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Aktuell
Tropenholzpapier verbannen
14. Oktober 04
Tropenholzpapier aus Ämtern verbannt
ROBIN WOOD fordert Verwaltungen zur Umstellung auf Recyclingpapier auf
Die saarländische Landesverwaltung will auf Papier aus Regenwaldzerstörung
verzichten. Bislang hat das Finanzministerium des Saarlands Kopierpapier der
Marke "Excellent Copy" verwendet. Auf Initiative von ROBIN WOOD wurde dieses
Papier jetzt ausgelistet. Es stammt vom Konzern APRIL, der auf Sumatra
Einheimische von ihrem Land vertrieben und dort großflächig Regenwald
zerstört hat. Das saarländische Umweltministerium erklärte, dass es sich für
die Verwendung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel in der
Landesverwaltung einsetze. Den saarländischen Fall sollten auch die
öffentlichen Verwaltungen in anderen Bundesländern zum Anlass nehmen, ihre
Papierbeschaffung zu überprüfen und auf Recyclingpapier umzustellen.
ROBIN WOOD hatte das im Finanzministerium verwendete Papier der Marke
"Excellent Copy" in einem Labor untersuchen lassen und dabei festgestellt,
dass darin Fasern von Tropenholz aus dem Regenwald stecken. Der
Papierhersteller APRIL hat auf Sumatra bereits rund 300.000 Hektar Regenwald
für die Zellstoffproduktion vernichtet - eine Fläche, die größer ist als das
Saarland. Durch die Entwaldung sind in Indonesien immer mehr Menschen von
Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.
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ROBIN WOOD konfrontierte das Finanzministerium mit den Rechercheergebnissen
und erhielt nun die Antwort, dass "die Zentrale Materialbeschaffungsstelle
beim Landesamt für Finanzen den Bedarfsstellen der saarländischen
Landesverwaltung mitgeteilt [hat], dass das Kopierpapier ,Excellent Copy'
aus dem Leistungsverzeichnis herausgenommen wurde. Die Bedarfsstellen sind
gehalten, darauf zu achten, dass die Lieferfirma künftig kein Kopierpapier
,Excellent Copy' mehr ausliefert". Der Lieferant des Papiers, das
Offenbacher "Bürohaus Schneider" erklärte ebenfalls, künftig kein Papier
mehr von Konzernen zu beziehen, die den Regenwald auf Sumatra zerstören.
ROBIN WOOD informierte außerdem das Umweltministerium. Es verwies darauf,
kürzlich eine Ministerratsvorlage zum "Einsatz von Recyclingpapier in der
saarländischen Landesverwaltung" auf den Weg gebracht zu haben. Wann diese
umgesetzt wird, ist aber noch offen.
"Die Steuerzahler haben sicher wenig Verständnis dafür, wenn für die
Papierflut in den Verwaltungen Menschen vertrieben und Urwälder zerstört
werden", sagt Jens Wieting, Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD. "Die soziale
und ökologische Alternative ist Recyclingpapier."
ROBIN WOOD fordert Bund, Länder und Gemeinden auf, bei der öffentlichen
Beschaffung konsequent auf Produkte aus zerstörerischer Waldnutzung zu
verzichten und von ihren Lieferanten zu verlangen, solche Produkte nicht
mehr anzubieten. Besondere Vorsicht ist bei dem Lieferanten PAPIER UNION
geboten. Denn PAPIER UNION - einer der führenden Papiergroßhändler in
Deutschland, der auch viele Verwaltungen beliefert - vertreibt trotz
weltweiter Proteste weiterhin Papier des APRIL-Konzerns.
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