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Neues Indigenenreservat in Brasilien
Freitag, 20. Juni, 23:49 Uhr
Brasilien richtet neues Indianerreservat im Amazonas-Gebiet ein
Rio de Janeiro (AP) Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Freitag die Einrichtung eines neuen Indianerreservats im Herzen des Amazonas-Regenwalds besiegelt. Die Kayapo-Indianer hatten sich seit 1994 um die Gründung des 1,5 Millionen Hektar großen Reservats im Staat Pará bemüht, waren aber auf den Widerstand von Siedlern und Holzfällern gestoßen. «Wir kommen Stück für Stück voran, aber wir machen die nötigen Eroberungen», erklärte Lula da Silva bei der Unterzeichnungszeremonie in der Hauptstadt Brasilia.
Die brasilianische Verfassung aus dem Jahr 1988 schrieb vor, dass angestammtes Indianerland binnen fünf Jahren abgegrenzt und den indigenen Bewohnern übergeben werden sollte. Dieser Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen. Heute befinden sich rund elf Prozent des Staatsgebiets und fast 22 Prozent der Amazonas-Region in indianischer Hand. Studien zufolge wird der Regenwald in Indianerreservaten am besten geschützt, da die Ureinwohner die Grenzen bewachen. Nationalparks und Naturreservate haben zumeist nicht ausreichend Personal, um das Gebiet zu überwachen. In den vergangenen Jahren hat der Druck durch Holzfäller, Viehzüchter und Bauern auf die Regierung stark zugenommen, die Größe der Reservate zu beschränken.
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