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Aktuell
ASEAN verspricht Aufforstung (erweitert)
20. November, 2007
ASEAN verspricht Aufforstung und mahnt Reduzierung der Emissionen an
Singapur (dpa) - Die Südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN will mit einer umfangreichen Aufforstung zum Klimaschutz beitragen. Die zehn Mitgliedstaaten verabschiedeten bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur am Dienstag eine Erklärung, in der sie versprechen, bis 2020 mindestens zehn Millionen Hektar Wald zu pflanzen.
Sie äußerten die Sorge, dass Umweltzerstörung und Klimawandel die Entwicklung der Region behindern könnte, und sprachen sich für eine bessere Zusammenarbeit zur Lösung der Klimaprobleme aus.
Umweltschützer kritisierten die Erklärung. ASEAN müsse konkrete Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase formulieren, forderte Athena Ballesteros von der Umweltorganisation Greenpeace. Die Region müsse viel stärker saubere, erneuerbare Energien fördern und auf Konzepte wie "saubere Kohle" und Atomkraft verzichten. Mehrere ASEAN- Mitglieder wie Indonesien, Thailand und Vietnam planen bereits Atomkraftwerke. Die ASEAN-Gemeinschaft verpflichtete sich in ihrer Erklärung auf ein umfassendes gemeinsames Atom-Sicherheitskonzept.
Nach einem alarmierenden Bericht mehrerer Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen droht der Klimawandel den Fortschritt zunichtezumachen, den die asiatische Region in den vergangenen Jahren in der Armutsbekämpfung gemacht hat. Unbeständiger Regen und heftige Stürme könnten die Landwirtschaft nachhaltig beeinträchtigen und Unwetter mit Überschwemmungen bedrohten Millionen Menschen.
In einer separaten Erklärung zu der Anfang Dezember beginnenden Weltklimakonferenz in Bali betonten die ASEAN-Staats- und Regierungschefs ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den großen Industrieländern. Der Nachfolgevertrag für das Kyotoprotokoll müsse "fair, flexibel und umfassend" sein. Sie drängten die Industrieländer, ihre Emissionen weiter zu reduzieren und den Entwicklungsländern mit Finanzhilfen und durch Training zu helfen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Studie: Klimawandel bedroht sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt in Asien
epo.de, 19.11.2007
Berlin. - Der Klimawandel könnte die wirtschaftliche Entwicklung in Asien, wo mehr als vier Milliarden Menschen (60 Prozent der Weltbevölkerung) leben, um Jahrzehnte zurückwerfen. Seine Bekämpfung hingegen bietet neue Entwicklungschancen für die gesamte Region. Dies geht aus der am Montag von Oxfam und 35 weiteren Entwicklungs- und Umweltorganisationen veröffentlichten Klima-Studie "Up in Smoke: Asia and the Pacific" hervor. Die Folgen des Klimawandels für den asiatischen Raum seien dramatisch, heißt es in der Studie.
Die Reisernte in Asien würde bereits bei einem durchschnittlichen Temperaturanstieg um ein Grad Celsius um zehn Prozent geringer ausfallen, die Weizenernte würde bis 2050 um 32 Prozent sinken, prognostiziert die Studie. Die Hälfte der Bevölkerung Asiens lebt nahe der Küste und ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht. Inselstaaten wie Tuvalu oder Kiribati würden völlig in den Fluten versinken.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die Ausweitung des Anbaus von Pflanzen zur Produktion von Biotreibstoffen die Entwaldung in Asien verstärken würde. Dies würde wiederum die globale Erwärmung beschleunigen und die Einkommensmöglichkeiten der Menschen bedrohen. Indien würde durch Überschwemmungen und Dürre 30 Prozent der Nahrungsmittelproduktion verlieren. Durch zunehmende Dürre würde China bis zum Ende des Jahrhunderts knapp 40 Prozent seiner Weizen-, Reis- und Mais-Produktion verlieren.
Oxfam fordert, die Industrieländer sollten die Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels verstärkt unterstützen. "Die Industrieländer sind Hauptverursacher des Klimawandels. Sie dürfen die armen Länder nicht mit den katastrophalen Folgen der Erderwärmung allein lassen", so Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam Deutschland. "Deutschland sollte mit gutem Beispiel vorangehen und seine Unterstützung für die Bewältigung der Klimafolgen in den Entwicklungsländern erheblich aufstocken - nicht als karitativer Akt sondern als Ausgleich für die mitverschuldeten Schäden."
Die neue Studie zeigt laut Oxfam aber auch, dass Asien ein enormes Potenzial zur Nutzung regenerativer Energien bietet. Bis 2050 könnte Indien 60 Prozent seiner Elektrizität aus erneuerbaren Energien gewinnen. "Die Industrieländer müssen ihre restriktive Haltung in Bezug auf die Weitergabe von Patentrechten aufgeben und statt dessen den Transfer von Wissen und Technologien der erneuerbaren Energien an die Entwicklungsländer betreiben", fordert Kowalzig.
Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die UN-Klimakonferenz in Bali vom 3. bis 14. Dezember 2007. Dort, so Oxfam, müssten sich die Regierungen auf einen Fahrplan für konkrete Verhandlungen über neue und drastische CO2-Reduktionsziele in den Industrienationen und über die Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern einigen. "Up in Smoke: Asia and the Pacific" unterstreiche die Dringlichkeit einer gemeinsamen und verbindlichen Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels.
"Up in Smoke: Asia and the Pacific" ist die vierte einer Serie von Studien einer breiten Koalition von internationalen Entwicklungs- und Umweltorganisationen über die Auswirkungen des Klimawandels in Entwicklungsländern.
www.oxfam.de
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