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Amazonas-Dürre nimmt zu

Amazonas-Dürre wird immer schlimmer

Brasilien ruft Notstand für Region aus

Manaus (pte/17.10.2005/11:31) - Die Dürreperiode im Amazonas hat nun das brasilianische Militär auf den Plan gerufen: Zehntausende Menschen werden nun von den Streitkräften mit Medikamenten, Nahrungsmittel und auch mit Trinkwasser versorgt, da die Wasserwege ausgetrocknet sind. Nach Augenzeugenberichten sind zahlreiche Flüsse und Seen komplett ausgetrocknet und haben Kilometer von Sand und Schlamm zurückgelassen, wie das brasilianische Geological Service berichtet.

Umweltgruppen wie Greenpeace sehen allerdings in erster Linie den Kahlschlag als Ursache für das Ausbleiben der Regenfälle. Wissenschaftler haben erklärt, dass das Abbrennen von Wäldern die Temperaturen im Amazonas steigen ließ. Dies verhindere die Bildung von Wolken. Das Ergebnis sei eine der schlimmsten Trockenperioden im brasilianischen Regenwald. Die brasilianischen Meteorologen sehen in erster Linie die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Atlantischen Ozean als Ursache für das Ausbleiben des Regens. Diese sind auch für die verheerenden Wirbelstürme in der Region Mittelamerika-Karibik und den Südstaaten der USA verantwortlich.

Betroffen von der Dürre sind alle 61 Städte im Staat Amazonas und in weiterer Folge werden es auch alle Städte sein, die Trinkwasser aus dem Flusssystem beziehen. Die Luftstreitkräfte haben Chemikalien zur Wasseraufbereitung geliefert, da tote Fische das Wasser verunreinigt haben. Nach Augenzeugenberichten verrotten Millionen von Fischen in der Hitze. Größere Schiffe sind im größten Flusssystem der Erde gestrandet. Die Trockenperiode ist die schlimmste in Brasilien seit 60 Jahren.


Bilder, die erschrecken: Dürre im Amazonas

Von Sigrid Totz, 18.10.05

Im Amazonasbecken gefährdet die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten ein Ökosystem der Superlative. Das wasserreichste Flusssystem der Erde - der Amazonas mit seinen vielen Nebenflüssen - trocknet aus. Wo Flussschiffe und Boote mitten durch dichten Urwald fuhren, ist geborstene Erdkruste zurückgeblieben. Massen toter Fische säumen elende Rinnsale.

Carlos Rittl, Waldexperte bei Greenpeace Brasilien, hat die Region oft bereist: Wenn die Landschaft, die ich jetzt gesehen habe, einen Vorgeschmack von dem gibt, was noch kommt, dann sind wir in ernsten Schwierigkeiten, sagt er.

Die Fotos in dieser Bildergalerie hat eine Fotografin des Greenpeace-Teams in der vergangenen Woche aufgenommen. Greenpeace Schiff MV Arctic Sunrise auf dem Amazonas im brasilianischen Regenwald.

Zum Vergleich eine Aufnahme aus dem Jahr 2001. Das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" auf einem Nebenfluss des Amazonas. So kennen wir die Region von Fotos oder aus eigener Anschauung.

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