Aktuell


AKTION: Entwaldung in Paraguay

Stoppt Cargill und schützt den Regenwald

"Rettet den Regenwald" e.V., 9.11.07

Entwaldung, Artensterben, zerstörte Einzugsgebiete von Flüssen, Landflucht, Militarisierung und Menschenrechtsverletzungen sind die tragischen Folgen des Anbaus von gentechnisch veränderter Soja auf mittlerweile 2,6 Millionen Hektar Land in Paraguay. Der Preis, den das Land für das Vordringen des Soja-Anbaus bezahlt, umfasst Waldbrände, Dürre und vertriebene Kleinbauern. Cargills neuer Hafen gefährdet nun die Einwohner Asuncions und umliegender Gemeinden.

Das Projekt beinhaltet den Bau einer Fabrik und eines Hafen-Terminals, in denen die Sojabohnen getrocknet, gelagert und weiterverarbeitet werden können. Die Vereinigung für Leben und Gesundheit (Asamblea Ciudadana por la Vida y la Salud) aus Organisationen und Bürgern, die sich von diesem Projekt bedroht fühlen, bitten nun um dringende Unterstützung, um dieses Vorhaben zu stoppen.

Die Landspekulation um zukünftige Soja-Felder führt zu immer mehr Vertreibungen von Bauern und ihren Familien sowie zunehmenden Angriffen auf dörfliche Gemeinschaften. Die Gewalt wird sowohl direkt als auch indirekt ausgeübt: Geschätzte 90000 Menschen wurden während der letzten zehn Jahre von ihrem Land verjagt, und durchschnittlich sechs Kleinbauernführer pro jahr ermordet, weil sie Landreformen unterstützen.

Dieses Jahr bereiten sich große Agrarunternehmen auf eine neue Rekordernte vor und kündigten gleichzeitig neue Pläne zur Ausweitung des Anbaus an: Weitere 400.000 Hektar sollen mit Soja bepflanzt werden. Diese Monokulturen sollen in Gebieten eingeführt werden, die traditionell kleinbäuerlichen Erzeugern zugesprochen wurden. Ganze Dorfgemeinschaften müssen deshalb wohl weichen, und Nahrungspflanzen für den eigenen Bedarf werden ersetzt durch hochtechnisierte Erzeugnisse für den Export als Tierfutter und Grundlage für Biokraftstoffe.

Cargill ist eines der führenden Agrar-Unternehmen in Paraguay und vermarktet dreißig Prozent der nationalen Soja-, Mais- und Weizen-Erträge. Landesweit besitzt es 41 Hafen- und Lagereinrichtungen. Wegen der Ausweitung der Sojafelder und dem Drängen nach billigeren Transportkosten soll nun einer neuer Großhafen gebaut werden: das so genannte “Öl-Extraktionsfabrik- und Rohstoff-Terminal von Port Zeballos, Inc.”. Geplant ist eine Exportkapazität von einer Million Tonnen Sojabohnen jährlich, und es benötigt pro Jahr 230.000 Kubikmeter Feuerholz zum Betrieb pro Jahr.

In der Region leben viele Fischer, die im flachen Wasser ihrem Gewerbe nachgehen und deren Lebensgrundlage stark von den lokalen Fischbeständen abhängt. Der Hafen wird zudem nur 500 Meter flußaufwärts der öffentlichen Trinkwasserversorgung von 1,1 Millionen Menschen in und um Asuncion errichtet. Schiffsdiesel, aufgewirbelte Sedimente aus dem Flussbett und giftige Stäube – etwa durch Pestizide – von den Feldfrüchten werden zweifellos den vorhandenen Trinkwasservorrat belasten. Ein stark steigendes Risiko für Krankheiten wie Krebs, Leukämie, Allergien, Atemwegs- und Verdauungsprobleme, Fehlgeburten oder Missbildungen dürfte die Folge sein.

Paraguayische Organisationen haben diese Entwicklung bereits als Bioterrorismus gebrandmarkt, da sie den weitflächigen Einsatz von gefährlichen Chemikalien beinhaltet.

Cargill ist weltweit wegen seiner Missachtung von Umweltgesetzen berüchtigt. Jüngst erst hat ein brasilianisches Gericht die sofortige Schließung des Hafens von Santarem am Amazonas angeordnet, bis eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Der Hafen wurde illegal errichtet. Aus den gleichen Gründen wurde die Firma nach dem Bau eines Flusshafens im argentinischen Rosario angezeigt.

Die Lizenz für den Hafen in Asuncion wurde während der Ferien zugesprochen, ohne dass irgendeine Art der öffentlich Anhörung stattgefunden hatte. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wurde durchgeführt, jedoch ohne den besonderen Bedingungen des Standorts oder der lokalen Bevölkerung Rechnung zu tragen.

Mehrere Organisationen haben öffentlich ihre Ablehnung des Bauvorhabens vorgetragen und Beschwerden bei verschiedenen Behörden eingereicht. Öffentliche Anhörungen wurden beim Kongress und der Stadtverwaltung von Asuncion einberufen, doch haben die Behörden ihre Verantwortung abgeschoben und bieten weder Antworten noch Lösungsvorschläge an. Ihrer Meinung nach schafft der Hafen Arbeitsplätze, und Paraguay könne derartig wichtige Investitionen nicht ablehnen.

Die starken Risiken eines Bauvorhabens dieser Größe können nicht von lokalen und nationalen Behörden und Einrichtungen ignoriert werden. Um das Mege-Projekt zu stoppen hat wurde die Vereinigung für Leben und Gesundheit von verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Organisationen ins Leben gerufen. Bitte unterstützen Sie die Vereinigung und protestieren gegen die paraguayischen Behörden, damit diese das schädliche Bauvorhaben stoppen.

Zur AKTION


Gegen Einschüchterungen und Gewalt durch Soja-Unternehmen

Unterstützung für Paraguays Kleinbauern-Vereinigungen gegen Einschüchterungen und Gewalt durch Soja-Unternehmen

"Rettet den Regenwald" e.V., 9.11.07

Bitte unterzeichnen Sie einen Brief an die Regierungsbehörden Paraguays, um die Mitglieder zweier Kleinbauern-Vereinigungen vor Einschüchterungsversuchen und Gewalt zu schützen. Diese Organisationen wollen lokale Gemeinden vor großflächigem Pestizid-Einsatz durch Soja-Produzenten schützen, welcher bereits Krankheits- und Todesfälle verursacht hat. Es wurde schon versucht, die Anführer der beiden Vereinigungen einzuschüchtern, und sie erhielten deshalb sogar Morddrohungen. Landkonflikte und die Kriminalisierung von Sozialverbänden eskalieren, da sich Sojakulturen ausbreiten – angetrieben durch den wachsenden Bedarf an so genannten Biokraftstoffen und Tierfutterimporten in Europa.

Unterstützt werden sollen die beiden Kleinbauern-Bewegungen ASAGRAPA (Kleinbauern-Vereinigung von Alto Paraná) und MAP (Landwirtschaftliche Volksbewegung). Seit die Soja-Saison dieses Jahr begonnen hat, erhielten Mitglieder beider Gruppen bereits Todesdrohungen, wurden verschiedener Vergehen beschuldigt und ihnen Gewalt angedroht. MAP-Mitglieder aus der Gemeinde Tekojoja wollen sich vor dem Versprühen von Pestiziden auf benachbarten Soja-Plantagen schützen, was ihrem Vorsitzenden Antonio Galeano entsprechende Todesdrohungen bescherte.

Kleinbauern der ASAGRAPA haben Anzeigen erhalten, als sie den Tod eines Dreijährigen aufklären und die Schuldigen vor Gericht bringen wollten. Das Kind starb am 13. August wahrscheinlich in Folge einer Vergiftung mit Pestiziden, die auf Soja-Plantagen einegsetzt werden. Die Organisation beantragte deshalb am 17. Oktober eine Exhumierung der Leiche, um die genaue Todesursache herauszufinden. Wenige Tage später wurde Tomas Zayas, Leiter der ASAGRAPA, vorgeworfen, er würde den öffentlichen Frieden stören und die Produktion der Soja-Farmer der Region behindern. Claudia Ruser, die Präsidentin der APS (Vereinigung der Soja-Produzenten), beschuldigt Zayas sogar öffentlich, einen innerbetrieblichen Bürgerkrieg zu befördern. Auch aus anderen Gemeinden liegen MAP und ASAGRAPA bezeugte Beobachtungen vor, nach denen sich vor Ort die gesundheitliche Lage verschlechtert und Einschüchterungsversuche der Soja-Produzenten zunehmen. Dies belege, dass sich die Konflikte um Landnutzung und Ressourcen weiter verstärken und die Kriminalisierung von Hilfsorganisationen ungezügelt zunimmt, so die beiden Gruppierungen.

Die Situation sei besonders alarmierend, da die Verseuchung mit Pestiziden die Artenvielfalt massiv schädigt und die Menschenrechte der Landwirte wie deren Souveränität über das eigene Land missachtet. Soja-Plantagen breiten sich rasch aus, da Soja hohe Preise erzielt. Es wird aber fast ausschließlich für den Export und Biokraftstoffe sowie als Tiernahrung angebaut.

Weitere Informationen finden sich unter http://www.lasojamata.org/.

Zur AKTION







» zurück

Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Di, 02.12.2008 © easy.wdss • Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.netBildschirm-Version

< zurück | nach oben scrollen^