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Genetischer Fingerabdruck von Tropenholz

Berninger: Genetischer Fingerabdruck von Tropenholz im Kampf gegen Waldzerstörung

Forschungsauftrag an Göttinger Wissenschaftler

Pressemitteilung BMVEL, 14.10.04

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Matthias Berninger, hat heute in Berlin einen Forschungsauftrag des Ministeriums an Forscher der Universität Göttingen zum "genetischen Fingerabdruck" von Tropenholz vergeben. Die Wissenschaftler des Instituts für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie unter Leitung von Prof. Dr. Reiner Finkeldey sollen genetische Merkmale von Tropenholz aus der Beispielregion Südostasien identifizieren, die Aufschluss über das konkrete Herkunftsgebiet des Holzes erlauben. "Damit gibt die Bundesregierung den Startschuss für die Untersuchung wirksamerer Kontroll- und Nachweismethoden im Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag weltweit", erklärte Berninger.

Bislang ist es kaum möglich, den genauen Herkunftsort eines geschlagenen Baumes zu bestimmen. Dies ist aber eine Grundvoraussetzung für den Nachweis der legalen Herkunft von Holz, denn nur so können Falschdeklarationen aufgedeckt und Tatbestände des illegalen Holzeinschlags wie der Einschlag in geschützten Gebieten nachgeprüft werden. Der "genetische Fingerabdruck" ist resistent gegen Manipulationsversuche. Dies ist schon von daher wichtig, weil der illegale Holzeinschlag in den Tropen zur organisierten Kriminalität gezählt werden muss, der jedes Fälschungs- und Manipulationsmittel recht ist.

Berninger betonte, dass man damit kein absolutes Neuland betrete. An europäischen Baumarten habe man den genetischen Fingerabdruck bereits mit Erfolg eingesetzt. So habe zum Beispiel die französische Weinindustrie auf diese Weise die Verwendung der besten Holzarten für ihre Weinfässer gegen Betrug abgesichert. Für tropische Holzarten liegen allerdings noch keine vergleichbaren Erkenntnisse vor.

Die Eindämmung des illegalen Holzeinschlags, der mit verantwortlich ist für großflächige Wald­zerstörungen vor allem im tropischen Regenwald, ist eine der Hauptziele der internationalen Waldpolitik der Bundesregierung. Auch die EU prüft derzeit die Verwendung spezieller Legalitäts­nachweise für Holzimporte. Berninger machte deutlich, dass die Bundesregierung konsequent alle rechtlichen Möglichkeiten zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags ausschöpfen will. Erst kürzlich habe man sich auf Initiative des Bundesverbraucherministeriums mit EU-Experten unter anderem aus den Bereichen Forstwirtschaft, Bekämpfung organisierter Kriminalität, Zoll und Umweltschutz über die Nutzung der Methoden der Geldwäschebekämpfung beraten (PM vom 01.10.2004) _ mit positivem Ergebnis. Die Verfolgung von Maßnahmen im Rahmen dieser Regelungen soll durch die nun in Auftrag gegebene Holzerkennungsmethode erheblich verbessert werden.

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