Aktuell


Waldbrände in Amazonien und Pantanal

Trotz Verbot von Brandrodungen: Feuer im Amazonas-Regenwald wüten weiter

Tausend registrierte Brände allein in den letzten Tagen: Trotz des Verbots von Brandrodungen setzt sich der Raubbau an Brasiliens Regenwald fort. Auch in anderen Ländern im Amazonasbecken herrscht Alarmstimmung.

(dpa) - 5. September, 2020

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/amazonasgebiet-in-brasilien-regenwald-steht-weiter-in-flammen-a-b7a5ff51-ebf9-42b7-8b43-99bcf8f725fe


Bolsonaro beschimpft Umweltschützer als „Krebs“

Am liebsten würde er sie „ausrotten“: Der brasilianische Präsident bezeichnet Umweltschutzorganisationen während einer Videoübertragung als „Krebs“. NGOs hätten ihm nichts zu sagen.

(BLZ / AFP) - 5. September, 2020

https://www.berliner-zeitung.de/news/bolsonaro-beschimpft-umweltschuetzer-als-krebs-li.103158


Illegale Rodungen: Amazonas brennt, Brasilia beschwichtigt

Regenwald roden und gleichzeitig das internationale Image pflegen, geht das? Brasiliens Regierung sendet widersprüchliche Signale aus. Die Umweltzerstörung liegt auf einem Mehrjahreshoch.

Von Jan D. Walter, Deutsche Welle, 1.9.20

https://www.dw.com/de/amazonas-brennt-brasilia-beschwichtigt/a-54781055?maca=de-VEU_Focus-Artikel_DE_Welt-28577-xml-media


Amazonas in Flammen: So viele Brände wie noch nie

Es ist ein trauriger Rekord: Im brasilianischen Amazonaswald wurden so viele Brände wie noch nie zuvor gezählt. Die Brandbekämpfung ist zum Spielball der Politik geworden.

Tagesschau, 30. August, 2020

https://www.tagesschau.de/ausland/brasilien-537.html


Brasiliens Regierung streitet um Gelder für Anti-Abholzungs-Maßnahmen

Das Umweltministerium verkündet, den Kampf gegen illegale Regenwald-Rodungen zu stoppen, weil Finanzmittel blockiert würden. Doch der Vize-Präsident widerspricht.

Süddeutsche Zeitung, 29.8.20

https://www.sueddeutsche.de/politik/brasilien-regenwald-mourao-umwelt-1.5014373


Bolsonaro bezeichnet Brände im Amazonas-Gebiet als Lüge

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die Kritik an der Umweltpolitik Brasiliens und anderer Amazonas-Anrainerstaaten als ungerecht zurückgewiesen.

(dpa) - 15. August, 2020

https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/umwelt/bolsonaro-bezeichnet-braende-im-amazonas-gebiet-als-luege_article1597446979.html


Pantanal in Flammen

Klimawandel und Brasiliens Agrobusiness bedrohen das weltgrößte Binnenland-Feuchtgebiet

Von Norbert Suchanek, Neues Deutschland, 6.9.20

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1141421.brasilien-pantanal-in-flammen.html


HRW-Studie: Brände im Amazonas-Gebiet wirken sich auf Gesundheit aus

(dpa-AFX) - 26. August, 2020

https://www.onvista.de/news/hrw-studie-braende-im-amazonas-gebiet-wirken-sich-auf-gesundheit-aus-388859071


Abstimmung geht in heiße Phase

Die Abstimmung zum Mercosur-Abkommen geht in die heiße Phase. Derzeit wird der Abkommenstext zur Bildung der größten Freihandelszone der Welt noch in alle EU-Amtssprachen übersetzt, im Oktober soll er dann den EU-Ländern zur Genehmigung vorgelegt werden. Kritiker und Kritikerinnen befürchten, dass mit dem Deal aber nicht nur der Handel, sondern auch die Umweltzerstörung angekurbelt wird.

ORF, 6. September, 2020

https://orf.at/stories/3179774/


Dramatische Amazonas-Brände

2019 waren weltweite Waldbrände monatelang in den Medien. Dieses Jahr ist es stiller – doch brennt es wirklich weniger? Ein Interview mit Greenpeace-Waldexpertin Sandra Hieke.

>Von Agneta Melzer, Greenpeace-Online, 26.8.20

https://www.greenpeace.de/themen/waelder/dramatische-amazonas-braende


Angst um unkontaktiertes Volk im brasilianischen Amazonas-Regenwald

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 19.8.20

Berichten zufolge ist eine Gruppe von etwa 10 Mitgliedern eines unkontaktierten Volkes in einer indigenen Gemeinschaft im westlichen Amazonasgebiet Brasiliens aufgetaucht. Die Begegnung fand vor etwa 11 Tagen statt, wie Cazuza, ein Anführer von Terra Nova, einer indigenen Gemeinde der Kulina am Fluss Envira im Bundesstaat Acre, berichtete. Er sagte zu Globo News: „Es ist das erste Mal, dass sie hier erschienen sind… Es waren Frauen, Kinder und erwachsene Männer dabei.“ Sie nahmen Äxte, Maniok, Bananen, Hängematten und Kleidung mit, bevor sie in den Wald zurückkehrten.

Der Vorfall ist besorgniserregend, da unkontaktierte Völker extrem anfällig für die Grippe und andere Krankheiten sind, gegen die sie keine Immunität ausgebildet haben. Viele dieser Gemeinden sind durch Krankheiten, mit denen sie sich bei den ersten Kontakten mit Außenstehenden angesteckt haben, praktisch ausgerottet worden. Die Befürchtung ist, dass ihr plötzliches Auftauchen ein Zeichen dafür sein könnte, dass sie von Eindringlingen aus ihrem angestammten Gebiet vertrieben werden.

José Carlos dos Reis Meirelles, der 40 Jahre lang in der FUNAI-Abteilung für unkontaktierte Völker in Acre gearbeitet hat, macht sich Sorgen um die Zukunft des Volkes. Er erklärte dem in Acre tätigen Journalisten Altino Machado: „Der Zustand, in dem sich FUNAI jetzt befindet… ist ein Vorbote für viele Tote.“

Da die Anzahl an Infizierten und Todesopfern in indigenen Gemeinden durch Covid-19 weiter steigt, sind abgeschieden lebende und unkontaktierte Völker zunehmend gefährdet, sich durch Kontakte mit der Krankheit anzustecken.

FUNAI, die brasilianische Behörde für indigene Angelegenheiten, ist unter Präsident Bolsonaro stark geschwächt worden, was die Gefährdung der indigenen Völker und ihrer Territorien in ganz Brasilien erheblich verschärft hat. Erfahrene Mitarbeitende wurden entlassen, FUNAIs Budget wurde drastisch gekürzt und viele ihrer Außenstellen, die unkontaktierte Völker schützen sollen, wurden geschlossen. Die Einheit für unkontaktierte Völker wird nun von einem evangelikalen Missionar geleitet, der mit der umstrittenen „New Tribes Mission“ (Ethnos360) verbunden ist, deren Ziel die Bekehrung unkontaktierter Völker zum christlichen Glauben ist. Obwohl juristische Schritte durch die indigene Organisation UNIVAJA und die brasilianische Staatsanwaltschaft eingeleitet wurden, ist er weiterhin im Amt.

Fiona Watson, Leiterin der Forschungsabteilung von Survival, sagte: “Die Nachrichten über diesen jüngsten Kontakt sind äußerst beängstigend, da die reale Möglichkeit besteht, dass sich die Gruppe die Grippe eingefangen und auf benachbarte unkontaktierte Gemeinden übertragen haben könnte. Diese Begegnung unterstreicht die dringende Notwendigkeit für FUNAI, alle ihre Außenstellen, die unkontaktierte Völker schützen sollen, wieder zu eröffnen und vollständig auszustatten. Zudem muss FUNAI mit SESAI [dem indigenen Gesundheitsdienst] zusammenarbeiten, um geeignete Abläufe zu entwickeln und sicherzustellen, dass erfahrene medizinische Teams vor Ort sind, um Ausbrüche von Grippe und Covid-19 in den Gemeinden, die in der Nähe von unkontaktierten Völkern leben, zu behandeln und einzudämmen.”

In den letzten zehn Jahren haben indigene Völker in Acre vermehrt über Hinweise auf unkontaktierte Völker berichtet. Der letzte größere Kontakt in diesem Bundesstaat ereignete sich 2014, als eine Gruppe unkontaktierter Sapanawa zu einer Ashaninka-Gemeinschaft kam, um vor gewalttätigen Angriffen illegaler Holzfäller-Banden zu fliehen. Innerhalb weniger Tage erkrankten viele von ihnen schwer an der Grippe und überlebten nur dank des schnellen Eingreifens des medizinischen Personals.

Im letzten Monat tauchten mehrere unkontaktierte Indigene aus dem Territorium der Uru Eu Wau Wau im Bundesstaat Rondonia auf, unmittelbar außerhalb des Gebiets, in dem viel Wald für die Landwirtschaft zerstört wurde. Das Vordringen von Holzfällern und Ackerbauern in das Gebiet der Uru Eu Wau Wau nimmt zu und gefährdet die Indigenen durch Gewalt und Krankheiten. Ari Uru Eu Wau Wau wurde im April 2020 ermordet. Er war als Wächter des Waldes tätig.


Schutzlose Schutzgebiete

Bewaffnete Gruppierungen vertreiben Ranger aus zehn Amazonas-Nationalparks in Kolumbien

WWF-Pressemitteilung, 4.9.20

In Kolumbien haben bewaffnete Gruppierungen den Abzug von Parkrangern aus den Nationalparks erzwungen. Dissidenten der 2017 demobilisierten Guerillabewegung FARC und andere Akteure hatten bereits im Februar damit begonnen, Wildhüter zu bedrohen. Laut WWF ist der Konflikt mittlerweile derart eskaliert, dass nun insgesamt zehn Amazonas-Schutzgebiete ohne staatlichen Schutz dastehen. Zu den betroffenen Gebieten zählt auch das Weltnaturerbe Chiribiquete, der größte Tropenwaldnationalpark der Erde. Insgesamt sind geschützte Flächen von fast neun Millionen Hektar betroffen, was in etwa der Größe Portugals entspricht.

Der WWF ist besorgt, dass die Entwicklung zutiefst negative Auswirkungen auf den Schutz des Amazonasgebiets in Kolumbien und die Sicherheit der lokalen Gemeinschaften haben könnte. „Die Gruppierungen haben sich bislang nicht erklärt, aber wir müssen davon ausgehen, dass sie es auf die Ressourcen der Schutzgebiete abgesehen haben“, sagt Dr. Julia Gorricho, Kolumbienexpertin beim WWF Deutschland. „Illegaler Holzhandel, Bergbau und Landraub sind attraktive Möglichkeiten für diese kriminellen Organisationen, sich zu finanzieren. Darunter leiden wird nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen vor Ort, insbesondere Indigene.“ Hierzu passe, dass die Entwaldung in Kolumbien in den ersten vier Monaten des Jahres um rund ein Drittel gestiegen ist im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2019.

Zusammen mit der staatlichen Nationalparkbehörde (Parques Naturales) und anderen lokalen Organisationen arbeitet der WWF an der Umsetzung von friedensbildenden Maßnahmen in der Region. Hier gehe es vor allem darum, die Lebensbedingungen von lokalen Gemeinschaften zu verbessern und sie in den Erhalt der Amazonas-Schutzgebiete einzubinden sowie Instrumente zur Lösung von Landkonflikten zu entwickeln.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Region mit dem Problem des Einfalls von bewaffneten Gruppierungen zu kämpfen hat. Über ein halbes Jahrhundert hinweg war Kolumbien Schauplatz des am längsten andauernden bewaffneten Konflikts in der westlichen Hemisphäre. Die lange Zeit auch in Amazonien wütenden bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen linksgerichteten Aufständischen und der Regierung sowie paramilitärischen Einheiten und Drogenkartellen forderte eine große Anzahl an Opfern. Doch nicht einmal in den schlimmsten Zeiten des Krieges seien so viele Schutzgebieten so hart betroffen gewesen wie heute – und das trotz des Friedensabkommens im Jahr 2016.




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