AktuellUmweltkatastrophen in China
Donnerstag 22. Dezember 2005, 12:31 Uhr Alarmzustand in chinesischer Provinz KantonPeking (AP) Die Umweltkatastrophen in China weiten sich aus. Die südliche Metropole Guangzhou wurde am Donnerstag von der Pekinger Regierung angewiesen, einen Notplan für die Trinkwasserversorgung aufzustellen. In der umliegenden Provinz Guangdong (Kanton) führte der Kadmium-Teppich auf dem Fluss Bei bereits zur Abschaltung von Wasserwerken. Im äußersten Nordosten Chinas erreichte das giftige Benzol auf dem Heilong beziehungsweise Amur unterdessen die Stadt Chabarowsk jenseits der Grenze in Russland.In Yingde nördlich von Guangzhou wurde die Trinkwasserversorgung aus dem Bei laut Xinhua am späten Mittwochabend abgestellt. Rund 100.000 Einwohner bezogen ihr Wasser daraufhin aus einem Reservebecken. Am Dienstag gab es bereits im weiter nördlich gelegenen Shaoguan eine achtstündige Unterbrechung der Wasserlieferungen. In dieser Stadt war das giftige Kadmium nach einem Unfall in einem örtlichen Hüttenwerk in den Bei gelangt. In der russischen Grenzstadt Chabarowsk war vorerst keine Abschaltung der Wasserversorgung geplant, wie eine Sprecherin der Kommunalverwaltung mitteilte. Dort hatten die Behörden gut fünf Wochen Zeit, sich auf die Ankunft der Giftwelle aus China vorzubereiten. In den Amur wurden zahlreiche Kohlefilter eingebaut, so dass die Benzolkonzentration zunächst noch gering war. Der Giftstoff war vor gut fünf Wochen bei einem Chemieunfall im chinesischen Jilin in den Fluss Songhua gelangt, der in den Amur fließt. Freitag 23. Dezember 2005, 13:17 Uhr Damm stoppt Gift in SüdchinaPeking (AP) Zum Schutz der chinesischen Millionenstadt Guangzhou vor einem Giftteppich auf dem Fluss Bei hat die Regierung einen Staudamm vorübergehend geschlossen. Wie die Behörden am Freitag erklärten, soll dies verhindern, dass das Kadmium in Richtung der sieben Millionen Einwohner zählenden Metropole Guangzhou fließt. Ein weiterer Damm etwas flussabwärts sollte ebenfalls geschlossen werden.Die Behörden hoffen, das Gift in dem Wasser verdünnen zu können. Das giftige Kadmium war nach einem Unfall in einem Hüttenwerk in den Bei gelangt. Der Geschäftsführer des Hüttenwerks wurde entlassen, wie die lokale Kommunistische Partei erklärte. 14 ähnliche Anlagen hätten ihren Betrieb eingestellt, während die Sicherheitsvorkehrungen überprüft würden. Die Behörden in Guangzhou erklärte, das Leitungswasser sei sauber und könne bedenkenlos getrunken werden. Es war die zweite Umweltkatastrophe in China in sechs Wochen. Zuvor war hochgiftiges Benzol in den Fluss Songhua gelangt, der in den Amur fließt. Das Benzol erreichte am Donnerstag die russische Grenzstadt Chabarowsk. Die Einwohner dort trauten den Angaben der Behörden nicht, wonach das Leitungswasser sauber sei. Viele lagerten Mineralwasser in Flaschen und Eimern. Ein Gesandter des Kremls, der am Freitag die Region besuchte, sagte, das Wasser sei nicht kontaminiert und könne getrunken werden. Freitag 23. Dezember 2005, 15:34 Uhr Chinesische Behörden behandeln vergifteten Fluss mit ChemikalienPeking (AFP) - Nach der Verunreinigung des Flusses Beijiang in der südchinesischen Provinz Guandong mit krebserregendem Cadmium haben die Behörden am Freitag Chemikalien zur Bekämpfung des Gifts in den Fluss geschüttet. Verschiedenen Medienberichten zufolge wurde das Wasser mit Mitteln behandelt, die die Schadstoffe neutralisieren sollen. Von offizieller Seite hieß es, die Wasserqualität habe sich bereits verbessert. Zehntausende Menschen in mehreren Städten waren während der vergangenen Woche von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten, nachdem das Cadmium aus einer Schmelzhütte in der Nähe der Großstädte Kanton und Foshan in den Fluss gelangt war.» zurück |
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