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Aktuell

Erfolg in Indonesien (erweitert)

Greenpeace meldet Erfolg für indonesischen Regenwald

Gouverneur der Provinz Riau will Urwaldzer­störung für Palmöl-Plantagen stoppen
Brandrodungen zerstören Böden und Lebensgrundlage der Menschen


Der Standard, 15.8.08

Pekanbaru/Sumatra – Der Gouverneur der indonesischen Provinz Riau auf Sumatra, Wan Abu Bakar, will die Urwaldzer­störung für Palmöl-Plantagen stoppen, berichtet die Umweltschutzorganisation in einer Aussendung Donnerstag Abend. Wan Abu Bakar habe ein entsprechendes Moratorium im Rahmen einer Klimakonferenz in der Provinzhauptstadt Pekanbaru angekündigt. Über dessen genauen Inhalt wurde bislang nichts bekannt.

"Das ist ein Riesenerfolg für uns in Indonesien", freute sich Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof, der noch im Herbst vergangenen Jahres an mehreren Aktionen gegen den Urwald-Kahlschlag in Riau beteiligt war. Die Abholzung der indonesischen Wälder, die zumeist von der Errichtung von Palmöl-Plantagen begleitet wird, ist für vier Prozent des gesamten Treibhausgas-Aufkommens auf unserem Planeten verantwort­lich, so Greenpeace. Damit stehe Indonesien aufgrund seiner massiven Waldrodungen weltweit bereits an dritter Stelle bei sämtlichen CO2-Emissionen.

Zerstörter Boden

Allein die Provinz Riau beherbergt rund ein Viertel aller indonesischen Palmöl-Plantagen, und noch immer liegen Pläne vor, die Plantagenflächen um weitere zweihundert Prozent zu erweitern. Doch gerade dort wachsen die Wälder üblicherweise auf Torfböden, in denen enorme Mengen an CO2 gespeichert werden. Die Abholzungen erfolgen jedoch zumeist durch Brandrodungen, welche die Böden völlig zerstören und die Bevölkerung, die seit Jahrtausenden von den Wäldern gelebt hat, in die Slums der nächsten Städte vertreiben.

"Diese heutige Entscheidung für ein Moratorium ist richtungsweisend für ganz Indonesien. Wir hoffen, dass nun auch die Regierung in Jakarta dem Beispiel Riaus folgt und endlich für das gesamte Land ein Moratorium gegen die Urwald-Abholzung beschließt", sagt Westerhof. "Für viele Inseln ist es ohnedies bereits zu spät, aber auf Papua und Kalimantan gibt es noch intakte Urwälder, die ebenfalls von geplanten Kahlschlägen bedroht sind", so der Greenpeace-Aktivist. (red)


Riau verhängt Moratorium auf Torfwälder

Von Sina Röttgers, Greenpeace-Online, 15.8.08

Riaus Gouverneur Wan Abu Bakarhat hat sich am Freitag dafür ausgesprochen, die Zerstörung der Urwälder und Torfgebiete in der indonesichen Provinz zu stoppen. Durch das Moratorium könnte der Ausstoß von Millionen Tonnen CO2 verhindert werden.

Indonesiens Präsident Susilo Bambang hatte bereits auf dem G8-Gipfel im Juli verkündet, die C02 Emissionen Indonesiens durch Waldrodung bis 2009 um die Hälfte zu reduzieren.

"Das Moratorium ist ein erster, wichtiger Schritt, um die Zerstörung der Torfwälder zu stoppen. Alle Beteiligten sind jetzt gefordert, diese Chance zu ergreifen und Maßnahmen für einen langfristigen Schutz des Gebiets durchzusetzen", sagt Arief Wicaksono, Politik-Experte bei Greenpeace Südostasien.

Indonesien steht nach den USA und China an dritter Stelle der weltweit größten CO2-Verursacher. Das ist maßgeblich auf die Zerstörung der Urwälder und Torfgebiete zurückzuführen.

Ein Hauptproblem stellt die Brandrodung der Torfwälder für den Aufbau von Ölpalmplantagen dar. Das Palmöl ist in vielen Nahrungsmitteln und Kosmetikprodukten eines der Hauptbestandteile, außerdem wird es für die Erzeugung von sogenanntem Bio-Sprit gebraucht.

Etwa 25 Prozent der indonesischen Ölpalmplantagen befinden sich in der Provinz Riau. Plänen zufolge soll die Errichtung solcher Plantagen noch um 200 Prozent gesteigert werden. Dies hätte fatale Folgen für Riaus Torfwälder: 14,6 Millionen Tonnen CO2 würden auf diese Weise freigesetzt - diese Menge entspricht in etwa der weltweiten, jährlichen Gasemission.

"Um die indonesischen Urwälder zu bewahren, muss die Regierung ein landesweites Moratorium aussprechen. Nur so können die Brandrodungen und der damit verbundene Artenverlust aufgehalten werden", sagt Zulfahmi, Wald-Experte bei Greenpeace Südostasien.

Ein weiterer Vorschlag um den Ausbau von Ölpalmplantagen zu verhindern, soll im November beim jährlichen Treffen des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) diskutiert werden.







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