|
Aktuell
Überschwemmungen nach Kahlschlag (erweitert)
Montag 3. November 2003, 14:39 Uhr
67 Tote bei Überschwemmung in Indonesien
Jakarta (AFP) Eine plötzliche Flut nach heftigen Regengüssen hat in einer indonesischen Urlaubsregion in Minutenschnelle mindestens 67 Menschen in den Tod gerissen, darunter auch eine deutsche Touristin. Etwa hundert Menschen würden nach unbestätigten Berichten nach der Katastrophe vom Sonntagabend vermisst, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Unter den Todesopfern seien eine 20-jährige Deutsche, eine 40-jährige Touristin aus Österreich und ein Schweizer.
In kürzester Zeit war ein Fluss in der Touristenstadt Bohorok im Norden der indonesischen Insel Sumatra zu einem reißenden Strom angeschwollen und hatte zahlreiche Bungalows weggeschwemmt.
Ein Anwohner berichtete: "Es ging alles so schnell. In nur 20 Minuten hatte das Wasser Häuser und Hütten weggespült." Bohorok liegt in der Nähe des Gunung-Leuser-Nationalparks. Die Stadt ist wegen ihres Auswilderungszentrums für Orang-Utans bei Touristen sehr beliebt und wird auch von Wanderern und Rafting-Urlaubern besucht.
Der Verwaltungschef des betroffenen Distrikts Langkat machte illegal operierende Holzfäller für die Tragödie verantwortlich. "Opfer ist nicht nur die Natur, sondern auch menschliches Leben. Wir haben das kommen sehen", klagte der Beamte. In dem Nationalpark seien 40.000 Hektar Wald illegal abgeholzt worden. Die tropischen Regengüsse konnten nicht von den Bäumen aufgenommen werden und strömten ungehindert in den Fluss.
Dienstag 4. November 2003, 08:38 Uhr
Überschwemmung auf Sumatra - Mindestens 77 Todesopfer
Medan (Reuters) - Einen Tag nach der schweren Überschwemmung auf der indonesischen Insel Sumatra ist die Zahl der Todesopfer am Dienstag auf mindestens 77 gestiegen. Darunter sind auch zwei deutsche Urlauberinnen.
Behördenvertreter erklärten, die Opferzahl könne sich noch verdoppeln. Indonesische Zeitungen gaben die Zahl der Toten mit über 90 an. Die Rettungsarbeiten dauerten an, sagte eine Behördensprecherin. Doch Regen, Schlamm sowie zerstörte Straßen und Brücken erschwerten die Arbeit der Helfer im Gunung Leuser Nationalpark. Nach heftigen Regenfällen war dort am Montagmorgen dort der Fluss Bahorok über die Ufer getreten und hatte zahlreiche Wohngebäude, Ferienhäuser und Restaurants mit sich gerissen.
Am Dienstag wurde die Leiche einer 26-jährigen Deutschen identifiziert. Am Montag waren bereits eine 20-jährige Deutsche, eine 40-jährige Österreicherin und ein 67-Jähriger Mann aus Singapur tot geborgen worden. Die Identität eines fünftes ausländischen Opfers war noch unklar. Es soll ein Deutscher oder Schweizer sein.
Helfer suchten am Dienstag in den Trümmern aus Holzstämmen und Felsbrocken nach Überlebenden. "Wir vermuten, dass noch Dutzende Leichen unter den Holzstämmen in dem Gebiet begraben liegen", sagte ein Sprecher der örtlichen Regierung. "Die Leichen, die wir gefunden haben, sind wahrscheinlich nur die Hälfte der gesamten Opferzahl."
In Nordsumatra kommt es immer wieder zu Überflutungen, für die Behörden und Umweltschutzgruppen die dort grassierende illegale Abholzung verantwortlich machen. In dem Nationalpark leben seltene Tiere wie Tiger, Nashörner und Orang-Utans. Die günstigen Ferienhäuser in dem Dorf Bukit Lawang sind vor allem bei ausländischen Rucksack-Touristen und Indonesiern beliebt. Die Zahl ausländischer Touristen in Indonesien ist allerdings nach den Anschlägen auf der Ferieninsel Bali im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Damals sprengten Moslem-Extremisten zwei Nachtclubs in die Luft und töteten mehr als 200 Menschen, darunter viele junge ausländische Urlauber.
» zurück
|