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Aktuell
Maßnahmen gegen Benzol-Teppich
Dienstag 20. Dezember 2005, 17:56 Uhr
Russische und chinesische Arbeiter bauen Schutzwall gegen Chemiegift
Chabarowsk (AFP) - Tausende Arbeiter in der Großstadt Chabarowsk im russischen Fernen Osten haben in der Nacht zum Mittwoch versucht, mit Sandsäcken eine Barriere gegen den nahenden Benzolteppich auf dem Fluss Amur zu errichten. Die örtlichen Behörden versicherten, die Arbeiten würden rechtzeitig abgeschlossen sein, bevor das aus China stammende Benzol die 600.000-Einwohner-Stadt Chabarowsk erreichen werde. Die Arbeiter schichteten Sandsäcke zu einem Schutzwall auf. Unterstützt wurden sie von zwei russischen Militärhubschraubern und 200 Lastwagen.
Dienstag 20. Dezember 2005, 20:53 Uhr
Giftwelle kurz vor russischer Stadt Chabarowsk
Chabarowsk/Russland (AP) Angesichts der herannahenden Giftwelle auf dem Amur haben sich die Bewohner der russischen Stadt Chabarowsk am Dienstag mit Wasservorräten eingedeckt. Gouverneur Viktor Ischajew erklärte, die Versorgung mit warmem Wasser müsse möglicherweise für bis zu sieben Tage eingestellt werden, die mit kaltem Wasser für drei Tage. Am Dienstagabend war das Gift aus einer chinesischen Chemieanlage noch rund 70 Kilometer von der Stadt im äußerten Osten des Landes entfernt.
«Wir hoffen, dass wir mit der Situation umgehen können, aber wir müssen uns auf eine Unterbrechung der Wasserversorgung einstellen», sagte der Gouverneur. Die meisten Wohnungen in Chabarowsk werden mit Warmwasser beheizt. Tagsüber liegen die Temperaturen in der Stadt derzeit bei minus 20 Grad. Die Behörden erklärten, sie müssten möglicherweise das zentrale Heizsystem abschalten, damit kein Gift in die Leitungen gelange. Das kontaminierte Wasser wurde am (morgigen) Mittwoch in Chabarowsk erwartet.
In Moskau betonte der russische Außenminister Sergej Lawrow, alle notwendigen Maßnahmen seien eingeleitet worden. Es bestehe keine Gefahr für die Bewohner der Region, sagte er vor Journalisten. China hatte einen provisorischen Damm errichtet, um Chabarowsk so weit wie möglich vor der Giftwelle zu schützen. Abgesperrt wurde ein Kanal zwischen dem Heilong, dem Grenzfluss zwischen China und Russland, und dem Fluss Wusuli, aus dem die Bewohner von Chabarowsk ebenfalls Wasser beziehen. China kam für die Kosten auf.
Die Umweltkatastrophe im äußersten Nordosten Chinas wurde am 13. November von einer Explosion im Chemiewerk von Jilin ausgelöst. Damals gelangten rund 100 Tonnen Benzol und andere Giftstoffe in den Fluss Songhua, der in den Heilong fließt.
Unterdessen wurde aus der Provinz Guangdong ein ähnliches Unglück gemeldet. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Dienstag, die Bewohner der Stadt Yingde seien zu größter Vorsicht aufgerufen, weil das Wasser des Flusses Beijiang kontaminiert sei. Auslöser des Unglücks sei eine Schmelzhütte, die sehr viel Abwasser in den Fluss geleitet habe. Der Kadmium-Gehalt des Flusswassers sei zehn Mal so hoch wie erlaubt, berichtete Xinhua. Die Schmelzhütte habe ihren Betrieb inzwischen eingestellt.
Montag 19. Dezember 2005, 19:25 Uhr
Russische Behörden: Keine Gefahr durch Chemiegift aus China
Wladiwostok (AFP) - Rund einen Monat nach dem Chemieunglück am chinesischen Fluss Songhua haben die Behörden in den flussabwärts gelegenen Gebieten Russlands Entwarnung gegeben. Die Giftwerte im Fluss Amur seien konstant niedrig, gab das Katastrophenschutzministerium am Montag bekannt. Dies betreffe den Giftstoff Benzol, von dem hundert Tonnen in den Songhua geraten war. Der weniger giftige Stoff Nitrobenzol habe die offiziellen Grenzwerte bei einer Probe um fünf Prozent überstiegen. Der Giftteppich erstrecke sich derzeit über 190 Kilometer auf russischem Territorium. Am Mittwoch soll er die 600.000-Einwohner-Stadt Chabarowsk erreichen.
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