AktuellBrandrodung in Amazonien
Brandrodungen verschlimmern Treibhauseffektsda, 9.12.04Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes durch Brandrodungen ist hauptverantwortlich für die schädlichen Gasemissionen des südamerikanischen Landes, die den so genannten Treibhauseffekt verursachen. Das geht aus einer Regierungsstudie aus den Jahren 1990 bis 1994 hervor, die in Brasilien erstmals veröffentlicht wurde. Sie sollte auch bei der UNO-Klimakonferenz in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires vorgestellt werden. Nach der in Brasilia veröffentlichten Studie war das grösste Land Lateinamerikas zwischen 1990 und 1994 für drei Prozent aller weltweiten Treibhaus-Gasemissionen verantwortlich. Als überraschend werteten Experten die Tatsache, dass die Brandrodungen zur Vorbereitung von Anbauflächen im Urwald 1994 für drei Viertel aller Treibhausgasemissionen in Brasilien sorgten. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe hatte nur einen Anteil von 23 Prozent. Der brasilianische Ausstoss von Kohlendioxid (CO2), jenes Gases, das für den Treibhauseffekt und die globale Temperaturerhöhung hauptverantwortlich ist, erhöhte sich laut der Studie allein zwischen 1990 und 1994 um fünf Prozent auf 1,03 Milliarden Tonnen. Brasiliens Umweltministerin Marina Silva versicherte, die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva tue alles, um die Zerstörung des Regenwaldes zu bremsen. Dazu müssten vor allem die illegalen Aktivitäten bekämpft werden, sagte sie. Befreiungstheologe Boff wendet sich von Lula-Regierung abRio de Janeiro, 9.12.04 (Kipa) Aus starker Unzufriedenheit mit der brasilianische Sozial-und Wirtschaftspolitik hat sich jetzt auch der bekannte katholische Befreiungstheologe Leonardo Boff von der Regierung unter Staatschef Luis Inacio Lula da Silva abgewandt.In jüngsten Veröffentlichungen stellte der brasilianische Theologe fest, dass man in die Regierung keine Hoffnungen mehr setzen könne. Boff hatte persönlich am Wahlkampf des Ex-Gewerkschaftsführers Lula teilgenommen und ihn selbst dann noch in zahlreichen wöchentlichen Zeitungskolumnen verteidigt, als Brasiliens Bischofskonferenz bereits scharfe Kritik an Lulas Kurs übte. Die Wirtschaftspolitik der Regierung produziere soziale Ungerechtigkeit, so der Theologe. Zwar nähmen die Exporte zu, doch gleichzeitig auch Arbeitslosigkeit und Verarmung des Volkes - "auf ein schlimmeres Niveau als in Äthiopien". Das soziale Chaos wachse von Tag zu Tag. Brasiliens Realität sei auch "ökologisch pervers". Zwar würden die Aussenschulden jetzt pünktlich bezahlt, doch um den Preis einer beispiellosen Vernichtung Amazoniens durch Holzindustrie und exportorientiertes "Agro-Business" sowie der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Millionen. Die so dringliche Agrarreform, also die Verteilung riesiger ungenutzter Flächen an Landlosenfamilien, kommt laut Boff kaum voran, habe auch unter der Lula-Regierung keine Priorität. Erst vor kurzem hatte der Befreiungstheologe Frei Betto seinen Beraterposten im Präsidentenpalast von Brasilia niedergelegt. Der Dominikaner hatte zuletzt ebenfalls die als neoliberal geltende Politik Lulas kritisiert. » zurück |
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