AktuellAKTION zu Kolumbien (Palmöl)
Kolumbien: illegale Ausdehnung der PalmplantagenRettet den Regenwald e.V., 10.11.06Chocó, neue Drohungen gegen Enrique Petro und weitere Mitglieder des Gemeinschaftsrates des Curvaradó, illegale Ausdehnung der Palmenplantagen gehen weiter. Schon im August und September dieses Jahres hat die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz (CIJP) über neue Drohungen gegen Enrique Petro informiert. Herr Petro ist Mitglied des Gemeinschaftsrates des Curvaradó – Flusslaufes und Besitzer von 150 Hektaren Land. Er hat ein Teil seines Landbesitzes für die Schaffung einer Zona Humanitaria (humanitäre Zone, Zone die frei von bewaffneten Akteuren bleiben soll) zur Verfügung stellt. Zwei Vertreter der Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien waren bei der Gründung dieser humanitären Zone und bei der Rückkehr mehrerer vertriebener Familien im April 2006 als internationale Beobachter anwesend. Nun, in neuen Berichten von CIJP vom 23. und 27. Oktober 2006 erfahren wir, dass das Unternehmen Urapalma erneut Teile des Landes von Enrique Petro besetzt hat. Urapalma ist das grösste Unternehmen der Region, das Ölpalmen-Plantagen in der Region von Curvaradó und Jiguamendó unterhält, u. a. auch auf Land, das sie illegal angeeignet hat, da es Bauern gehört, die durch den bewaffneten Konflikt von ihrem Land vertrieben wurden. So sind auch 120 ha des Privatbesitzes von Enrique Petro seit einigen Jahren illegal mit Oelpalmen bepflanzt. Auf einem kleinen Teil des Landes von Enrique Petro befindet sich die Zona Humanitaria del Curvaradó, wo sich im April dieses Jahres Familien, die vor Jahren von ihrem Land vertrieben wurden, wieder angesiedelt haben. Dieser Wiederansiedelungsprozess wird von CIJP und verschieden internationalen Organisationen (PBI, PASC) begleitet. Anlässlich der Rückkehr der Familien im April 2006 waren diese Palmenpflanzungen mit Unkraut überwuchert und schienen nicht mehr bewirtschaftet zu werden. CIJP ging davon aus, dass Urapalma diese Plantage aufgegeben hatte, da der Druck auch international zu gross wurde. Zudem haben verschiedene Behörden und staatliche Funktionsträger – u.a. der Landwirtschaftsminister Dr. Arias persönlich - immer wieder angekündigt, dass den Afrokolumbianern ihr Land zurückgegeben werde. Zudem haben verschiedene Resolutionen der Ombudsstelle für Menschenrechte und der staatlichen Aufsichtsbehörde Procuraduría den Besitzanspruch der Afrokolumbianer und Kleinbauern als rechtmässig bestätigt. Trotzdem ist bisher nichts davon passiert. Vielmehr gehen der Anbau und die Enteignungen weiter. Seit dem 23. Oktober 2006 sind mehrere Dutzend Arbeiter im Auftrag von Urapalma daran, die Palmenplantagen vom Unkraut zu säubern, womit Urapalma ihren widerrechtlichen Besitzanspruch erneut bestätigt. Die zuständigen Behörden und die ganz in der Nähe stationierten Einheiten der 17. Armeebrigade haben dagegen nichts unternommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Urapalma ihrerseits Enrique Petro und zwei Mitglieder von CIJP (Hermana Cecilia und Padre Henry) und Mitglieder von PASC, eine Menschenrechtsbeobachter-Organisation aus Kanada, der Besetzung von Land des Unternehmens angeklagt hat. Beim vermeintlichen Landbesitz des Unternehmens handelt es sich um den Besitz von Enrique Petro, der nun zur Zona Humanitaria gehört. Auch wurde in letzter Zeit vermehrt eine paramilitärische Gruppierung namens „Aguilas Negras“ im Gebiet von Curvaradó bemerkt, u.a. auch in den Zonas de Bioversidad (Biodiversitätszonen, von den Gemeinschaften klar bezeichnete und abgegrenzte Gebiete, wo sie den ursprünglichen Zustand vor der Palmeninvasion wieder herzustellen versuchen), die auf kollektivem Grundbesitz der afrokolumbianischen Gemeinschaften im Gebiet von Curvaradó aufgebaut werden. Durch die Einschüchterung der Paramilitärs sind schon wieder Leute aus diesen Zonen vertrieben worden. Zudem wurden seit dem 7. Oktober 2006 die Drohungen gegen Enrique Petro erneuert. Mehrere Palmenarbeiter sprachen darüber, wie Don Enrique Petro unbedingt beseitigt werden müsse. Dies ist als eine konkrete Drohung gegen ihn und die Mitglieder der humanitären Zone zu verstehen, weshalb wir um ihre Sicherheit sehr besorgt sind. Mit beigelegtem Musterbrief in Spanisch wollen wir die zuständigen kolumbianischen Regierungsstellen wie den Vizepräsidenten, den Innen- und Justizminister und den Generalstaatsanwalt von Kolumbien auf diese Missstände aufmerksam machen und an die Rechte von Don Petro, der Zona Humanitaria und der Bevölkerung von Curvaradó erinnern, z. B. auch an die vom Interamerikanischen Menschenrechtshof angeordneten Schutzmassnahmen für die afrokolumbianischen Gemeinden vom Jiguamiandó und vom Curvaradó. Wir bitten Sie deshalb, diesen Musterbrief zu datieren und in Ihrem Namen an die angegebenen Adressen zu senden/faxen, immer mit Kopie in Mail- oder Briefform an die Kolumbianische Botschaft in Bern. Zur Email-Aktion Palmöl-Attacke: Helfen Sie den Menschen sich zu wehren!Rettet den Regenwald e.V., 10.11.06"Palmöl ist ein wichtiger Grundstoff. Doch die Anlage von Plantagen führt zu Menschenrechtsverletzungen, sozialer Ungleichheit, Abholzung und Umweltzerstörung", sagt Rudy Ready Lumuru, der Direktor von "Sawit Watch" (=Palmöl-Watch). Die indonesische Umweltorganisation hat seit 1998 auf Borneo ein Netzwerk von 50 lokalen Partnern aufgebaut - Kleinbauern, Indigene, Plantagenarbeiter, Menschenrechts- und Umweltaktivisten, Lehrer und Universitätsprofessoren. Sie arbeiten direkt mit rund 45.000 Familien in 75 Kommunen zusammen, deren Lebensgrundlage von Palmöl-Plantagen bedroht ist. Die vergangenen Jahre haben bewiesen, dass praktisch für jede neue Palmöl-Plantage Wald zerstört wird und die Branche dabei häufig gezielt Regenwald per Brandrodung vernichtet, um neue Flächen zu gewinnen. Damit sich das ändert, unterstützen wir "Sawit Watch". Mit Ihrer Spende können wir gemeinsam "Sawit Watch" noch stärker machen und die Arbeit der Umweltaktivisten langfristig sichern. Zur Indonesien-Spenden-Aktion ERFOLG DER PROTESTENürnberger Nachrichten: Palmöl für Bäder: Stadt stoppt ProjektBürgermeister reagiert auf Protest Alternativer Brennstoff umstritten Rettet den Regenwald e.V., 12.11.06 Im Streit um den Einsatz von Palmöl als Brennstoff für die Beheizung des Katzwanger Hallenbades und weiterer Bäder macht die Stadt einen Rückzieher. Sportbürgermeister Horst Förther kündigte gestern Abend an, dass die Planungen für ein Blockheizkraftwerk nicht weiter vorangetrieben werden. Wie berichtet, stößt die Idee, billiges Palmöl für die Beheizung des Katzwanger Bades einzusetzen, nicht nur bei Umweltinitiativen auf Widerstand, weil durch die Anlage immer größerer Palmölplantagen in Indonesien und Malaysia der Regenwald vernichtet wird. Auch die Grünen sowie die CSU haben eine Rücknahme des im Werkausschuss einstimmig beschlossenen Sparkonzepts gefordert. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Gerald Raschke, forderte eine Besinnung auf heimische Rohstoffe. Auf der Internetseite des Vereins „Rettet den Regenwald“ haben sich mittlerweile rund 2200 Menschen in eine Protestnote an die Stadt eingetragen. Am Nachmittag wetterte noch SPD-Fraktionschef Gebhard Schönfelder gegen die Kehrtwende in den Fraktionen und die Kritik der Umweltverbände. „Die Palmöl-Gegner glauben zu wissen, was gut ist. Leicht und effektvoll wird Dritten erklärt, was Natur und Menschen in den betroffenen Gebieten zusteht.“ Dass aber durch das Engagement der Stadt als großer Abnehmer von Palmöl auch ein Regulativ entstehen könnte, werde in der emotional aufgeladenen Debatte „bewusst unterschlagen“. Am Abend dann machte Bürgermeister Förther (SPD) einen Rückzieher. rs/fra » zurück |
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