Aktuell


Umweltverschmutzung in China

Dienstag 22. Mai 2007, 17:11 Uhr

China bekommt Umweltprobleme nicht in den Griff

(AFP) - Trotz hehrer Ziele bekommt China seine Umweltprobleme nicht in den Griff: Einem am Dienstag veröffentlichten Regierungsbericht zufolge haben sich die Umweltprobleme in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter verschlechtert. Die Trinkwasserqualität sinke, weil Seen und Flüsse immer stärker verschmutzt seien. Wiederholt hatte die chinesische Staatsführung in der Vergangenheit Politik und Industrie dazu aufgefordert, nicht nur auf ökonomisches Wachstum zu setzen, sondern auch ökologische Überlegungen anzustellen.


Montag 21. Mai 2007, 14:27 Uhr

Umwelt-Dreck: Krebs in China häufigste Todesursache

Peking/Heidelberg (dpa) - Massive Umweltverschmutzung in China hat Krebs zur häufigsten Todesursache in städtischen Gebieten gemacht. Die stark zunehmenden Schadstoffe in Luft und Wasser sowie der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und Zusätzen in der Nahrung seien die Hauptursachen für die rasant steigenden Krebserkrankungen.

Das ergab nach Angaben der «China Daily» vom Montag eine Untersuchung in 30 Städten und 78 Landkreisen. Die Krebsfälle in den Städten seien 2006 um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, berichtete der China News Service.

«Viele chemische und industrielle Betriebe sind entlang der Flüsse gebaut, um ihre Abfälle einfach ins Wasser kippen zu können», kritisierte Chen Zhizhou vom Krebsinstitut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. «Auch der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden verschmutzt das Grundwasser.» Die Schadstoffe im Wasser gingen direkt in die Böden, die Ernte und landeten letztendlich auf den Tischen der Verbraucher. Die Untersuchung kritisierte ferner den Einsatz von Futterzusätzen durch Bauern, damit das Vieh schneller wächst.

Als Hauptgrund für Lungenkrebs wurde in der Untersuchung die schlimme Luftverschmutzung genannt. Ferner seien große Mengen von Formaldehyd und andere Chemikalien, die bei Renovierungen oder in der Möbelherstellung eingesetzt werden, weitere Ursachen für die hohen Krebsraten, hieß es laut «China Daily» in der Untersuchung.

Der Epidemiologe vom Deutschen Krebsforschungszentrum, Prof. Nikolaus Becker, wies auf Anfrage auf Unterschiede zwischen chinesischen und westlichen Städten hin. «In westlichen Ländern ist ein Effekt der Luftverschmutzung auf die Lungenkrebssterblichkeit nicht nachweisbar», sagte Becker. Nur für die damals extrem verschmutzte osteuropäische Stadt Krakau habe eine ältere Untersuchung einen solchen Zusammenhang aufgedeckt. Einen Unterschied gebe es jedoch durch das andere Rauchverhalten vor 20 bis 40 Jahren. Damals sei in den Städten viel mehr geraucht worden, was sich heute auf die Lungenkrebs-Sterberate auswirke. Auch in China sei es denkbar, dass das Rauchverhalten zusätzlich eine Rolle spiele.


China und Österreich verstärken Zusammenarbeit im Umweltschutz

CRI (staatlich), 17. Mai 2007

China und Österreich haben die Zusammenarbeit im Umweltschutz weiter verstärkt. Am Dienstag ist dazu das chinesisch-österreichische Forschungszentrum für Umweltschutz an der nordwestchinesischen Universität für Agrarwissenschaft gegründet worden. Das Zentrum wurde von der nordwestchinesischen Universität der Agrarwissenschaft und dem Eurasia-Pacific Uninet gemeinsam ins Leben gerufen. Das Eurasia-Pacific Uninet ist ein Netzwerk, das österreichische Universitäten und Hochschulen sowie weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen mit Partnerinstitutionen in Ostasien, Mittelasien und im pazifischen Raum verbindet. Ziel ist es, die internationale Zusammenarbeit und den internationalen Austausch im Umweltbereich zu fördern, die Forschung über den Umweltschutz aktiv voranzutreiben und effektive Wege für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft zu finden.


Untersuchung der alten Bäume in Beijing

CRI (staatlich), 22. Mai 2007

Angaben des Beijinger Amtes für Parkanlagen und Aufforstung nach will die Stadt eine Untersuchung der alten Bäume in Beijing durchführen. Techniker werden die Bäume in der Hauptstadt genau orten und den Zustand der Bäume untersuchen. Die Arbeit soll planmäßig am Jahresende abgeschlossen sein.

Beijing ist die Stadt mit den meisten alten Bäumen in China, ja sogar in der ganzen Welt. Die meisten dieser Bäume wurden während der Liao- und der Jin-Zeit vor fast 1000 Jahren oder in der Ming- und Qing-Dynastie vor 500 Jahren gepflanzt. Die ältesten Bäume sind sogar etwa 2000 Jahre alt.

Die Zahl dieser lebenden Kulturgegenstände in Beijing betrug Statistikangaben nach vor 20 Jahren fast 50.000 Stück, ihr Bestand nahm aber in den vergangenen Jahren weiter ab.


Dienstag 22. Mai 2007, 14:00 Uhr

Köhler wirbt für mehr Zusammenarbeit im Umweltbereich

Hanoi (AP) Bundespräsident Horst Köhler sieht zwischen Vietnam und Deutschland große Chancen für mehr Zusammenarbeit im Umweltbereich. Das machte Köhler am Dienstag beim Staatsbesuch in Hanoi deutlich. Der Bundespräsident ermunterte deutsche Unternehmen nachdrücklich zu Investitionen in diesem wichtigen Bereich. Vietnam steht mit einem Wirtschaftswachstum von rund acht Prozent vor erheblichen Umweltproblemen.

Bei einem Gespräch mit KP-Generalsekretär Nong Duc Manh mahnte Köhler nochmals eine Verbesserung der Menschenrechtslage an. Mitte Mai wurden in Vietnam mehrere Personen wegen angeblicher «Propaganda gegen die Sozialistische Republik Vietnam» verhaftet und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Gleichzeitig würdigte Köhler im Gespräch mit Manh die Aufbauleistung und Armutsbekämpfung Vietnams. Nach den ehrgeizigen Plänen soll Vietnam 2010 von Armut befreit sein und 2020 den Standard von Industriestaaten erreicht haben. In der protokollarischen Hierarchie in Vietnam steht der KP-Generalsekretär an erster Stelle.

Hanoi ist die erste Station einer insgesamt einwöchigen Asien-Reise des Bundespräsidenten, die ihn noch nach China führen wird. Es ist das erste Mal, dass ein deutsches Staatsoberhaupt Vietnam besucht. Köhler wird von seiner Frau Eva Luise und einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Vor allem Vertreter der Wirtschaft machen sich für einen Ausbau der Rechtsstaatlichkeit als Basis für mehr Investitionssicherheit stark. In diesem Bereich und in der Entwicklung eines unabhängigen Rechtswesens hat Vietnam noch erheblichen Nachholbedarf. Deutschland ist innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Vietnams. Seit 1986 verfolgt das Land eine Reformpolitik, die auch Köhler ausdrücklich gewürdigt hat.

Seinen Besuch in Vietnam bewerteten Köhler und seine Gesprächspartner aus Partei- und Staatsführung als Meilenstein in den Beziehungen beider Länder. Deutschland und Vietnam unterzeichneten ein Abkommen über die Gründung einer deutschen Universität und über die Förderung der deutschen Sprache an Grund- und Mittelschulen. Vor allem als Studienort ist Deutschland neben Großbritannien, den USA und Australien sehr beliebt. Derzeit studieren rund 2.500 Vietnamesen an deutschen Hochschulen.

Am Dienstag legte Köhler auch einen Kranz am Mahnmal der vietnamesischen Nationalhelden und Märtyrer nieder. Mit einem traditionellen Schlag auf eine Trommel würdigte Köhler im Literaturtempel die kulturelle Tradition des Landes. Der Literaturtempel war die erste Universität Vietnams. Hier wurden die konfuzianischen Schriften wortgetreu gelehrt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in der Tempelanlage Staatsbedienstete vereidigt. Heute ist der Literaturtempel eine Stätte von hohem symbolischen Wert, die auch schon der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush besucht haben.



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