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Öko-Kaffee aus Amazonien

11. August, 2008

Öko-Kaffee hilft bei der Rettung von Perus Regenwald

Quillabamba (AFP) — Früher haben sie im Osten Perus den Regenwald rücksichtlos abgeholzt, um Platz zu schaffen für Abertausende Kaffeesträucher. Inzwischen aber hat ein Sinneswandel eingesetzt: Angesichts ausgelaugter Böden und des Verschwindens zahlreicher Tier- und Pflanzenarten machen sich die Kaffeebauern jetzt stark für den Schutz der letzten Urwaldriesen und der Artenvielfalt im Regenwald. Dahinter steckt die Rainforest Alliance, die Regenwald-Allianz. Kaffeebauern, die auf ihren Plantagen auf Umweltschutz und gute Arbeitsbedingungen achten, bekommen das Gütesiegel der Organisation für "moralisch einwandfreien" Kaffee. Den Kaffee-Farmern beschert das faire Preise - und westlichen Verbrauchern ein gutes Gewissen beim Einkauf.

"Meine Eltern haben systematisch abgeholzt, um mehr Kaffeesträucher zu pflanzen", sagt Evangelino Condori Rojas, dem eine kleine Plantage in Quillabamba in Ostperu gehört. "Heute wissen wir, dass das ein Fehler war." Seine Plantage war eine der ersten, die das Zertifikat der in New York ansässigen Rainforest Alliance erhielt. Das Siegel garantiert Verbrauchern, dass bei der Herstellung ihres Kaffees eine ganze Reihe ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Auflagen eingehalten wurden. Unter anderem muss der von der Regenwald-Allianz ausgezeichnete Kaffee von Plantagen stammen, auf denen Wasser, Böden, Tiere und Pflanzen geschützt werden. Außerdem gibt es Mindeststandards für die Entlohnung und Behandlung der Plantagenarbeiter.

"Die Zertifizierung ist ein Hilfsmittel, um das Abrutschen in die Abholzung zu verhindern", sagte Gerardo Medina von der Rainforest Alliance in Peru. Gütesiegel wie das der Regenwaldschützer werden weltweit zunehmend populär - denn der Ruf der Verbraucher nach Produkten, bei deren Herstellung weder die Natur noch die Arbeiter ausgebeutet wurden, wird immer lauter. Zu den als unbedenklich ausgezeichneten Gütern gehören etwa pestizidfrei angebautes Obst und Gemüse oder Lebensmittel, bei deren Herstellung auf den Vogelschutz geachtet wird.

Die Mehrzahl der Kaffee-Plantagen Perus befindet sich im Osten des Landes am Anden-Vorgebirge. Dort wurde nach Angaben der Rainforest Alliance im Schatten des Regenwaldes Kaffee schon etwa 150 Jahre lang angepflanzt, bevor in den 70er Jahren ein neues Anbausystem in Mode kam, für das der Wald erbarmungslos gerodet wurde. Auf den entstandenen Freiflächen setzten die Pflanzer die Kaffeesträucher dicht an dicht und behandelten sie mit Chemikalien, um den Ertrag zu vergrößern. Das dezimierte nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern verseuchte obendrein die Flüsse.

Jene peruanischen Bauern, die ihre Anbaumethoden geändert haben und ihren Kaffee nun zertifizieren lassen, haben festgestellt, dass die Gütesiegel-Bohnen ihnen neben einem reinen Gewissen auch noch bis zu 20 Prozent mehr einbringen. Einen Teil dieses Gewinns steckten sie in den Ausbau der Infrastruktur, berichtet Raul Del Aguila, Chef der Landwirtschafts-Kooperative Cocla.

Ihr Gütesiegel für Kaffee vergibt die Rainforest Alliance seit 2004 - nicht nur in Peru, sondern auch in Brasilien, Kolumbien, Guatemala, Honduras und El Salvador. Die Marketing-Strategie ziele darauf ab, die großen Kaffee-Aufkäufer davon zu überzeugen, dass Verbraucher sich nachhaltig angebaute Produkte wünschten, sagt Regenwald-Schützer Medina. Derzeit vergibt die Rainforest Alliance ihr Zertifikat für 5,7 Prozent des in Peru hergestellten Kaffee - bis 2013 soll sich der Anteil auf 14 Prozent mehr als verdoppeln.

Es ist nicht zuletzt der durch die Regenwaldzerstörung mitverursachte Klimawandel, der die Kaffeebauern in Peru aufschrecken lässt. "Wir sehen die Folgen der Klimaveränderung schon - dieses Jahr hat es nicht besonders viel geregnet, und wenn das so weitergeht, bekommen wir ein Problem", sagt der Plantagenbesitzer Isaias Zuniga. Die Tierwelt leide schon jetzt. Zwar kämen die Tukane zurück, um in den Bäumen zu nisten, "aber Affen oder Pumas kriegen wir hier nicht mehr zu sehen", sagt seine Mutter Irene Paz Santacruz.







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