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Benzol erreicht Russland (2)
Dienstag 29. November 2005, 12:21 Uhr
WWF befürchtet ökologische Katastrophe am Amur
Moskau/Harbin (AP) Nach dem Passieren der Millionenstadt Harbin im Nordosten Chinas ist das mit Benzol verseuchte Wasser des Songhua unaufhaltsam in Richtung Russland weiter geflossen. In wenigen Tagen dürfte es den Grenzfluss Amur erreichen. Die russische Sektion der Umweltstiftung WWF sprach am Dienstag von der Gefahr einer ökologischen Katastrophe. Es drohe ein Massensterben von Fischen, warnte WWF-Sprecher Ilja Mitassow, zumal das Giftwasser schließlich auch ins Ochotskische Meer gelangen werde.
Der Amur sei schon jetzt stark verseucht, sagte Mitassow. Das zufließende Wasser des Songhua werde diesen Zustand also weiter verschlimmern. Aufzuhalten sei die Katastrophe nur rein theoretisch: Man müsste die Wassertemperatur auf etwa 20 Grad Celsius bringen, damit das Benzol verdampfen könne. Dies sei jedoch angesichts des einsetzenden Winters unmöglich, zumal schon jetzt Eisschollen auf dem Fluss trieben. Die russischen Behörden versuchten derweil, die Bedrohung herunterzuspielen.
In Harbin können die Einwohner inzwischen wieder Wasser aus dem Hahn trinken, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung am Dienstagmorgen im Lokalfernsehen betonte. Die Wasserversorgung in Harbin war eine Woche zuvor abgestellt worden, weil sie sich aus dem Songhua speist. Ursache der Wasserverschmutzung war ein Chemieunfall flussaufwärts bei Jilin am 13. November.
Dienstag 29. November 2005, 14:14 Uhr
Schulen in chinesischer Stadt Harbin öffnen wieder
Peking/Chabarowsk (AFP) - Nach der schweren Benzol-Verseuchung des Songhua-Flusses im Nordosten Chinas sind die Schulen in der besonders betroffenen Millionenstadt Harbin seit Dienstag wieder geöffnet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua kehrten rund 400.000 Kinder und Jugendliche in den Unterricht zurück. Die Schulen hatten zuvor von den Behörden die Weisung bekommen, Trinkwasser zu kaufen oder die Schüler Wasser von zu Hause mitbringen zu lassen.
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