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Niederlage für Anti-Evolutions-Unterricht (erweitert)
Dienstag 20. Dezember 2005, 17:51 Uhr
USA: Alternativunterricht zu Evolutionstheorie verfassungswidrig
Washington (AFP) - Im Streit um die von Charles Darwin begründete Evolutionstheorie in den USA hat ein Gericht in Pennsylvania den Religiös-Konservativen eine Niederlage bereitet. Es sei verfassungswidrig, die Lehre vom "Intelligenten Design" als Alternative zur Evolutionstheorie an einer öffentlichen Schule zu unterrichten, urteilte der Richter John Jones am Dienstag. Die Schulbehörde von Dover in Pennsylvania hatte angeordnet, dass die Lehre vom "Intelligenten Design" im Biologieunterricht gelehrt werden müsse.
Dienstag 20. Dezember 2005, 17:53 Uhr
«Intelligent Design» erleidet Niederlage vor Gericht
Harrisburg/USA (AP) Die umstrittene Lehre vom «intelligent Design» hat vor einem amerikanischen Bundesgericht eine Niederlage erlitten. Der Richter urteilte am Dienstag in Harrisburg in Pennsylvania, das «intelligente Design» dürfe nicht im Biologie-Unterricht erwähnt werden. Der Schulbezirk Dover Area habe mit der Anordnung, die Lehre als Alternative zur Darwinschen Evolutionstheorie zu vermitteln, gegen die Verfassung verstoßen.
Acht Familien hatten die Schulbehörde verklagt, weil ihren Kindern vor der Vermittlung der Darwinschen Evolutionstheorie erklärt wird, eine höhere Macht habe das Leben auf der Erde geschaffen. Die Eltern sahen darin einen Verstoß der Trennung von Kirche und Staat. Richter John Jones erklärte in der Urteilsbegründung, es sei erstaunlich, dass mehrere Mitglieder des Schulrats stolz ihren Glauben in der Öffentlichkeit verkündeten, sich aber nicht scheuten zu lügen.
Die Kläger hatten angeführt, das «intelligente Design» sei nur eine neue Verpackung für den Kreationismus, der nach Entscheidung mehrerer Gerichte an öffentlichen Schulen nicht unterrichtet werden darf. Die Befürworter erklärten dagegen, ihnen gehe es nur um eine Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts.
Kritiker sprechen der Lehre vom «intelligenten Design» des Menschen jede wissenschaftliche Grundlage ab. Ihrer Meinung nach handelt es sich um Kreationismus, also eine wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte. In den landesweit geführten Streit hatte sich auch US-Präsident George W. Bush eingeschaltet und die Schulen aufgefordert, beide Konzepte zu vermitteln.
Mittwoch 21. Dezember 2005, 14:57 Uhr
Niederlage für Darwin-Gegner an US-Schulen
Washington (dpa) - Im Streit um Darwins Evolutionstheorie an US-Schulen hat am Dienstag ein Richter im Bundesstaat Pennsylvania die Vermittlung eines alternativen Konzepts untersagt.
In dem mit Spannung erwarteten Urteil beschied Richter John Jones, dass die als «Intelligentes Design» propagierte Theorie über die Entstehung des Lebens durch ein höheres Wesen keinen Platz im Biologie-Unterricht habe.
Ein Schulbezirk in Dover hatte die Theorie im vergangenen Jahr in den Lehrplan für 14-Jährige genommen. Danach sollten die Biologielehrer einen Text vorlesen, der die Evolutionslehre nach Charles Darwin (1809-82) als unbewiesene Theorie bezeichnet und den Schülern nahe legt, dass das Leben auf der Erde auch von einer höheren Macht geschaffen worden sein könnte. Eltern hatten dagegen geklagt.
Richter Jones warf den Verfechtern der Design-Theorie vor, sie hätten die religiösen Hintergründe ihrer Kampagne verschleiert. Mitglieder des Schulrates hatten mehrfach öffentlich tief religiöse Überzeugungen geäußert. Sie waren im November, kurz nach Ende der Anhörung in dem Prozess, abgewählt worden oder zurückgetreten.
US-Gerichte hatten bereits früher entschieden, dass «Kreationismus» - die wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte - im Schulunterricht nichts zu suchen habe. Das verstoße gegen die von der Verfassung garantierte Trennung von Staat und Kirche. So äußerte sich auch Richter Jones: «Wir kommen zu dem Schluss, dass es gegen die Verfassung verstößt, "Intelligentes Design" in einer Wissenschaftsschulstunde an einer öffentlichen Schule als Alternative zur Evolution zu unterrichten.»
Verfechter des Design-Konzepts hatten aktiv nach einem Schulbezirk gesucht, der die Lehre ins Programm heben würde und es gezielt auf einen Prozess angelegt. Sie strebten eine gerichtliche Anerkennung an. In zahlreichen US-Bundesstaaten haben Schulbehörden bereits Aufkleber auf Biologiebüchern angeordnet, in denen die Evolutionslehre in Zweifel gezogen wird. Der Prozess in Pennsylvania war aber der erste seiner Art im Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Design-Theorie. Präsident George W. Bush, nach eigenem Bekunden ein tief religiöser Christ, hatte sich dafür ausgesprochen, Schüler auch über «Intelligentes Design» zu unterrichten.
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