Aktuell


BfdW- und Adveniat-Spendenaktion

27. November, 2005

«Brot für die Welt» und «Adveniat» starten Spendenaktionen

Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Nahrungsmittel

Herrnhut/Limburg/dpa. Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben am Sonntag ihre weihnachtlichen Spendenaktionen «Brot für die Welt» und «Adveniat» gestartet. Mit der Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Nahrungsmittel auf der Welt wurde die 47. «Brot für die Welt»-Aktion im sächsischen Herrnhut eröffnet. Im Mittelpunkt der katholischen «Adveniat»-Kampagne, die mit einem Gottesdienst im Limburger Dom begann, steht die Armut in Brasilien.

Der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland, Pastor Siegfried Großmann, sagte bei dem Eröffnungsgottesdienst in Herrnhut: «Eigentlich dürfte in unserer Welt kein einziger Mensch an Hunger leiden, während andere im Überfluss leben.» Denn Nahrung und Wasser gebe es genug. Das Menschenrecht auf Nahrung steht dieses Jahr im Mittelpunkt der bundesweiten Spendenaktion, deren Motto «Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt» lautet. Großmann forderte einen fairen Handel zwischen reichen und armen Ländern. Es müsse eine Weltwirtschaftsordnung geben, «die es den Erfolgreichen nicht erlaubt, anderen das Lebensnotwendige wegzunehmen.»

Bei «Adveniat» sind unter dem Motto «Lichtblicke» bundesweit rund 200 Veranstaltungen geplant, darunter Benefizkonzerte, Ausstellungen, Diskussionen und Vorträge, in denen Brasilianer über die Situation in ihrer Heimat berichten. Außerdem gibt es eine Weihnachtskollekte. Die Kirche will so auf die Lebensbedingungen der Brasilianer sowie auf ihr eigenes Engagement für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit aufmerksam machen. Der Limburger Bischof Franz Kamphaus zelebrierte die Messe unter anderem mit dem Vorsitzenden der brasilianischen Bischofskonferenz, Kardinal Geraldo Agnelo. An dem Gottesdienst nahm auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) teil.

Die evangelische Hilfsorganisation «Brot für die Welt» setzt sich für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. 2004 sammelte sie rund 54 Millionen Euro Spenden. Dieses Jahr waren erstmals die evangelischen Freikirchen für die Eröffnungsveranstaltung verantwortlich. Herrnhut ist Stammsitz der Freikirche Evangelische Brüder-Unität, die auch unter dem Namen Herrnhuter Brüdergemeine bekannt ist.

«Adveniat» ist ein Hilfswerk der Katholiken, das die Menschen in Lateinamerika unterstützt. Es wurde 1961 gegründet und finanziert nach eigenen Angaben jährlich rund 4200 Projekte mit über 56 Millionen Euro. Damit sei es das größte Hilfswerk in Europa für Lateinamerika. Im vergangenen Jahr flossen nach Brasilien 13 Millionen Euro, mit dem Geld wurden 1500 Projekte unterstützt.


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