|
Aktuell
Delegation zu Ecuador-Indigenen
Leben am anderen Ende der Pipeline
Vertreter und Vertreterinnen von Klima-Bündnis Städten aus
Deutschland, Österreich und Luxemburg reisen in eine Erdölregion im
Regenwald von Ecuador.
Pressemitteilung Klimabündnis, 27. Oktober 2005
Erdöl stammt nicht nur aus Wüstengebieten des Nahen Ostens. Auch
in tropischen Regenwäldern wird das "schwarze Gold" seit mehreren
Jahrzehnten gefördert. Welche Folgen dies für Mensch und Natur hat,
davon wollen sich fünf Städtevertreter und -vertreterinnen aus
Deutschland, Österreich und Luxemburg nun selbst überzeugen. Mit
dabei sind der Oberbürgermeister der Stadt Konstanz, Horst Frank,
und die Leiterin des Agenda 21-Büros der Stadt Hannover, Silvia
Hesse. Am kommenden Montag reisen sie für zwei Wochen mit dem
Klima-Bündnis europäischer Städte in eine Erdölregion im
Amazonasgebiet von Ecuador.
Neben dem Besuch indigener Dörfer stehen Gespräche mit
Bürgermeistern und Bürgern von Erdölstädten und Diskussionen mit
Ärzten, Juristen und Sozialwissenschaftlern in den Provinzen
Sucumbíos und Orellana auf dem Programm. Ende August hatten dort
tausende Menschen über eine Woche lang Ölquellen besetzt und
Straßen blockiert, um gegen die massiven Umweltverschmutzungen
und die Armut in den Fördergebieten zu protestieren. Ihre persönlichen
Eindrücke sollen die Mitreisenden im politischen Umfeld weitergeben
und so dazu beitragen, in Europa verstärkt auf die Situation
aufmerksam zu machen.
"Wir möchten die Öffentlichkeit darüber informieren, was am anderen
Ende der Pipeline geschieht, wenn sie an der Zapfsäule stehen und
sich über den hohen Benzinpreis ärgern. Der Preis hat noch immer
keinerlei Relation dazu, was dieser fossile Rohstoff die Welt tatsächlich
kostet", erklärt Silke Lunnebach, beim Klima-Bündnis zuständig für den
Bereich Nord-Süd-Kooperation. Über 1300 Städte und Gemeinden aus
15 europäischen Ländern, die sich im Klima-Bündnis
zusammengeschlossen haben, sind neben einer Selbstverpflichtung
zum Kimaschutz auch ein Bündnis mit den indigenen Völkern
Amazoniens eingegangen.
Die Europäische Geschäftsstelle des Klima-Bündnis in Frankfurt am
Main organisiert die Reise gemeinsam mit dem Klimabündnis
Österreich und Action Solidarité Tiers Monde (ASTM) / Klimabündnis
Luxemburg im Rahmen des EU-Bildungsprojektes "Schwarzes Gold
aus grünen Wäldern - Erdöl in Amazonien". Ein ecuadorianischer
Anthropologe begleitet die Gruppe. Schwerpunkt ist die Darstellung der
Situation der indigenen Völker in Amazonien und die Bedrohung ihrer
Kultur durch die Zerstörung des Regenwaldes, insbesondere durch die
Ölförderung.
www.erdoelinamazonien.org
Klima-Bündnis/Alianza del Clima e.V.
» zurück
|