglücksfall dieser Art in China innerhalb von elf Tagen. Ein Mensch soll ums Leben gekommen und zwei weitere schwer verletzt worden sein. Über zehntausend Anwohner mussten evakuiert werden. Erneut ist Benzen (früher Benzol genannt) ausgetreten. Über dem Explosionsort breitete sich eine gelbe Wolke aus, die starken Hustenreiz verursachte. Das Unglück soll sich ereignet haben, als Arbeiter zwei flüssige Chemikalien verrührten. Währenddessen treibt eine Benzenfracht im nordostchinesischen Songhua-Fluss auf Ostrussland zu. Sie stammt von einer Explosionserie am 13. November in dem riesigen Chemiekomplex Jilin. Experten schätzen, dass das Wasser und das mitgeführte Sediment des Flusses auf rund 80 Kilometer Länge mit 100 Tonnen der Krebs erregenden Substanz verseucht sind. Der Songhua mündet in den Grenzfluss Armur. Am Sonntag soll die gefährliche Fracht die Großstadt Chabarowsk auf der russischen Seite erreichen. Am Freitag teilte der Kreml in Moskau mit, Notfallmaßnahmen zum Schutze der dortigen Bevölkerung in die Wege zu leiten. Hauptproblem, wie zuvor auch in den betroffenen chinesischen Gebieten, ist die Wasserversorgung, die für mehrere Tage abgestellt werden muss. An die Menschen soll abgefülltes Mineralwasser verteilt werden. In Moskau mehren sich die Stimmen, die Schadenersatz von China fordern. Das Problem dürfte nicht von kurzer Dauer sein. Es wird damit gerechnet, dass vom benzenverseuchten Schlick lange Zeit Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt ausgehen. Erwartet wird eine Verseuchung der Nahrungskette. Greenpeace und andere Umweltschützer fordern deshalb von den Behörden einen entsprechenden Schutz der Bevölkerung. "Zunächst muss eine umfassende Analyse der Umweltfolgeschäden der Verseuchung erstellt werden," fordert Kevin May, Chemieexperte bei Greenpeace China. "Mit den Erkenntnissen kann dann ein Plan entworfen werden, wie die effektive Reinigung und Sanierung auszusehen hat." Freitag 25. November 2005, 14:09 Uhr Infobox: BenzolFrankfurt/Main (AP) Nach einem Chemieunfall im Nordosten Chinas ist der Fluss Songhua mit Benzol belastet. Benzol (auch: Benzen) ist eine farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch. Der Stoff ist der einfachste und zugleich bekannteste Vertreter der aromatischen Kohlenwasserstoffe. Unter Normalbedingungen ist Benzol brennbar, chemisch stabil und in Wasser mäßig löslich.Benzol ist Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Produkten wie Kunststoffe, Harze, Pflanzenschutzmittel, Farbstoffe oder Waschmittel. Es entsteht bei der Raffination von Erdöl und ist auch im Benzin enthalten. Bei schweren Vergiftungen kann es zu Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und anderen schweren Symptomen kommen. In Studien wurde ein eindeutiger Zusammenhang mit der Entstehung von Leukämien nachgewiesen. Samstag 26. November 2005, 11:30 Uhr Chinas Ministerpräsident in Harbin eingetroffenHarbin (AFP) - Begleitet von wachsender Kritik an der Vertuschungspolitik der Behörden ist der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao in der von einem Chemieunglück betroffenen Stadt Harbin eingetroffen. Wen wollte sich vor Ort ein Bild vom Krisenmanagement der Behörden machen, die die Öffentlichkeit erst nach zehntägiger Verzögerung von der Verseuchung des Flusses Songhua durch ein Unglück in einer Chemiefabrik unterrichtet hatten.Beim Besuch in einem Wasserwerk forderte er die Mitarbeiter auf, die Versorgung der Millionenstadt mit "sicherem und trinkbarem Wasser zu garantieren". Eine weitere Unterbrechung der Versorgung mit Leitungswasser könnten sich die Behörden "nicht erlauben". Ein Sprecher der städtischen Umweltbehörde kündigte an, ab Sonntag werde das Leitungswasser für die 3,8 Millionen Menschen in Harbin nach fünf Tagen Unterbrechung wieder fließen. Der Teppich aus giftigem Benzol und Nitrobenzol, der seit Tagen auf dem Songhua durch Harbin treibt, werde die Stadt im Laufe des Tages komplett passiert haben. Der Benzolwert habe am Morgen nur noch das Doppelte des nationalen Grenzwerts betragen. Am Vortag lag er noch 33 Mal höher als erlaubt. Behördenangaben zufolge wird sich die Giftkonzentration auf dem Weg flussabwärts wegen der Wasserzufuhr aus Nebenflüssen weiter verringern. Vor Wens Ankunft hatte die Regierung in Peking eine Untersuchungskommission nach Harbin entsandt. Sie soll herausfinden, warum die Behörden erst am Mittwoch, zehn Tage nach dem Chemieunglück, die Öffentlichkeit über die Verseuchung des Flusses informierten. Erste "Bestrafungen für unverantwortliches Handeln" seien bereits "auf dem Weg", berichtete die staatliche Agentur Xinhua. Eine Zeitung in Harbin berichtete, die Behörden in der Nachbarprovinz Jilin, wo das Unglück passierte, hätten sich vor jeglicher Verantwortung gedrückt. Die Zeitung zitierte einen Vertreter der Umweltbehörde von Jilin mit der Aussage, dass "das Recht zu öffentlichen Stellungnahmen in solchen Fällen nicht bei uns liegt, sondern beim Propagandabüro" der Kommunistischen Partei. Samstag 26. November 2005, 14:45 Uhr China entschuldigt sich für ChemieunfallHarbin (AP) China hat sich beim Nachbarn Russland für die möglichen Folgen des Chemieunfalls im Nordosten des Landes entschuldigt. Das staatliche Fernsehen berichtete am Samstag über ein Treffen des chinesischen Außenministers Li Zhaoxing mit dem russischen Botschafter Sergej Rassow. Der Minister habe sein Bedauern über die möglichen Konsequenzen für das russische Volk flussabwärts zum Ausdruck gebracht, hieß es.Rassow forderte die Regierung in Peking auf, alle Informationen über die Verseuchung des Flusses Songhua offenzulegen, wie die Nachrichtenagenturen ITAR-TASS und RIA Nowosti berichteten. Die Reaktion auf das Unglück hätte effektiver verlaufen können, wenn China Russland früher informiert hätten, sagte der Botschafter. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao besuchte am Samstag überraschend die Großstadt Harbin, wo seit Dienstag knapp vier Millionen Menschen ohne fließendes Wasser auskommen müssen. Wen dankte Soldaten für ihren Einsatz in den letzten Tagen. Sein Besuch wurde auch als Warnung für die lokalen Behörden verstanden, die wegen ihrer Informationspolitik und ihrem Krisenmanagement massiv in die Kritik geraten waren. Ermittler untersuchten am Samstag die Chemiefabrik, die am 13. November explodierte. Nach Regierungsangaben flossen rund 100 Tonnen giftiges Benzol in den Songhua. Die Regierung hatte am Freitag erklärt, die Verantwortlichen würden bestraft. Die Wasserversorgung in Harbin soll erst am Sonntagabend (Ortszeit) wieder aufgenommen werden, einen Tag später als zunächst geplant. Der Songhua fließt in den Heilong, der hinter der russischen Grenze zum Amur wird und die Stadt Chabarowsk erreicht. Dort richteten sich die Menschen bereits auf eine Wasserknappheit ein. Samstag 26. November 2005, 17:17 Uhr Trinkwasser in Harbin soll Sonntag wieder fließenHarbin (AFP) - Die Trinkwasserversorgung in der von einem Chemieunglück betroffenen chinesischen Stadt Harbin soll ab Sonntag wieder gesichert sein. Der Teppich aus giftigem Benzol und Nitrobenzol, der seit Tagen auf dem Fluss Songhua durch Harbin treibt, werde die Stadt bis dahin komplett passiert haben, sagte ein Sprecher der städtischen Umweltbehörde. Begleitet von wachsender Kritik an der Vertuschungspolitik der Behörden besuchte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao die Unglücksregion.Die Umweltbehörde von Harbin kündigte an, das Leitungswasser für die 3,8 Millionen Einwohner der Stadt werde am Sonntag nach einer fünftägigen Unterbrechung wieder fließen. Der Benzolwert des Songhua habe am Samstagmorgen nur noch das Doppelte des nationalen Grenzwerts betragen. Am Vortag lag er noch 33 Mal höher als erlaubt. Der Behörde zufolge wird sich die Konzentration des krebserregenden Gifts auf dem Weg flussabwärts wegen der Wasserzufuhr aus Nebenflüssen weiter verringern. Wen machte sich vor Ort ein Bild vom Krisenmanagement der Behörden, welche die Öffentlichkeit erst nach zehntägiger Verzögerung von der Verseuchung des Songhua durch eine Explosion in einer Chemiefabrik unterrichtet hatten. Beim Besuch in einem Wasserwerk forderte der Ministerpräsident die Mitarbeiter auf, die Versorgung der Millionenstadt mit "sicherem und trinkbarem Wasser zu garantieren". Eine weitere Unterbrechung der Versorgung mit Leitungswasser könnten sich die Behörden "nicht erlauben". Vor Wens Ankunft hatte die Regierung in Peking eine Untersuchungskommission nach Harbin entsandt. Sie soll herausfinden, warum die Behörden erst am Mittwoch, zehn Tage nach dem Chemieunglück, die Öffentlichkeit über die Verseuchung des Flusses informierten. Eine Zeitung in Harbin berichtet, die Behörden in der Nachbarprovinz Jilin, wo das Unglück passierte, hätten sich vor jeglicher Verantwortung gedrückt. Weil der Benzolteppich nun auf Russland zutreibt, kündigte die Regierung in Moskau Schritte zum Schutz der Bevölkerung an. Zuvor hatte sie bereits einen Krisenstab eingerichtet. Der für Freitag angekündigte Ausnahmezustand wurde zunächst jedoch nicht verhängt. China entschuldigte sich bei dem Nachbarland für die Verschmutzung und informierte auch die UN-Umweltbehörden über das Unglück. » zurück |
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