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Aktuell
Ausverkauf von Afrikas Fauna
Dienstag 16. Dezember 2003, 11:22 Uhr
Afrikas Fauna droht Ausverkauf
London (pte) - Afrikas Fauna wird durch den Handel mit so genanntem Bush-Meat, Fleisch von Schimpansen und anderen Wildtieren, extrem gefährdet. Allein aus dem Kongo-Becken werden jährlich mehr als fünf Mio. Tonnen Fleisch exportiert. Der Handel mit dem Bush-Meat erhöht den Druck auf die Biodiversität in West- und Zentralafrika, berichtet BBC-Online.
Besonders gefährdet sind nach Angaben verschiedener Umweltorganisationen die Bestände der Elefanten und der Menschenaffen. Abhilfe soll die Organisation Bushmeat Campaign, die derzeit in London eine Konferenz über den Handel mit Fleisch von Wildtieren abhält, bringen. Afrikanische Spitzenpolitiker wollen nämlich den illegalen und vor allem unkontrollierten Handel mit Bushmeat einschränken. "Es ist nicht die lokale Nutzung von Wild, die uns Sorge bereitet, sondern der Handel mit dem Fleisch über die Grenzen hinweg", erklärt Clarkson Oben Tanyi-Mbianyor, Kameruns Umweltminister.
Ziel der Konferenz, an der auch Vertreter von Ghana teilnehmen, ist eine nachhaltige Nutzung von Bush-Meat. So sollen Eco-Guards eingesetzt werden, die die lokale Bevölkerung über die Folgen von dem Handel mit dem Fleisch aufklären sollen und auch neue Möglichkeiten zum Geldverdienen anbieten sollen. Schutzgebiete in Wäldern sollen den Bestand der reichen Biodiversität garantieren. Ein großes Problem der Kontrolle sind die unglaublichen Ausdehnungen der Gebiete. Manche dieser Wälder sind bis zu 70.000 Hektar groß. Daher fordert die Organisation auch eine optimierte Kommunikation mit Eco-Guards aus benachbarten Wäldern. Diese Schutzgebiete sollen länderübergreifend sein, damit der illegale Handel mit dem Bush-Meat in ganz West- und Zentralafrika ein Ende findet.
Mit der Schützenhilfe Großbritanniens soll den mehr als 150 Mio. Menschen, die in dieser Region leben und die zu den Ärmsten der Welt gehören, Alternativen geboten werden. Kritiker haben angebracht, dass der Heißhunger nach tierischem Eiweiss den Handel mit Bush-Meat niemals völlig eindämmen wird. Zoologen sind der Meinung, dass der Handel mit dem Fleisch eine reine Überlebensfrage für viele sei. Eine Kontrolle sei besser als ein Verbot. So könnte zum Beispiel bei einer auffälligen Abnahme von größeren Tieren wie Affen die Jagd auf Kleinsäuger verstärkt werden, um dennoch die Versorgung mit Fleisch zu gewährleisten. Adam Matthews, Bushmeat-Campaign Direktor, ist sich im Klaren darüber, dass die Diskussion um die Einschränkung mit dem Handel von Fleisch unbedingt im Kontext mit der Armut Afrikas untersucht werden müsse. Nur so können Strategien zur Erhaltung eines der reichsten ökologischen Gebiete der Welt geschaffen werden.
Weitere Informationen: http://bushmeat.net und http://www.zoo.cam.ac.uk/ioz/projects/bushmeat.htm
Montag, 15. Dezember 2003
WWF: In Westafrika blüht der illegale Handel mit Elfenbein
TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, warnt mit einem heute veröffentlichten Bericht vor dem weiterhin blühenden Elfenbeinhandel in Westafrika. Bei Inspektionen auf öffentlichen Märkten in Nigeria, in der Elfenbeinküste und im Senegal, fanden Artenschützer insgesamt mehr als 4.000 Kilogramm Elfenbein - eine Menge, die etwa 760 Elefanten entspricht. "Auf den Märkten fand man mehr Elfenbein als es in den drei Ländern Elefanten gibt", schildert Roland Melisch, Artenschutzexperte des WWF, die Dimensionen des Elfenbeinhandels. In den drei untersuchten Ländern zusammen leben nach neuesten Schätzungen der IUCN nur noch 543 Elefanten. Die Stichprobe zeige, dass der illegale Handel mit dem "weißen Gold" in den drei Staaten Blüten treibt und die Länder ihre Verantwortung zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Elefanten in West- und Zentralafrika nicht ernst nehmen.
"Dieser Elfenbeinfund zeigt uns nur die Spitze des Eisbergs. Wenn außer den Märkten auch noch Elfenbeinschnitzereien, Geschäfte und Privaträume untersucht worden wären, hätten wir wahrscheinlich weitere riesige Mengen Elfenbein gefunden", befürchtet Roland Melisch. Senegal, Nigeria und die Elfenbeinküste gehören zu den größten illegalen Händlern von Elfenbein auf der ganzen Welt. Laut WWF zählen die dortigen Schwarzmärkte für Elfenbein zu den Hauptverursachern der Elefanten-Wilderei in den zentralafrikanischen Staaten Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Gabun und Zentralafrikanische Republik. Die Schwarzmarktpreise sind unterschiedlich: In der Elfenbeinküste wird ein Kilogramm Elfenbein für rund 115 US-Dollar gehandelt, im Senegal für etwa 139 US-Dollar, in Nigeria erhält man die gleiche Menge bereits für 30 US-Dollar. Zu den Hauptkäufern gehören Touristen und Geschäftsleute aus Italien, Frankreich, den USA, China und Korea.
Die Wilderei für Fleisch und der illegale Elfenbeinhandel sind neben dem Verlust des Lebensraums durch die Ausbreitung landwirtschaftlicher Flächen die größten Bedrohungen für die Elefanten West- und Zentralafrikas. In den 1970er und 80er Jahren gingen die Bestände auf dem ganzen afrikanischen Kontinent von etwa 1,3 Millionen auf weniger als 400.000 Tiere zurück. Mittlerweile leben dank umfangreicher Schutzprogramme in Afrika wieder etwa 660.000 Elefanten, knapp die Hälfte davon im Süden. In Westafrika sind die Elefanten am stärksten gefährdet - dort gibt es nach Angaben von TRAFFIC nur noch höchstens 13.200 Tiere. 1989 wurde der internationale Elfenbeinhandel komplett verboten. Streng kontrollierte Ausnahmen gibt es lediglich für Elfenbein aus legalen Quellen der starken Elefantenbestände des südlichen Afrikas- zum Beispiel von Tieren, die nicht gewildert wurden, sondern eines natürlichen Todes starben. Die Erlöse fließen in Naturschutzprojekte in den betreffenden Ländern. Seit Jahrtausenden ist Elfenbein als Rohstoff für kunstvolle Schnitzereien, Skulpturen, Einlegearbeiten und luxuriöse Gebrauchsgegenstände begehrt. Stoßzähne von afrikanischen Elefantenbullen können zwei bis drei Meter lang werden. Sie bestehen zum größten Teil aus Dentin, das auch Hauptbestandteil des menschlichen Zahns ist.
Quelle/Text: WWF
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