Aktuell


Update Indonesien-Waldbrände

Mittwoch 11. Oktober 2006, 14:56 Uhr

Umweltminister beraten über Maßnahmen gegen Brandrodungen

Kuala Lumpur (AP) Umweltminister mehrerer südostasiatischer Staaten kommen am Freitag in Singapur zusammen, um über Maßnahmen gegen die Brandrodungen in Indonesien und die dadurch verursachte Luftverschmutzung zu beraten. Weite Teile der Region sind immer noch in Rauch und Dunst gehüllt. Die Luftqualität hat sich in Malaysia, Singapur und Indonesien dramatisch verschlechtert, die Zahl der Atemwegserkrankungen ist gestiegen. Die eingeschränkten Sichtverhältnisse behindern auch den Flugverkehr.

Der Ministerpräsident von Singapur, Lee Hsien Loong, rief Indonesien auf, schnellstens etwas gegen die Brandrodungen zu unternehmen. Der Ruf Südostasiens stehe auf dem Spiel. In diesem Jahr sei es vermutlich schon zu spät, noch etwas gegen die Brände zu unternehmen, so etwas dürfe sich aber nicht wiederholen, schrieb Lee. Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono entschuldigte sich im Namen der Regierung.

In Malaysia konnten die Menschen am Mittwoch wieder etwa aufatmen. Regen und ein Wechsel der Windrichtung führten dazu, dass nur noch zwei der 51 Messstationen die Luftqualität als ungesund einstuften. Noch am Wochenende waren weite Teile Malaysias sowie Indonesiens und Singapurs in Rauch und Dunst gehüllt. Grund dafür sind illegale Brandrodungen auf Borneo und Sumatra. Die Brände werden während der Trockenzeit alljährlich von Bauern oder landwirtschaftlichen Unternehmen gelegt, um auf billige Weise Land für Plantagen zu roden, zumeist für Palmöl.


Donnerstag 12. Oktober 2006, 09:04 Uhr

Indonesien entschuldigt sich bei Nachbarn für Umweltverschmutzung

Jakarta (AP) Indonesien hat sich bei seinen südostasiatischen Nachbarn für die anhaltende Luftverschmutzung durch Brandrodungen entschuldigt. Am Donnerstag waren weite Teile von Sumatra und Borneo wieder so stark in Rauch und Dunst gehüllt, dass Autofahrer nur mit Licht fahren konnten und zahlreiche Flüge abgesagt werden mussten.

Die Umweltminister aus fünf Staaten treffen sich am (morgigen) Freitag in Pekanbaru in der indonesischen Provinz Riau, einer der am schlimmsten betroffenen Regionen. Zunächst sollte das Krisentreffen in Singapur stattfinden, doch Indonesien beharrte darauf, die Minister zu sich einzuladen.

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono entschuldigte sich am Mittwochabend im Namen der Regierung für die Umweltverschmutzung, auch wenn kein Vorsatz dahinter stecke. Indonesien würde sich über internationale Hilfe im Kampf gegen die Feuer freuen. Doch erst die in einigen Wochen erwarteten Regenfälle dürften die Brände vollständig löschen. Die Polizei hat zahlreiche Landbesitzer wegen der Brandrodungen festgenommen. In Singapur und Malaysia verbesserte sich die Luftqualität am Donnerstag etwas.


Donnerstag 12. Oktober 2006, 11:21 Uhr

Indonesien sagt Nachbarn verstärkten Kampf gegen Brandrodung zu

Jakarta (AP) Nach der erneuten Luftverschmutzung in Teilen Südostasiens durch Brandrodung will Indonesien ein Abkommen zur Bekämpfung der Feuer unterzeichnen. Das kündigte ein Sprecher von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono vor einem Krisentreffen der südostasiatischen Umweltminister an.

Am Donnerstag waren weite Teile von Sumatra und Borneo wieder so stark in Rauch und Dunst gehüllt, dass Autofahrer nur mit Licht fahren konnten und zahlreiche Flüge wegen schlechter Sicht abgesagt werden mussten.

Indonesien hat als einziges der zehn im Verband südostasiatischer Staaten (ASEAN) zusammengeschlossenen Länder ein 2002 vereinbartes Abkommen nicht unterzeichnet, das unter anderem die Schaffung eines regionalen Koordinationszentrums bei Ausbruch der jährlich wiederkehrenden Brände vorsieht. Präsident Yudhoyono entschuldigte sich bei den Nachbarstaaten für die anhaltende Luftverschmutzung. Indonesien würde internationale Hilfe im Kampf gegen die Feuer begrüßen, sagte er am Mittwochabend.

Erst die in einigen Wochen erwarteten Regenfälle dürften die Brände vollständig löschen. Die Polizei hat zahlreiche Landbesitzer festgenommen. Die Feuer werden während der Trockenzeit alljährlich von Bauern oder landwirtschaftlichen Unternehmen gelegt, um billig Land für Plantagen zu roden, zumeist für Palmöl. In Singapur und Malaysia verbesserte sich die Luftqualität am Donnerstag etwas.

Die Umweltminister aus fünf Staaten treffen sich am (morgigen) Freitag in Pekanbaru in der indonesischen Provinz Riau, einer der am schlimmsten betroffenen Regionen. Zunächst sollte das Krisentreffen in Singapur stattfinden, doch Jakarta bestand darauf, dass die Minister in Indonesien zusammenkommen.


Malaysia und Singapur ersticken im Smog

Import von indonesischem Palmöl muss gestoppt werden

London/Berlin (pte/10.10.2006/13:35) - Malaysia und Singapur haben den südlichen Nachbarn Indonesien dazu aufgefordert, endlich etwas gegen die Umweltverschmutzung durch die zum Großteil illegale Brandrodung zu unternehmen. Der Grund für den Aufschrei der beiden Staaten: eine dicke Smogwolke mit einer Sichtweite, die teilweise nur 200 Meter beträgt, hat die Halbinsel Malaya und die Insel Borneo erfasst. In Singapur musste sogar eine Warnung ausgegeben werden, dass die Bewohner ihre Häuser nicht mehr verlassen dürfen.

Das Ereignis scheint sich Jahr für Jahr zu wiederholen: Um Land für Ackerbau zu gewinnen, greifen die Indonesier zur Brandrodung. Große Teile Sumatras und der Süden Borneos stehen in Brand und die dicken Rauchwolken ziehen Richtung Norden. Dort verursachen sie Chaos: Flüge werden gestrichen, die Bevölkerung wird davor gewarnt ins Freie zu gehen und Autos müssen mit Licht fahren. Nach Berichten von BBC ist der Smog in diesem Jahr jedoch bei weitem nicht so schlimm wie im Vorjahr. 1997 war die Umweltkatastrophe bisher am schlimmsten - damals war die Smogwolke mehrere tausend Quadratkilometer groß und führte sogar zum Absturz eines Airbus der indonesischen Fluggesellschaft Garuda.

Umweltschutzverbände wie die Deutsche Organisation Rettet den Regenwald (RdR) machen die zunehmend größeren Palmplantagen dafür verantwortlich. "Nach Berichten aus Indonesien werden große Teile der Regenwälder für Palmöl-Plantagen gerodet", so Reinhard Behrend, Vorsitzender der RdR, im pressetext-Interview. Durch die große Nachfrage nach Palmöl als alternative Energie, werde die Rodung der Regenwälder angeheizt, meint der Experte. "Regelmäßig werden riesige Waldflächen abgefackelt. Durch diese Waldbrände wurden in manchen Jahren bereits mehr als eine Mrd. Tonne CO2 freigesetzt. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten CO2-Emissionen." Die Umweltorganisation fordert daher einen sofortigen Stopp des Imports von Palmöl aus Indonesien. Zudem dürfe auch kein Zellstoff und kein Tropenholz mehr von dort importiert werden.

Das Bild der Waldbrände in Indonesien ist Jahr für Jahr dasselbe: Tausende Feuer brennen und können nicht unter Kontrolle gebracht werden. Malaysia hat angedroht die für das Feuer verantwortlichen Unternehmen zu klagen. Nach den verheerenden Bränden 1997 wurde schließlich 2002 ein Transboundary Haze Pollution Agreement von der Association of South East Asian Nations unterzeichnet, das als Frühwarnsystem wirken sollte. Demnach sollte auf die Gefahr des Feuers möglichst rasch reagiert werden. Im Juni hieß es seitens der indonesische Regierung, dass intensiv daran gearbeitet werde, die Feuer und die daraus resultierende Smogwolke unter Kontrolle zu haben. Die indonesische Regierung hatte per Gesetz Brandrodungen verboten, berichtet BBC, die Brände lägen allerdings in sehr entlegenen Regionen, in denen die Regierung keine Kontrolle habe.

Auf den indonesischen Inseln Sumatra und Borneo wurden bisher rund fünf Mio. Hektar Regenwald in Palmöl-Plantagen verwandelt. In Malaysia sind diese Plantagen zu 87 Prozent für das Verschwinden der Regenwälder verantwortlich. "Mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Palmöls kommen aus diesen zwei Ländern", so Behrend. Der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Palmöl, das unter diesen Umständen gewonnen wird, sei sinnlos. Behrend kritisiert die Pläne des Energiekonzerns RWE, ein großes Kraftwerk im englischen Littlebrook zukünftig mit Biodiesel aus Palmöl statt mit Erdöl zu befeuern. "Statt mit dem Einsatz von Palmöl das Weltklima anzugreifen, muss der deutsche Energiekonzern seine Millionen endlich in Energiesparmaßnahmen und einer Steigerung der Energieeffizienz investieren."


Verheerende Waldbrände - Indonesien hofft auf russische Löschflugzeuge

JAKARTA, 12. Oktober (RIA Novosti). Angesichts der grassierenden Waldbrände will Indonesien von Russland zwei Löschflugzeuge ausleihen. Dies erklärte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono in der Nacht zum Donnerstag.

Indonesien brauche dringlich Flugzeuge, die im Einsatz gegen Waldbrände auch wirksam sind, sagte der indonesische Umweltminister Rachmat Witoelar in einem Interview mit RIA Novosti. Angesichts der schnellen Ausbreitung der Waldbrände auf den indonesischen Inseln Kalimantan und Sumatra brauche sein Land Flugzeuge, die viel Wasser aufnehmen können, sagte er. "Wir wissen, dass Russland solche Maschinen hat."

Ein entsprechender Antrag sei bereits eingereicht worden, teilte der indonesische Minister. Nun müssten die Details des Geschäfts vereinbart werden.




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