AktuellChinesisches Klimaprogramm
Montag 4. Juni 2007, 13:30 Uhr China legt erstes nationales Klimaprogramm vorPeking (AP) Wenige Tage nach den USA hat auch China ein eigenes Programm zur Eindämmung klimaschädlicher Treibhausgase vorgestellt. Verbindliche Obergrenzen für CO2-Emissionen sieht der Plan allerdings nicht vor. Mit der verstärkten Erforschung und Verwendung energiesparender Technologien soll die Energieeffizienz landesweit bis 2010 jedoch um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 gesteigert werden. China wolle seiner Verantwortung gerecht werden, erklärte der Chef der nationalen Entwicklungskommission, Ma Kai, am Montag.In dem 62-seitigen Bericht sichert Peking eine stärkere Kontrolle des Treibhausgasausstoßes zu. Geplant ist auch, mehr Bäume zu pflanzen, die Infrastruktur der Landwirtschaft sowie die Wasserwirtschaft zu verbessern. Zudem solle das öffentliche Bewusstsein für den Klimaschutz gestärkt werden, heißt es in dem Papier. «Wir müssen den Entwicklungsbedarf mit der Notwendigkeit des Umweltschutzes in Einklang bringen», sagte Ma. Zugleich betonte er jedoch, China sei als Entwicklungsland nicht zu einer substanziellen Verringerung seiner Emissionen verpflichtet. Ma bezeichnete es als unfair, Schwellen- und Entwicklungsländern Pflichtobergrenzen aufbürden zu wollen. Stattdessen seien die Industriestaaten verpflichtet, diese Länder finanziell und technisch zu unterstützen. Höchste Priorität sei für sie zunächst die wirtschaftliche Entwicklung und die Armutsbekämpfung. Die industrialisierten Staaten seien deshalb in einer besseren Position, Emissionen einzudämmen. Für die globale Klimaerwärmung machte Ma an erster Stelle 200 Jahre ungebremste westliche Industrialisierung verantwortlich. Die Umsetzung des chinesischen Vorhabens werde «ein Vermögen» kosten, sagte er. Zahlen nannte er nicht. Vizeaußenminister Cui Tiankai kündigte an, Präsident Hu Jintao werde sich auf dem G-8-Gipfel in Heiligendamm ausführlicher zur chinesischen Position zum Klimawandel äußern. Die vor wenigen Tagen vorgestellte Klimainitiative von US-Präsident George W. Bush bezeichnete Ma als «nützliche Ergänzung» zum Kyoto-Protokoll. Ein Ersatz für das Abkommen, das 2012 ausläuft, sei der Vorstoß jedoch nicht. Die Volksrepublik mit ihrem rasanten Wirtschaftswachstum ist zuletzt international immer stärker unter Druck geraten, den Kohlendioxid-Ausstoß einzudämmen. China deckt zwei Drittel seines Energiebedarfs aus Kohle und wird die USA vermutlich in den nächsten beiden Jahren als größter CO2-Emmittent der Welt ablösen. Beobachter vermuten, dass das neue Programm darauf abzielt, Kritik an China zuvorzukommen, wenn Präsident Hu am Freitag den G-8-Gipfel besucht. Montag 4. Juni 2007, 15:34 Uhr China lehnt vor G8-Gipfel bindende Klimaziele abPeking/Brüssel/Tokio (dpa) - China ist gegen bindende Ziele beim Klimaschutz und sieht im Kampf gegen die Erderwärmung die Industrienationen besonders in der Pflicht.Die reichen Staaten müssten die Führung übernehmen, die Treibhausgase zu reduzieren, hieß es vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm im ersten nationalen Klimaplan Chinas, der am Montag in Peking vorgestellt wurde. Bindende Ziele für Emissionen würden die Entwicklung der armen Staaten beeinträchtigen, sagte der Minister der Reform- und Entwicklungskommission, Ma Kai, vor der Presse. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der die EU-Kommission beim Gipfel in Heiligendamm vertritt, bekräftigte seine Forderung nach verbindlichen Klimaschutzzielen. Die Verpflichtung zu weiteren dringenden Maßnahmen in Bezug auf den Klimawandel müsse auch auf die sich schnell entwickelnden Staaten ausgedehnt werden, die nicht der Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russland (G8) angehören. Japan kündigte unterdessen gezielte Hilfen für Entwicklungsländer zur Verringerung von Treibhausgasen, Luftverschmutzung und Armut an. Ministerpräsident Shinzo Abe werde beim G-8-Gipfel einen entsprechenden Plan offiziell bekannt geben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. China, das mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichste Land der Erde, wird nach Expertenansicht noch dieses Jahr die USA als größter Produzent von Kohlendioxid überholen. Als Entwicklungsland ist China aber von den Verpflichtungen nach dem Kyoto-Protokoll ausgenommen. Präsident Hu Jintao wird auf dem G8-Gipfel mit der Forderung konfrontiert werden, dass sich China stärker an den weltweiten Bemühungen beteiligt und ebenfalls zur Verringerung der Treibhausgase beiträgt. Minister Ma Kai bekräftigte, dass China durchaus Verantwortung übernehmen und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten wolle. Es sei aber eine «nicht zu bestreitende Tatsache», dass drei Viertel der von 1950 bis 2002 in der Atmosphäre angesammelten Treibhausgase von den Industrienationen stammten, sagte der Minister. «Deswegen haben die entwickelten Länder eine unausweichliche Verantwortung für den Klimawandel.» EU-Kommissionspräsident Barroso sprach am Montag in Brüssel von einer «Vorreiterrolle» der Europäischen Union beim Klimaschutz. «Nun müssen die G8-Staaten für die UN-Konferenz zum Klimawandel, die im Dezember 2007 (in Bali) beginnt, ein klares Zeichen setzen», erklärte er. Die EU will bis 2020 den Treibhausgas-Ausstoß um mindestens 20 Prozent senken, den Anteil erneuerbarer Energien an der Primärenergie auf 20 Prozent steigern und auch die Energieeffizienz um 20 Prozent verbessern. China forstet aufCRI (staatlich), 27. Mai 2007Das Projekt zur Aufforstung großer Gebiete Chinas hat beträchtliche Erfolge erzielt. Von 1999 bis 2006 wurden auf mehr als 24 Millionen Hektar für den Ackerbau abgeholzter Wälder erneut Bäume angepflanzt. Mehr als 120 Millionen chinesische Bauern haben davon profitiert. Das Projekt "Land für die Forstwirtschaft" ist das größte ökologische Projekt in China und umfasst über 2.000 Kreise in 25 chinesischen Provinzen. Mit diesem Projekt ist die Aufforstung und Begrünung in China in großem Maß beschleunigt worden. Die Waldfläche in der Region, in der das Projekt "Land für die Forstwirtschaft" durchgeführt wird, hat sich um zwei Prozent erhöht. Das Risiko für Bodenerosion ist gleichzeitig verringert worden und Sandstürme wurden erfolgreich vermindert. » zurück |
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