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Aktuell
Erfolg zu Peru-Ölförderung
Erfolg für Indigene in Peru
Große Erfolge für indigene Bevölkerung in Peru
Erdölförderung im
Regenwald wird weniger zerstörerisch
Klima-Bündnis gratuliert den
Achuars
Klima-Bündnis Pressemitteilung, 5. Dezember 2006
Das indianische Volk der Achuar hat sich mit einem historischen Abkommen
gegenüber der Erdölindustrie in Peru durchgesetzt. In Zukunft wird ihr
Lebensraum durch die Erdölförderung nicht mehr mit giftigen
Abfallprodukten kontaminiert. Ein entsprechender Vertrag zwischen der
Regierung, dem Erdölunternehmen und der indigenen Organisation
Feconaco ist bereits unterzeichnet.
Fast zwei Wochen lang haben mehr als 800 Indigene, Junge und Alte,
Männer und Frauen, Perus größte Erdölfördereinrichtung friedlich blockiert.
Der Zugang zu dem Regenwaldgebiet am Río Corrientes im Nordosten von
Peru wurde sowohl über den Fluß als auch über die Straße und per
Flugzeug gesperrt. Auch die Stromversorgung der Förderanlagen wurde von
den Achuar unterbrochen. Die Indianer protestierten mit der Blockade, weil
zuvor die zwei Jahre dauernden Verhandlungen mit der peruanischen
Regierung über die gefahrlose Entsorgung der giftiger Abfallprodukte der
Erdölförderung scheiterten.
Bei der Erdölförderung fällte das so genannte Formationswasser in großen
Mengen als giftiges Abfallprodukt an. In den Regenwaldgebieten wird es
meistens in oberirdische, ungeschützte Tümpel gepumpt, die oft aus- und
überlaufen. So gelangt der Giftcocktail in das Grundwasser und die Flüsse.
Über das Trinkwasser, Fische und Wild werden die Gifte dann von den
Menschen aufgenommen. Nach dreissig Jahren Erdölförderung am Río
Corrientes haben sich in den Körpern der Menschen Gifte, u.a. Blei und
Kadmium, in einer gefährlich hohen und krankmachenden Menge
angesammelt.
Nach der Blockade schickte die peruanische Regierung mehr als 200
Polizisten in das Gebiet, um die Demonstration zu beenden. Die Achuar
überzeugten die Polizei, keine Gewalt einzusetzen. In intensiven
Verhandlungen mit der Regierung und der betroffenen Erdölgesellschaft
setzten sie ihre Forderungen zu einem großen Teil durch. Das
Formationswasser wird zukünftig wieder zurück in die Erde gepumpt, so wie
das auch in den Industrieländern üblich ist. Ein Jahr lang erhalten die
Achuar Lebensmittel, damit sie nicht von vergiftetem Wild und Fisch leben
müssen. Ein Krankenhaus wird gebaut und ein Fonds für die
Gesundheitsversorgung eingerichtet. Außerdem erhält zukünftig der
Bundesstaat Loreto fünf Prozent der Erdöleinnahmen, um in den
indianischen Gemeinden Entwicklungsprogramm initiieren zu können.
"Wir haben 98 Prozent unserer Forderungen durchgesetzt und die
Anerkennung unserer Rechte erreicht." sagte Andrés Sandi, Präsident der
Organisation der Achuar am Río Corrientes. "Dieser Sieg ist der Stärke
unseres Volkes geschuldet, das zusammen kam, Druck ausübte und nicht
von seinen Forderungen abwich."
Thomas Brose, Mitarbeiter der Europäischen Geschäftsstelle des Klima-
Bündnis, besuchte im Rahmen des Projektes "Schwarzes Gold aus grünen
Wäldern" 2004 mit einer kleinen Delegation von KommunalvertreterInnen
und Journalisten aus Deutschland und Österreich die betroffenen indigenen
Gemeinden am Río Corrientes. Er freut sich sehr über den Erfolg der
Achuar: "Vor zwei Jahren ist uns immer wieder gesagt worden, dass sich die
Gesundheitssituation in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat. Der
Fluss, die Nebenflüsse und die Seen, die zum Baden, Trinken und Fischen
genutzt werden, wurden als verseucht beschrieben. Dadurch seien viele
Krankheiten in die Region gekommen, die es vorher nicht gab. Ab heute
wird sich die Situation hoffentlich verbessern. Das Klima-Bündnis gratuliert
den Ashuar zu ihrem Erfolg!"
Deutschland unterstützt Peru bei der Armutsbekämpfung und der Fortsetzung der Staatsreform
BMZ Pressemitteilung, 4.12.06
Bei den am Wochenende in Lima zu Ende gegangenen deutsch-peruanischen Regierungsverhandlungen sagte die Bundesregierung der neuen Regierung von Staatspräsident Alan García ihre Unterstützung zu – vor allem bei der Armutsbekämpfung und der Fortsetzung der Staatsreform.
In den letzten Jahren hat Peru wirtschaftlich einen beträchtlichen Aufschwung erlebt. Auch bei der Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wurden große Erfolge erzielt. Die Reformbemühungen in diesem Bereich sollen weiter unterstützt werden.
Bei der Armutsbekämpfung steht das Anden-Land aber immer noch vor großen Herausforderungen.
Daher wird das Bundesentwicklungsministerium in den kommenden zwei Jahren Maßnahmen zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung weiter fördern sowie nachhaltige ländliche Entwicklung voranbringen. Dabei soll der Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen mit eingeschlossen werden.
Außerdem werden Programme zur Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung unterstützt.
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