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Waldbrände in USA (2)

09. Jul 09:27

Waldbrände in USA breiten sich rasant aus

(dpa) - Weite Teile des US-Westens sind so knochentrocken, dass die Waldbrände keine Probleme haben, schnell vorzustoßen. In South Dakota wurde ein Mann in seinem Haus von den Flammen eingeschlossen.

Tausende Feuerwehrleute haben am Wochenende im Westen der USA gegen zahlreiche Wald- und Buschfeuer angekämpft. Vom Bundesstaat Idaho, nahe der kanadischen Grenze, bis in den Süden Kaliforniens standen zehntausende Hektar Land in Flammen. In South Dakota kam ein Mann ums Leben, als sein Haus von einem schnell um sich greifenden Waldbrand eingeschlossen wurde. Wie die Zeitung «Rapid City Journal» am Montag berichtete, war der Hausbesitzer nicht dem Evakuierungsaufruf der Feuerwehr gefolgt.

Das größte von insgesamt 55 Großfeuern in neun westlichen Staaten war in Utah bis Sonntagabend auf eine Fläche von über 115.000 Hektar gewachsen, wie die Nationale Feuerbehörde in Boise (Idaho) mitteilte. Bei großer Hitze fraßen sich die Flammen schnell durch das ausgedörrte Grasland. Es sei das größte Feuer in der Geschichte Utahs, sagten die Behörden dem Lokalsender KSL-TV. Zeitweise musste die Feuerwehr eine Autobahn sperren, der sich die Flammen gefährlich genähert hatten.

Derweil sind am Ostrand der kalifornischen Sierra Nevada seit Freitag mehr als 500 Feuerwehrleute im Einsatz. In dem beliebten Wandergebiet wurden zahlreiche Wege gesperrt. Die Polizei verhängte ein Fahrverbot auf der einzigen Schnellstraße, dem von Touristen viel befahrenen Highway 395.

Im US-Bundesstaat Washington mussten 250 Menschen vor einem schnell um sich greifenden Waldbrand aus ihren Häusern fliehen. In vielen anderen Bezirken wurden Evakuierungen angeordnet. Nach Behördenangaben wurden die meisten Feuer durch Blitzschläge ausgelöst.

Nach einer anhaltenden Hitzewelle sind weite Teile des amerikanischen Westens ausgedörrt, und die Vegetation ist leicht entzündbar. «Alles ist so trocken, dass schon ein kleiner Funke im Buschwerk den Bewuchs in Brand setzt», sagte Nancy Upham von der kalifornischen Forstbehörde der «Los Angeles Times». Vor zwei Wochen hatte ein Waldbrand am malerischen Lake Tahoe in Kalifornien mehr als 250 Häuser zerstört.


„Ein Funke genügt“

Von Rita Neubauer, Sächsische Zeitung, 10.7.07

In neun Bundesstaaten der USA lodern mehr als 55 Großfeuer. Mindestens drei Menschen kamen bislang ums Leben.

Dies wird ein langer heißer Sommer“, stöhnte ein Feuerwehrmann auf dem Rundfunksender NPR. Er kämpfte mit 400 Kollegen gegen einen Waldbrand im Inyo National Forest nahe Bishop, rund 400 Kilometer von Los Angeles entfernt im Osten der Sierra Nevada gelegen. Anfänglich ohne allzu großen Erfolg.

Die Flammen fraßen sich blitzschnell durch 13600 Hektar des 80000 Hektar großen Waldes und kamen dem kleinen Ort Independence gefährlich nahe. Dort wie auch auf den Campingplätzen des Parks, einem beliebten Ausflugsziel der Region, wurden Hunderte von Menschen evakuiert. Manche hatten gerade zehn Minuten, um ihre Sachen zu packen.

Auch der Highway 395, der die populärsten Ausflugsziele in Kalifornien, den Mammoth Lakes, Lake Tahoe, John Muir Wilderness und Sequoia, verbindet, wurde vorübergehend gesperrt.

„Unsere Leute kämpfen gegen einen extrem unberechenbaren Brand an“, sagte Marc Peeples, Sprecher der Feuerwehr und warnte davor, dass neben Independence auch Big Pine in der Gefahrenzone läge. Als Ursache des Brandes gilt ein kurzes Gewitter mit rund 20 Blitzen vergangenen Freitag, die rund zehn verschiedene Brandherde auslösten. „Es ist so trocken hier, dass ein Funken genügt und das Buschwerk explodiert“, beschrieb Nancy Upham, Sprecherin des Parks, die Situation.

Diese im wahrsten Sinne des Wortes brenzlige Situation herrscht derzeit in weiten Teilen des Westens der USA. Bereits vor zwei Wochen hatte ein Waldbrand mehr als 250 Häuser am pittoresken Lake Tahoe zerstört. Nun stehen von Idaho und Oregon im Norden, über Colorado und Montana bis in den Süden Kaliforniens Tausende Hektar Wald in Flammen.

Größtes Feuer seit 1984 inUtah

Allein in Utah tobt ein Feuer auf einer Fläche von mehr als 115000 Hektar. Tausende von Feuerwehrleuten sind rund um die Uhr im Einsatz. Eine extreme Hitzewelle der vergangenen Woche, bei der das Thermometer auf über 40 Grad kletterte, fächelte die Flammen an, die sich durch das dürre Grasland fraßen.

Es ist seit 1984 das größte Feuer in der Geschichte Utahs, berichtete der Lokalsender. Zeitweise sperrte die Polizei eine Autobahn, als der Brand immer näher rückte und dunkle, mit Asche geschwängerte Luft den Autofahrern die Sicht zu nehmen drohte. Zwei Besucher aus Kalifornien kamen auf diese Weise ums Leben, als verschreckte Autofahrer eine Massenkarambolage auf dem Interstate 15 auslösten.

Ein drittes Opfer forderten die Flammen im Bundesstaat South Dakota. Ein Mann kam ums Leben, als sein Haus von einem Waldbrand eingeschlossen wurde. Er wollte noch Dinge aus seinem Heim retten und ignorierte einen Evakuierungsaufruf.

In Nevada konnten 1500 Einwohner nach Winnemucca zurückkehren, nachdem Brände die Sperrung der Landstraße erzwangen und den Zugverkehr stoppten. Vieh und eine Trafostation waren hier die einzigen Opfer. Auch in Kalifornien im Santa Barbara County brennt weiterhin ein Feuer, das am 4. Juli ausbrach. Rund 2000 Feuerwehrleute sind allein dort im Einsatz.

Behörden machen die extreme Trockenheit für das rasante Ausbreiten verantwortlich. Eine Trockenheit, die für die Jahreszeit extrem ist. Wenn auch niemand direkt den Klimawandel als Schuldigen nennt, in ihren Kommentaren machen viele Amerikaner die globale Erderwärmung für die Feuer verantwortlich.



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