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Aktuell

Ölpest in Ecuadors Urwald (erweitert)

Sonntag 10. Oktober 2004, 14:09 Uhr

Öl-Pest im Urwald Ecuadors

Quito (dpa) - Mindestens 800 000 Liter Erdöl sind aus einer Pipeline im Nordwesten Ecuadors in den Fluss Ocana sowie in ökologisch empfindliche Urwälder ausgelaufen. Der Ölteppich auf dem Fluss sei 30 Kilometer lang.

Der Fluss führe zurzeit Hochwasser, weshalb ein Teil des Öls in die ufernahen Bereiche getrieben sei. Auch landwirtschaftliche Flächen seien betroffen, berichtete die Zeitung «El Comercio» am Samstag. Säuberungsarbeiten in den Regenwäldern Ecuadors gelten als äußerst schwierig.

Nach Angaben der staatlichen Erdölgesellschaft Petroecuador handelte es sich bei dem Ölaustritt um einen Sabotageakt, da die Pipeline keinerlei Beschädigungen aufweise. Anderen Berichten zufolge soll jedoch ein defektes Ventil Grund der Havarie gewesen sein. Das Öl sei zwölf Stunden unbemerkt ausgelaufen, hieß es weiter.

Bauern sollen zudem Säuberungsarbeiten behindert haben, da sie zunächst eine Entschädigungszusage verlangt hätten. Ölunfälle sind in Ecuador keine Seltenheit. Nach Angaben von Umweltschutzorganisationen sind bereits große Urwaldflächen rund um die Fördergebiete und entlang der Pipelines verseucht.


Ecuador erneut von Ölunfall heimgesucht

Greenpeace-Online, 11.10.04

Hamburg - Im Nordwesten Ecuadors sind mindestens 800.000 Liter Erdöl aus einer Pipeline ausgelaufen. Auf dem Fluss Ocana treibt ein 30 Kilometer langer Ölteppich, der sich durch Hochwasser auch auf angrenzende Felder ausgebreitet hat.

Berichten der Zeitung "El Comercio" vom Wochenende zufolge ereignete sich der Unfall bereits am Mittwoch. Das auslaufende Öl sei zwölf Stunden lang nicht bemerkt worden. Die staatliche Ölgesellschaft Petroecuador geht von einem Sabotageakt aus. Ein Ventil sei manipuliert worden. Solange die Verursacher des Schadens nicht gefasst seien, erhielten die geschädigten Bauern keine Entschädigung, sagte ein Sprecher.

Bei der undichten Leitung handelt es sich um die SOTE-Pipeline. Sie wird von Petroecuador betrieben. Aus der 30 Jahre alten Leitung sind seit 1970 mehr als 74 Millionen Liter Öl ausgetreten und haben die Umwelt verseucht. Das Öl ist die größte Einnahmequelle Ecuadors und ein Fluch für die Menschen, die in den Förderregionen und an den beiden Pipelines leben. (sit)

Lesen Sie dazu auch das Greenpeace-Interview mit dem Bürgermeister der ecuadorianischen "Ölhauptstadt" Lago Agrio, Maximo Abad.


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