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China: Ökologiepreis für Entwaldung

Chinesischer Ökologiepreis für Wald fällenden Tabakgiganten empört

China Internet Information Center (staatlich), 20.7.12

Eine Auszeichnung, die der weltweit größte Tabakproduzent China Tobacco für seinen "bedeutenden Beitrag zum ökologischen Schutz" erhielt, bringt chinesische Anti-Tabak-Aktivisten auf die Palme.

Die Staatliche Chinesische Verband für Tabakkontrolle schickte gestern einen Protestbrief an die China Green Foundation, welche darin aufgefordert wird, ihre Auszeichnung für die China National Tobacco Corporation sofort zurückzuziehen. "China Tobacco fällt zwei Millionen Bäume pro Jahr, um ihr Geschäft, das zu massiver Entwaldung und Bodenerosion führt, aufrecht zu erhalten", argumentierte der Verband und schrieb weiter: "Diese Auszeichnung steht im direkten Widerspruch zum Geist der Rahmenvereinbarung über Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation (die China unterzeichnet hat) und ignoriert die Tatsache, dass die Tabakindustrie nicht nur die Gesundheit von Menschen, sondern auch die Umwelt zerstört."

Die China Green Foundation (CGF), eine von der Staatlichen Forstverwaltung betreute Stiftung, teilte mit, China Tobacco sei unter 23 chinesischen Unternehmen, die den "2011 Ecology Contribution Award" erhielten – ein Ehrenpreis, den der Tabakgigant und andere nur aufgrund ihrer geleisteten Spenden für die Stiftung bekommen. "Das Unternehmen begann im Jahr 1999 zu spenden und rief im Jahr 2010 die Jinye Ökostiftung ins Leben, die das erklärte Ziel hat, mehr Bäume zu pflanzen", so ein CGF-Vertreter mit Nachnamen Fei gegenüber der Shanghai Daily. Man brauche Zeit, um den Rat des Verbandes zur Tabakkontrolle zu überprüfen, die Auszeichung für das Tabakunternehmen zu widerrufen, sagte er.

Wieviel der weltgrößte Tabakhersteller spendete und auch die Einzelheiten zu den Spenden der anderen 22 ausgezeichneten Unternehmen wurden von der CGF nicht veröffentlicht. Fei verriet nur, dass auch Ölraffinerien und Schwermetallverarbeitungsbetriebe darunter sind.

Im April zog die China National Tobacco ihren Beitrag zur "Verbesserung der Zigarette" im Wettbewerb um einen nationalen Wissenschaftspreis zurück, nachdem es darüber zu einem landesweiten Aufschrei kam. Gegner der Kandidatur warfen dem Tabakgiganten Förderung des Rauchens und Irreführung der Öffentlichkeit vor. Die sogenannte Forschung an einer "Zigarette mit chinesischen Eigenschaften" war für den Nationalen Preis für Fortschritte in Wissenschaft und Technik nominiert worden.

Im Dezember letzten Jahres protestierte der Verband zur Tabakkontrolle auch, als Xie Jianping, ein sogenannter Tabakwissenschaftler, mit der Mitgliedschaft in der Chinesischen Akademie der Ingenieurswissenschaften ausgezeichnet wurde.

Unterdessen ehrte die Weltgesundheitsorganisation gestern Chen Zhu, Chinas Gesundheitsminister für sein Engagement bei der Tabakkontrolle mit einer besonderen Anerkennung durch den WHO-Generaldirektor.




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