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Aktuell
Bras. Indigenenführer ermordet
Indigener Stammesführer in Brasilien ermordet
CIMI (Missionsrat für indigene Völker der
Brasilianischen Bischofskonferenz), 24.8.08
Am 23. August 2008, wurde Mozeni Araújo de Sá, 36 Jahre, Stammesführer
des indigenen Volkes der Truká, brutal ermordet.
Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Cabrobó im Bundesstaat
Pernambuco. Mozeni war zum Zeitpunkt des Verbrechens in Begleitung
seines 13 jährigen Sohnes und weiteren Stammesangehörigen. Der Täter
näherte sich seinem Opfer und feuerte mehrmals mit einer Schusswaffe auf
Mozeni.
Mozeni war schon in frühen Jahren seines Lebens eine herausragende
Persönlichkeit im Kampf für die Freiheit seines Volkes Truká. Wegen
seines Charismas, seiner Argumentationsfähigkeit und
Mobilisierungsvermögens wurde er schon seit geraumer Zeit von einer
Gruppe von Feinden der Indios bedroht, welche widerrechtlich das
Indianergebiet für sich beanspruchen, sowie deren Alliierte, hochrangige
Politiker der Region.
Seit 1994, gemeinsam mit weiteren jungen Stammesführern, engagierte er
sich im Prozess für die Rückgewinnung des traditionellen indigenen
Landes, einer 65 km² großen Insel (Insel Assunção) inmitten des Sao
Francisco Flusses. Ab diesem Zeitpunkt verschärfte sich die Gewalt gegen
die Truká. Der Gruppe der Indianer-Gegner schließen sich
Großgrundbesitzer, Pistoleiros (bezahlte Mörder) und Vertreter der
Militärpolizei an.
Am 30. Juni 2005, stürmten vier in zivil gekleidete, bewaffnete
Militärpolizisten das Lokal, wo gerade eine Volksversammlung der Truká
stattgefunden hatte, und feuerten mit ihren Schusswaffen auf Adenilson
dos Santos, 38, und seinen Sohn Jorge, 17 Jahre alt. Beide wurden
getötet, ein weiterer Indigener verletzt. Mozeni war Augenzeuge des
Vorfalls, konnte die Mörder identifizierten und erstattete mehrere Male
Anzeige, doch die Täter leben bis heute auf freiem Fuß und wurden von
der Justiz nicht zur Rechenschaft gezogen. Diese „juristische
Immunität“, welche die Feinde der Indios scheinbar genießen,
verschlimmert den Vorfall noch zusätzlich und vergrößert das Leid der
Angehörigen und des gesamten indigenen Volkes.
Mozeni beteiligte sich mit guten Aussichten als Kandidat für die
Gemeinderatswahlen im Oktober, was den Hass seiner Gegner noch
zusätzlich geschürt haben dürfte.
Am Vortag seines Mordes fand eine große Versammlung seines Volkes statt,
wo ein kollektiv erarbeitetes Buch über die Geschichte und den
Widerstand des Volkes öffentlich präsentiert wurde und die Märtyrer des
Befreiungskampfes eine besondere Ehrung erhalten.
In der indigenen Mythologie des Volkes Truká gibt es eine spezielle
Geschichte, die Mozeni besonders gern erzählt hatte, der Geschichte des
Wandelnden Lichtes. Die Stammesältesten erzählen, dass dieses
beschützende Licht auf dem heiligen, traditionellen Stammesland, der
Insel Assunção, anzutreffen ist. Diesem hat sich nun auch die Seele von
Mozeni dazu gesellt.
Solidaritätserklärung der sozialen Bewegungen: (bisher nur auf port.):
Manifesto das Organizações Solidárias ao Povo Truká em razão do
assassinato de Mozeni Truká
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