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Norwegen-Spende für Amazonien-Fonds
17. September, 2008
Norwegen sagt Milliardenspende für Regenwaldschutz zu
Statistisch gesehen wird im Amazonas Wald von der Größe von anderthalb Fußballfeldern abgeholzt - pro Minute. Norwegen verspricht eine Milliardenspende, um den brasilianischen Regenwald besser zu schützen.
Brasilia (AP) - Es ist eine eindrucksvolle Zusage, die der norwegische Präsident Jens Stoltenberg in der brasilianischen Hauptstadt gemacht hat: Norwegen, reich geworden durch die Ausbeutung seiner Öl- und Gasfelder in der Nordsee, will mit einer Milliarde Dollar die Abholzung des Amazonas in Brasilien stoppen.
Das Geld, so stellte Stoltenberg in Aussicht, soll bis zum Jahr 2015 in mehreren Runden fließen. Nutznießer ist ein spezieller Fonds, den die brasilianische Regierung vor kurzem aufgelegt hat. Sie hofft, dass eines Tages insgesamt 21 Milliarden für die Rettung des Amazonas zur Verfügung stehen. Verwaltet wird der Fonds von der Nationalen Entwicklungsbank BNDES. Ein Gremium, in dem sowohl die Regierung als auch die brasilianischen Amazonas-Staaten und sogar Bürger vertreten sind, muss einstimmig darüber entscheiden, wohin die Mittel fließen.
"Anstrengungen gegen die Abholzung könnten für die größten, schnellsten und billigsten Reduktionen beim Ausstoß von Treibhausgasen sorgen", sagte Stoltenberg. Der Amazonas ist in doppeltem Sinne wichtig für das Weltklima: Zum einen kann seine Pflanzenwelt eine riesige Menge CO2 binden, zum anderen sorgt seine großflächige Abholzung für einen Großteil des brasilianischen Treibhausgasausstoßes. Geschätzt 400 Millionen Tonnen Treibhausgas, etwa 80 Prozent des Gesamtausstoßes Brasiliens, kommen so pro Jahr zusammen.
Statistisch gesehen wird im Amazonas Wald von der Größe von anderthalb Fußballfeldern abgeholzt - pro Minute. Zwischen 2005 und 2007 hatte die Abholzung des Regenwaldes etwas an Geschwindigkeit verloren, doch Umweltschützer befürchten, dass sich dieser Trend wieder umkehren könnte: Um Weideland für Rinder zu schaffen werden wieder verstärkt Bäume gerodet - und um an ihrer Stelle Sojaplantagen für den Biotreibstoffhunger der Industrieländer anzulegen.
In diesem Jahr wollen die Norweger mit 21 Millionen Euro die Unterstützung starten. Das weitere Geld soll dann aber erst fließen, wenn die Brasilianer Fortschritte beim Waldschutz dokumentieren können. Nach Angaben der Brasilianer wollen sich auch Japan, Schweden, Südkorea, die Schweiz und Deutschland an dem Fonds beteiligen.
Norwegen gibt eine Mrd. Dollar für Amazonasschutz
Internationaler Fonds soll Regenwald retten
Von Erik Staschöfsky, Pressetext Austria, 22.9.08
Norwegen wird sich am Amazonasschutz-Fonds mit einer Mrd. Dollar (645 Mio. Euro) beteiligen. Dies gab Ministerpräsident Jens Stoltenberg bei einem Besuch in Brasilien bekannt. Sein Land plane, noch in diesem Jahr 21 Mio. Euro in den Fonds einzuzahlen.
Bis zum Jahr 2015 sollen dann die übrigen Mio. in mehreren Runden fließen. Doch stellte der Sozialdemokrat auch Forderungen für die Weiterausschüttung des Geldes auf. So müsse Brasilien erst einmal selbst dazu beitragen, dass das Abroden des Regenwaldes gestoppt werde.
Erst Anfang August hatte der brasilianische Präsident Luis Inacio Lula da Silva den internationalen Fonds gegründet. Aus diesem sollen nach Vorstellungen von da Silva Projekte finanziert werden, die den Bewohnern des Amazonas Alternativen zum flächendeckenden Roden aufzeigen. "Dieser Fonds hat aufgrund seiner internationalen Verankerung auch sehr gute Chancen ein Meilenstein im Schutz des Amazonas zu werden", sagt Bernhard Obermayr, Waldexperte bei Greenpeace, gegenüber pressetext. Denn im Gegensatz zu Vorgängerprojekten stehe hier die brasilianische Regierung nicht alleine mit ihrer Idee, sondern habe bereits zahlreiche internationale Hilfszusagen erhalten. "Wichtig ist, dass dieses Mal auch NGOs und lokale Gruppen vor Ort in die Planung mit einbezogen wurden. Denn diese wissen am besten, was für die Region gut ist", so Obermayr weiter. Zudem wird das Geld von der nationalen Entwicklungsbank (BNDES) verwaltet, in deren Gremien neben Regierungsmitgliedern auch einheimische Bürger sitzen.
Bis 2021 soll der Fonds über insgesamt 21 Mrd. Dollar (14,5 Mrd. Euro) verfügen, mit denen nachhaltige und umweltschützende Projekte realisiert werden. Dabei steht für Greenpeace an vorderster Stelle, dass nicht noch mehr Infrastrukturadern durch den Regenwald gezogen werden. "Wenn erst einmal eine Straße da ist, dann dauert es nicht lange, bis Plantagen-Mogule Gebiete rechts und links dieser roden, um dort Soja und Co. anzubauen", führt Obermayr aus. Nur wenn skrupellose Geschäftsleute nicht mehr den Regenwald ausbeuten, sei eine Symbiose zwischen Mensch und Wald wieder möglich. Dabei betonte Obermayr, dass der Wald durchaus ein Lebensraum für den Menschen war, ist und auch bleiben sollte. Denn bei ökologischer und nachhaltiger Nutzung könnten sowohl Wald als auch der Mensch sehr gut nebeneinander auskommen.
"Anstrengungen gegen die Abholzung könnten für die größten, schnellsten und billigsten Reduktionen beim Ausstoß von Treibhausgasen sorgen", sagte Stoltenberg. Dabei ist der Amazonas im doppeltem Sinne wichtig für das Weltklima. Denn zum einen bindet seine gigantische Pflanzenwelt das ausgestoßene Kohlendioxid und zum anderen sorgt das großflächige Abholzen des Waldes für 75 bis 80 Prozent der brasilianischen Kohlendioxid-Emissionen. Geschätzte 400 Mio. Tonnen Treibhausgase kommen so jährlich zusammen.
Auch Deutschland kündigte bereits an, dass man sich zukünftig intensiver mit dem Thema Urwaldschutz auseinandersetzen werde. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass ihr Land dafür bis 2012 gut 500 Mio. Euro zur Verfügung stellen wird. Danach sollen es jährlich 500 Mio. sein. Wofür das Geld genau eingesetzt wird, sei jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Norwegen investiert in Urwaldschutz
Von Beate Steffens, Greenpeace-Online, 19.9.08
Norwegens Regierung verkündete am Donnerstag, rund eine Milliarde Dollar in den Schutz der Regenwälder in Amazonien zu investieren. Das Geld soll in einen von der brasilianischen Regierung angelegten Fond fließen.
Noch in diesem Jahr will Norwegen mit der ersten Zahlung von 21 Millionen Euro beginnen. Die Gesamtauszahlung soll in mehreren Etappen erfolgen - allerdings erst, wenn Brasilien erste Erfolge vorweisen könne.
Bereits im Jahr 2007 stellte Greenpeace gemeinsam mit acht weiteren Organisationen ein Konzept vor, wie die Entwaldung am Amzonas innerhalb von sieben Jahren gestoppt werden kann. Kern dieses Entwurfs ist ein Finanzierungsplan der durch einen Fonds gespeist wird.
Innerhalb der nächsten sieben Jahre sollen pro Jahr rund 390 Millionen Euro aus öffentlichen und privaten Investoren in einen Fonds fließen. Das derzeitige brasilianische Konzept orientiert sich an diesem Vorhaben.
Der Fonds wird von der Nationalen Entwicklungsbank (BNDES) verwaltet. In dem Gremium sind neben der brasilianischen Regierung auch die Amazonas-Staaten sowie einheimische Bürger vertreten.
Deutschland kündigte auf der UN-Konferenz für biologische Vielfalt (CBD) im Mai an, bis 2012 500 Millionen für den Urwaldschutz zu investieren. Ab 2013 sollen es jährlich 500 Millionen sein.
Wohin das Geld fliest, ist noch nicht bekannt. "Es wäre begrüßenswert, wenn Deutschland das Geld in den brasilianischen Fonds stecken würde", meint Tobias Riedl, Waldexperte bei Greenpeace.
Der Regenwald in Amazonien birgt eine riesige Artenvielfalt, die durch die Zerstörung der Wälder gefährdet wird. Auch der Lebensraum vieler Menschen wird auf diese Weise bedroht.
Zudem beeinflusst die Urwaldzerstörung nachhaltig das Klima. Brasilien ist weltweit der viertgrößte Verursacher von CO2-Emmissionen. Rund 75 Prozent entstehen dabei allein durch die Abholzung des Regenwaldes.
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