Aktuell


CITES: Durchbruch bei Ramin

WWF: Durchbruch für Ramin und Orang Utans

WWF: Staaten sagen der Holzmafia Südostasiens endlich den Kampf an

Frankfurt, Bangkok, 8.10.2004: Dem unkontrollierten Handel mit dem in Asien, Europa und Nordamerika beliebten Tropenholz Ramin wird ein Riegel vorgeschoben: Die Weltartenschutzkonferenz CITES in Bangkok legte am Freitag fest, dass das selten gewordene Holz und alle Produkte, die daraus hergestellt werden, nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden dürfen. Die riesige Nachfrage nach Ramin, das auch in Deutschland für Zierleisten, Möbel, Bilder- und Fensterrahmen verwendet wird, lässt die letzten Sumpf-Wälder Südostasiens schrumpfen. Dort leben auch die vom Aussterben bedrohten Orang Utans. Volker Homes vom WWF freut sich, dass die jahrelange Lobbyarbeit von Umweltschützern aus aller Welt endlich Früchte getragen hat: "Der WWF hat sich auf der Artenschutzkonferenz speziell für den Schutz von Ramin ins Zeug gelegt. Die Holzmafia in Indonesien und Malaysia zerstört durch den illegalen Raubbau für den internationalen Ramin-Handel den Lebensraum der letzten Orang Utans."

Der WWF forderte im Vorfeld der Artenschutzkonferenz stärkere Handelskontrollen für alle rund 30 Ramin-Arten und unterstützte einen entsprechenden Antrag Indonesiens. Hintergrund der indonesischen Initiative: Skrupelloser Raubbau ließ das jährliche Ramin-Handelsvolumen in Indonesien innerhalb von zehn Jahren auf ein Siebtel schrumpfen - ein Beweis für den drastischen Rückgang der Ramin-Vorkommen. Durch den heutigen CITES-Beschluss, der aller Voraussicht nach in der nächsten Woche vom Plenum der Konferenz besiegelt wird, können Ramin importierende Staaten künftig auf Nachhaltigkeitsprüfungen in den Exportstaaten bestehen. Bislang fehlten dafür die gesetzlichen Möglichkeiten. Volker Homes: "Die Behörden in Indonesien, Malaysia und Singapur müssen endlich viel konsequenter gegen die ,Holzwäscher' vorgehen. Und sie müssen die zahlreichen Schlupflöcher in ihrer Gesetzgebung schließen. Wir freuen uns, dass es bereits eine ,Task Force' der drei Länder gibt, die erste Schritte zum Schutz von Ramin geht."

Ramin ist eines der wichtigsten Exporthölzer Südostasiens. Die offiziell genehmigten Quoten für die Ramin-Produktion liegen allerdings weit niedriger als die tatsächlich ausgeführten Mengen. Die Überkapazitäten müssen folglich aus illegalen Quellen stammen. Der illegale Holzeinschlag macht nach Schätzungen des WWF in Indonesien mehr als 70 Prozent der abgeholzten Menge aus. In den Vereinigten Staaten entdeckte der Zoll kürzlich eine Ladung von 883.000 Billardstöcken aus illegalem Ramin. Auch in Deutschland sind zahlreiche Produkte aus Raminholz im Angebot. "Angesichts der vielen unklaren Quellen, aus denen das Ramin stammt, gehen wir davon aus, dass auch in hierzulande illegales Ramin verkauft wird", warnt Volker Homes.


Handelskontrollen für Tropenholz Ramin beschlossen

08 Oktober, 2004 by epo.de

Bangkok/München (epo). - Das südostasiatische Tropenholz Ramin steht künftig unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA). Dies beschloss eine Versammlung des Abkommens heute in Bangkok. Künftig soll das begehrte Holz weltweit nur noch unter kontrollierten Bedingungen gehandelt werden.

Ramin wächst in den Sumpfwäldern Indonesiens und Malaysias, den letzten Rückzugsgebieten der Orang-Utans. "Die heutige Entscheidung setzt dem bisherigen Raubbau an Ramin ein Ende und trägt somit direkt zum Überleben der Orang-Utans bei", erklärte die Umweltschutzorganisation Pro Wildlife. Auf dem Weltmarkt erziele ein Kubikmeter verarbeitetes Ramin bis zu 1.000 US Dollar. Auch in Deutschland würden bislang große Mengen Ramin verkauft.

Der Antrag Indonesiens, Ramin in Anhang II des WA aufzunehmen, wurde einstimmig angenommen. In drei Monaten sollen die neuen Handelsbeschränkungen für das Tropenholz weltweit in Kraft treten. Exportstaaten müssen dann die naturverträgliche Entnahme einer Ramin-Lieferung bestätigen. Der größte Absatzmarkt EU hat zukünftig die Pflicht, die Importe ebenfalls auf ihre ökologische Vertretbarkeit zu überprüfen. "Die Unterschutzstellung von Ramin ist ein weiterer Meilenstein im Kampf um die bedrohten Regenwälder", betonte Pro Wildlife-Expertin Daniela Freyer. Bei der letzten WA-Konferenz im November 2002 wurde Mahagoni unter Schutz gestellt.

Zur Gattung Ramin (wissenschaftlich Gonystylus spp.) gehören 30 Baumarten. Fast alle im internationalen Handel angebotenen Raminprodukte stammen aus Indonesien und Malaysia. In der indonesischen Holzwirtschaft ging der Ertrag von Ramin seit den 70er Jahren von 1,5 Mio. auf nur noch 24.000 Kubikmeter jährlich zurück - Folge der dramatischen Abholzung dieser Bäume. "Sogar vor Nationalparks machen die illegalen Holzfäller keinen Halt. Dem selektiven Einschlag von Ramin folgt die ungezielte Rodung anderer Urwaldriesen, dies zieht eine Spur der Vernichtung nach sich", beschreibt die Pro Wildlife-Sprecherin die Situation in Indonesien. Mit einer Rodungsfläche von 3,8 Mio. Hektar pro Jahr vernichte Indonesien weltweit am meisten Wald.

Direkt betroffen von der rücksichtslosen Rodung von Ramin sind die Orang-Utans auf Borneo und Sumatra: Wissenschaftlich gelten die bedrohten Menschenaffen Borneos und Sumatras inzwischen als eigenständige Arten: Im Vergleich zu den 13.000 Sumatra-Orang-Utans ist der Bestand auf Borneo mit etwa 24.000 Tieren zwar größer, doch die Tiere leben fast ausschließlich in ungeschützten Gebieten und sind damit noch gefährdeter. Beide Arten leben vornehmlich in Sumpfwäldern, in denen Ramin vielerorts das häufigste Holz ist.

Indonesien erließ 2001 ein Exportverbot für Ramin, doch die Schutzbemühungen liefen bislang ins Leere: "Riesige Mengen Ramin werden auf dem Schiffsweg ins Nachbarland Malaysia geschmuggelt, dort weiterverarbeitet und als angeblich legales Holz in alle Welt weiterverkauft", erklärte Freyer. Malaysias eigene Raminbestände seien aufgrund jahrzehntelanger Plünderungen längst zusammengebrochen, doch der Export von Ramin laufe aufgrund des illegalen Nachschubs unvermindert weiter. 40% der in Malaysia verarbeiteten Hölzer stammten aus illegalen Quellen, Ramin spiele dabei eine erhebliche Rolle.

Auch in Deutschland ist Ramin aufgrund seiner hellen, gleichmäßigen Maserung und seiner Robustheit sehr beliebt für Holzleisten, Jalousien, Bilderrahmen, Furniere, Sperrholz oder Drachengestelle. "Zukünftig sollte das Ramin-Angebot deutlich bescheidener ausfallen", so Freyer.

"Die 166 WA-Vertragsstaaten haben heute die einzig richtige Entscheidung getroffen. Nur durch eine international einheitliche Vorgehensweise lässt sich der Handel wirksam kontrollieren", sagte Freyer.

Pro Wildlife e.V.


CITES: Schutz für Irawadi-Delfine und Ramin

Greenpeace-Online, 8.10.04

Hamburg/Bangkok (sit) - Zwei Erfolgsmeldungen von der CITES-Konferenz in Bangkok/Thailand: Der seltene Irawadi-Delfin soll zukünftig noch besser geschützt werden. Die tropische Holzart Ramin wird neu in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Die Entscheidungen müssen zwar noch das Schlussplenum nächste Woche passieren, doch werden keine Änderungen mehr erwartet.

CITES, die internationale Bezeichnung für das Washingtoner Artenschutzabkommen (WA), regelt den Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten. Je nach Grad der Gefährdung werden gefährdete Arten in den Anhängen I bis III gelistet. Den stärksten Schutzstatus bietet Anhang I.

Raminholz befand sich bislang auf keinem der Anhänge. Es wächst überwiegend in Indonesien und ist durch illegalen Einschlag besonders bedroht. Hinzu kommt, dass durch den Kahlschlag auch die letzten Rückzugsgebiete der Orang-Utans und Sumatratiger zerstört werden. Beide Tierarten werden zwar ebenfalls durch das Abkommen geschützt, ohne ihren Lebensraum haben sie aber keine Chance.

Auf Antrag Indonesiens kommt Raminholz auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens. Das bedeutet, dass diese Holzart nur noch unter strengen Auflagen und Kontrollen gehandelt werden darf. Ramin aus illegalem und zerstörerischem Einschlag darf weder exportiert noch importiert werden.

"Jetzt können die Regierungen endlich alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Schmuggel mit Ramin und die kriminellen Netzwerke, die diesen Handel kontrollieren, auszuhebeln", freute sich Greenpeace-Sprecherin Nathalie Rey vor Ort in Bangkok.

Ein großer Erfolg der diesjährigen CITES-Konferenz ist auch, dass der Irawadi-Delfin von Anhang II auf Anhang I hochgelistet wird. Die selten gewordene Delfinart lebt in südostasiatischen und nordaustralischen Küstengewässern, einige Populationen sind in großen Flüssen, wie dem Mekong, zu finden.

Den Tieren droht Gefahr von mehreren Seiten: Sie sterben als Beifang in Fischereinetzen, verlieren durch Überfischung ihre Nahrung, werden durch Dämme, Industrieansiedlungen, Flussverschmutzung und Lärm aus ihrem Lebensraum vertrieben. In Asien werden sie zunehmend für Delfinarien gefangen. Die Listung in Anhang I bedeutet, dass Handel mit Irawadi-Delfinen künftig vollkommen verboten sein wird.


Freitag, 8. Oktober 2004

Internationale Artenschutzkonferenz beschließt Schutz für tropische Ramin-Bäume

Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Washingtoner Abkommen hat sich bewährt"

Auf der internationalen Artenschutzkonferenz in Bangkok zeichnet sich ein Beschluss zum besseren Schutz von Tropenhölzern ab. Der wissenschaftliche Ausschuss hat heute einvernehmlich empfohlen, die Tropenholzart Ramin in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES) aufzunehmen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Es ist eine erfreuliche Nachricht für den Tropenwald, dass der Handel mit Ramin-Holz nunmehr einer strengen Handelsaufsicht unterworfen wird. Das Washingtoner Abkommen hat sich einmal mehr beim Schutz gefährdeter Arten bewährt."

Es ist davon auszugehen, dass das Plenum der Empfehlung des Ausschusses folgen wird. Dieses erfreuliche Ergebnis ist auf den von Deutschland immer wieder angeregten Dialog zwischen Indonesien und Malaysia zurückzuführen.

Die Tropenholzart Ramin wird in großem Umfang auch illegal weltweit gehandelt. Dies hat ruinöse Folgen in den Herkunftsländern, insbesondere Indonesien und Malaysia. Das helle, harte Holz wird in Europa vornehmlich zu Bilderrahmen, Gerätestielen und Drechslerware verarbeitet.

An der 13. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen in Bangkok nehmen 148 der 166 Vertragsstaaten mit rund 1.500 Delegierten teil. 1.600 Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen verfolgen die Verhandlungen vor Ort. Zur Zeit tagen die fachlichen Ausschüsse, in der kommenden Woche werden die vorbereiteten Beschlussempfehlungen im Plenum diskutiert und abschließend behandelt.

Quelle/Text: BMU


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