powered by <wdss>
Aktuell

Entwaldung in Indonesien (erweitert)

Regenwald wird geopfert

Von Thomas Meier, St. Galler Tagblatt, 3.12.07

In Indonesien, wo heute auf Bali die Klimakonferenz beginnt, sind die Folgen der Abholzungder Regenwälder überall spürbar. Die Luftverschmutzung nimmt katastrophale Ausmasse an.Gleichwohl will die Regierung Agrotreibstoffe aus Palmöl forcieren.

Ein weisslicher Dunst liegt über Medan, der Hauptstadt der indonesischen Provinz Nordsumatra. Brandgeruch erfüllt die Luft. Das Verkehrschaos aus Motorrädern und Privatautos, die schlecht gewarteten öffentlichen Kleinbusse, die Dieselgeneratoren der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft und die Haufen aus Grünzeug und Abfall, die am Strassenrand schwelen, verursachen ständig hohe Luftverschmutzung.

Auch Nachbarländer betroffen

Jedes Jahr ab Mai kommt der Rauch von den Wald- und Plantagenbränden hinzu. Je nach Wetterlage trägt der Wind den «Haze» (Nebel) bis nach Brunei, Malaysia, Thailand und Singapur und hüllt dort Städte und Dörfer in stinkenden Nebel. In der Provinz Riau in Südostsumatra sind die Feuer besonders häufig. Dort befinden sich die meisten Palmöl- und Gummiplantagen. Der Unternehmensberater Dedi erinnert sich an eine Geschäftsreise nach Pekanbaru, der Hauptstadt der Provinz, im Juli. «In und um Pekanbaru hat die Sicht stellenweise nicht einmal hundert Meter betragen», sagt er. «Aber die Menschen sind ihren Geschäften nachgegangen, wie wenn das nichts Ungewöhnliches wäre.» Nur wenige hätten sich Tücher vor die Gesichter gebunden, Atemschutzmasken sähe man nirgends. Ärzte berichten jedes Jahr von einer Zunahme der Atemwegserkrankungen. Auch die Wirtschaft und der Flugverkehr leiden. Immer wieder müssen Flughäfen geschlossen werden.

Mit Bränden Kosten sparen

Oft sind es Kleinbauern, die seit Jahrhunderten auf die gleiche Weise Land erschliessen: Sie fällen die Bäume und verkaufen die wertvollen Stämme, wenn der Wald nicht schon vorher von Holzfällerfirmen ausgebeutet worden ist. Den Rest lassen sie trocknen und zünden ihn an. Und Plantagenbetreiber verbrennen ihre alten Pflanzen. Sie sparen damit Kosten.

Die Behörden können kaum reagieren, selbst wenn sie wollten. Der Boden besteht oft aus Torf. Nach dem Abholzen wird der Torfboden entwässert und trocknet aus. Dadurch wird er leicht brennbar. Das Feuer schwelt unterirdisch weiter. Die Feuerwehren verfügen nicht über die notwendigen Mittel, um grossflächige Feuer wirksam zu bekämpfen. «Wir haben kaum Löschflugzeuge oder Helikopter», sagt Arman Malolongan vom Waldministerium. Die Politik steht den Bränden tatenlos gegenüber. Wenn es zu grenzüberschreitender Luftverschmutzung mit Rauch kommt, wird der schwarze Peter herumgereicht. Malaysia beschuldigt Indonesien, nicht entschlossen gegen die Verursacher vorzugehen. Indonesien wiederum beschuldigt Malaysia. Denn die meisten Plantagen gehören malaysischen Palmöl-Firmen.

Bauern verkaufen ihr Land

Hundert Kilometer nordwestlich von Medan liegt Bukit Lawang. Das Dorf am Rand des Gunung-Leuser-Nationalparks beherbergt das Bohorok Orang-Utan-Besucherzentrum, eine der grössten Touristenattraktionen von Sumatra. Die Strasse dorthin schlängelt sich durch Palmöl-Haine und Gummibaum-Plantagen. Einige Kilometer ausserhalb sitzt Asep vor seinem Strassenkiosk. «Vor drei Jahren habe ich noch auf meinem Feld gearbeitet und Reis und Früchte angebaut», sagt er. Mit dem Ertrag hat er die Familie ernährt und den Überschuss auf dem Markt verkauft. Mehr schlecht als recht sei es ihnen gegangen. «Dann hat die Regierung mir mein Land abgekauft», sagt Asep. Sie wollte mehr Land für den Palmöl-Anbau. Mit dem Erlös hat Asep seinen Strassenkiosk eröffnet. Seine Getränke, Snacks und Zigaretten verkauft er an Plantagenarbeiter, Schulkinder und Touristen. Die Frage ist nur, ob der Kiosk wirklich genügend Geld abwirft. Strassenkioske gibt es in Indonesien an fast jeder Ecke.

So wie Asep verkaufen jedes Jahr Tausende Bauern ihr Land an die Regierung oder an Palmöl-Firmen. Zwischen Medan und Bukit Lawang gehört die Palmöl-Industrie zu den wichtigsten Arbeitgebern. Hier wird seit drei Jahrzehnten Palmöl im grossen Stil angebaut. Vor der Ölmühle von Lonsum stehen die voll beladenen Lastwagen Schlange, um die Palmfrüchte einzubringen. Aus den Schornsteinen der Mühle entweicht schmutziger Dampf.

Nachfrage nach Palmöl steigt

Aus Palmöl werden Bratfett, Margarine, Kosmetika oder Seife hergestellt. Aber auch Agrodiesel wird aus Palmöl gewonnen. Durch die explosionsartig gestiegene Nachfrage gerade in Europa ist das Palmöl teurer geworden. Während des vergangenen Jahres ist der Kilopreis von 6000 indonesischen Rupien (0,50 Euro) auf über 8500 Rupien (0,70 Euro) gestiegen. Vor allem die Armen haben den Anstieg schmerzhaft zu spüren bekommen. Bratfett aus Palmöl gehört in Indonesien zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. «Seit das Bratfett teurer geworden ist, müssen wir sparsamer damit umgehen», sagt Najiv, der im Restaurant «Ayam Bakar» in Medan arbeitet. Die Spezialität des Hauses ist frittiertes oder grilliertes Hühnchen. Gespart wird allerdings am falschen Ende: Das Öl wird einfach weniger oft ausgewechselt. Die Regierung lässt in den Armenvierteln subventioniertes Bratfett verteilen. Die Qualität lässt aber zu wünschen übrig.

Die Nachfrage nach Palmöl wird weiter steigen. Die Regierung will deshalb auf Kalimantan und Sumatra weitere fünf Millionen Hektar Land zur Verfügung stellen. Gemäss ihrem Plan soll die entstehende Agrotreibstoff-Industrie drei bis vier Millionen Arbeitsplätze schaffen. Die Regierung forciert den Aufbau dieser Industrie mit Steuervergünstigungen, Subventionen und direkten staatlichen Investitionen. 40 Prozent des Dieselbedarfs soll aus Palmöl-Saaten gedeckt werden. Gleichzeitig will man die sich abzeichnende riesige ausländische Nachfrage befriedigen. Bisher beherrschen heimische Agrokonzerne den Markt. Ausländische Investoren sind aber willkommen, erst recht ausländische Käufer. Besonders eng sind die Geschäftsbeziehungen nach China. In Europa zielen die Palmölproduzenten vor allem noch auf den Markt für Speiseöl und auf den Betrieb von Blockheizkraftwerken. In Australien wurde die erste Palmöl-Raffinerie schon im Herbst 2006 in Betrieb genommen; die USA werden im nächsten Jahr folgen. Nahezu identische Pläne hegt auch Nachbar Malaysia.

Regenwald wird abgeholzt

Durch diese Entwicklung gerät der Regenwald immer stärker unter Druck. Schon früher ist rücksichtslos abgeholzt worden, um die wertvollen Tropenhölzer in alle Welt zu verkaufen. Die illegale Holzwirtschaft ist ein lukratives Geschäft, in dem viele mitmischen: ausländische Holz- und Papierkonzerne, Politiker, Wirtschaftsbosse, die Polizei und nicht zuletzt das Militär. Die neue Agrotreibstoff-Industrie verschärft das Problem. Um Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, wird der für das Klima so wichtige Regenwald weiter zurückgedrängt. Und er wächst nicht nach.

Laut Greenpeace entsteht in Indonesien jährlich mehr Kohlendioxid als in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien zusammen. Drei Viertel dieser Emissionen werden der fortschreitenden Entwaldung zugeschrieben. Laut der Umweltorganisation ist der indonesische Urwald einer der wichtigsten CO₂-Speicher der Welt. Die bis zu zehn Meter tiefen und bis zu 10 000 Jahre alten Moor-Torf-Böden speicherten mehr Kohlenstoff als andere Landökosysteme. Beim Plantagenbau jedoch würden der Torf ausgetrocknet und CO₂ und grosse Mengen des noch wesentlich gefährlicheren Methans freigesetzt. Auch steige in der Region die Gefahr grossflächiger Waldbrände.

Aufforstung

(AP) - Indonesien will im Zusammenhang mit der Klimakonferenz 79 Millionen Bäume pflanzen. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono erklärte, die Regierung des Landes mit der am schnellsten voranschreitenden Entwaldung weltweit wolle damit die Entschlossenheit «zum Schutz der Umwelt und Rettung des Planeten» zeigen. «Illegales Abholzen ist unser grösster Feind.» Jede Stunde werden in Indonesien Waldflächen von der Grösse von 300 Fussballfeldern illegal abgeholzt. Sollte sich daran nichts ändern, seien künftige Generationen von Lebensmittel- und Wassermangel bedroht. Umweltschutzorganisationen erklärten, das ehrgeizige Aufforstungs-Projekt sei zwar gut gemeint, ohne ein sofortiges Moratorium für Abholzung aber nahezu wirkungslos.


Indonesien befindet sich ökologisch auf dem Holzweg

Die Uno-Klimakonferenz findet auf der Ferieninsel Bali statt. Der Grund: Indonesien ist weltweit einer der schlimmsten Luftverschmutzer.

Von Manuela Kessler, Tagesanzeiger, 2.12.07

Bali. Der Name beschwört tropische Träume von palmengesäumten Stränden und atemberaubenden Korallenriffs herauf, von Sonnenbädern und Schnorchelgängen bei Tag, Ölmassagen und Reistafeln am Abend. Die 13. Uno-Weltklimakonferenz findet im indonesischen Urlaubsparadies statt. Man ist geneigt zu schmunzeln. Einen schöneren Flecken Erde hätten sich die rund 10’000 Delegierten kaum aussuchen können, die in Nusa Dua tagen – bewacht von ebenso vielen Soldaten und Polizisten, damit kein Terror islamistischer Extremisten das Treffen überschatte.

Die Natur hat Indonesien so reich beschenkt, dass Flora und Fauna eine Vielfalt aufweisen wie kaum woanders auf der Welt. Orchideen und Ingwergewächse, Bananenstauden und Pfeffersträucher, Sago- und Kokospalmen, Bambuspflanzen und Lianen, Mahagoni- und Teakbäume sind auf dem lang gestreckten Archipel ebenso heimisch wie Clownfische und Schildkröten, Geckos und Warane, Papageien und Nashornvögel, Makaken und Orang-Utans, Tiger und Elefanten. Kein rasantes Wirtschaftswachstum setzt dem Ökosystem zu wie in China oder Indien. Indonesien präsentiert sich gern als naturnahes Land: Der Regenwald des Inselstaats diene als «grüne Lunge der Welt».

Schädliche Brandrodung

Es ist ein Mythos. Eine Studie der Weltbank und der britischen Regierung hat es im Juni an den Tag gebracht: Indonesien ist der drittgrösste Luftverschmutzer weltweit, nach den USA und China – und vor Brasilien, Russland und Indien. Das südostasiatische Land produziert gut drei Milliarden Tonnen Treibhausgase jährlich. Das Schockierende an dem Befund: Fünf Sechstel der Emissionen sind auf die Brandrodung des Regenwalds zurückzuführen. Die Rauchwolken, die weite Teile Südostasiens jeweils im Herbst zunebeln, sind keine vorübergehende Beeinträchtigung des schönen Bilds, wie von der Regierung in Jakarta lange behauptet. Sie belasten die Erdatmosphäre nachhaltig und sind Ausdruck der Unterentwicklung.

Indonesien rodet seinen Regenwald, ein Zehntel des weltweiten Bestands, derzeit so schnell und rücksichtslos wie kein anderes Land, notabene meist auf die billigst mögliche Art mit Feuer, sobald die wertvollen Tropenbäume (illegal) verwertet worden sind. Eine Waldfläche so gross wie 300 Fussballfelder verschwindet laut Greenpeace jede Stunde. 18’000 Quadratkilometer Dschungel – ein Gebiet so gross wie Graubünden, Bern und Wallis zusammen – sind es im Jahr, die abgeholzt und abgefackelt werden, um Platz für Palmölplantagen zu machen, die nun, da Biodiesel als alternative Energiequelle propagiert wird, satte Gewinne versprechen. Da ist es reine Kosmetik, dass Präsidentin Susilo Bambang Yudhoyono kurz vor dem Klimagipfel eine Kampagne gestartet hat, 79 Millionen Bäume landesweit zu pflanzen. Der indonesische Regenwald wird weiterhin dramatisch schwinden, es sei denn, die Klimakonferenz auf Bali beschliesst eine neue Form des Emissionshandels: Kredite nicht nur für das Pflanzen von Bäumen, sondern auch für den Erhalt des Regenwalds. Der indonesische Umweltminister Rachmat Witoelar macht sich stark für eine solche Lösung. Mindestens sechs Milliarden Dollar jährlich, sagt er, brauche sein Land, damit es sich rechne. Unverschämt? Nur auf den ersten Blick. Wer die Preise im Emissionshandel kennt, weiss: Die Einsparung einer Tonne Treibhausgas im Forstwesen auf diese Weise käme noch immer weit billiger als in jedem anderen Bereich.


Uneinigkeit beim Klimaschutz

Vorm Hintergrund der Erderwärmung wird ab heute in Bali über einen neuen Aktionsplan für die Zeit nach 2012 beraten.

Von Willi Germund, SZ-Korrespondent, zur Zeit Bangkok, 3.12.07

Die Hotels im Norden von Bali sind ausgebucht, Flüge in das indonesische Ferienparadies hoffnungslos überbucht. Tausende von Regierungsvertretern, Wissenschaftlern, Fachleuten der Vereinten Nationen und Vertretern von Umweltschutzorganisationen treffen sich, um vom 3. bis 14.Dezember einen Aktionsplan zu vereinbaren, der die Welt vor einer Klimakatastrophe bewahren soll, deren genaues Ausmaß niemand vorhersagen kann.

Alle teilnehmenden Staaten haben vor einigen Monaten bei einer Konferenz in der thailändischen Hauptstadt Bangkok akzeptiert, dass Menschen die Veränderungen im Weltklima verursachen. Doch wie das „Bali-Mandat“ ausfallen wird, ist unklar. Das Ziel ist eine neue Vereinbarung, gültig ab dem Jahr 2012. Dann wird die erste Phase des Kyoto-Protokolls auslaufen, laut dem sich 36Industriestaaten im Jahr 1997 verpflichteten, ihre Treibhausgase um fünf Prozent zu verringern. „Wir werden keine großartigen Ankündigungen über Einschnitte bei Emissionen haben“, sagt Rajendra Pachaudri, der Vorsitzende des Weltklimarates IPCC, „aber vielleicht bekommen wir einen Aktionsplan.“

Mehr Kohlekraftwerke

Der schlimmste Verschmutzer, die USA, unterzeichneten das Kyoto-Protokoll nicht. Australien, das wie Washington seine Unterschrift verweigerte, wird sich neu orientieren, nachdem die bisherige konservative Regierung abgewählt wurde und die sozialdemokratische Labour-Partei die Macht übernahm.

Indien und China beharren darauf, dass die Emissionen pro Kopf der Bevölkerung umgerechnet werden müssen. Angesichts ihrer riesigen Bevölkerung von jeweils mehr als einer Milliarde Menschen und krassen wirtschaftlichen Unterschieden in ihren Ländern würden sie bei dieser Berechnungsmethode weit unter den Mengen bleiben, die Industrieländer wie Deutschland pro Kopf aufweisen. Selbst der Vorschlag, dass sie ihre Emissionen rund zehn Jahre später als entwickelte Staaten senken müssten, stößt auf Vorbehalte.

Ein Problem des Aktionsplans ist zudem die Uneinigkeit über Wege, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Kohlekraftwerke sind billig, aber auch die schlimmsten Verschmutzer. Das Kraftwerk Niederaußem bei Köln beispielsweise rangiert an 24.Stelle dieser weltweit über 50 000 Dreckschleudern. China und Indien wollen aus Kostengründen während der kommenden Jahre zahlreiche neue Kohlekraftwerke bauen.

Länder wie Indonesien und Brasilien haben vorgeschlagen, ihre Urwälder mit einem „Preis“ zu schützen. Die Idee: So wie saubere Energieproduzenten im Rahmen des internationalen „Clean Development Mechanism“ (CDM) Zertifikate an „schmutzige“ Unternehmen oder Staaten verkaufen können, soll es auch bare Münze für die Erhaltung von Urwald geben. „Die Frage ist, wie sichergestellt werden kann, dass diese Wälder nicht abgeholzt werden, wenn das Geld einmal geflossen ist“, sagt Martin Krause, ein Klimawandel-Berater der Vereinten Nationen für Asien in Bangkok.

Auch der von der deutschen Bundesregierung, der EU und den USA massiv geförderte Einstieg in Biotreibstoff stellt sich als sehr zweischneidig heraus. In dem von der Freiburger Hilfsorganisation „Caritas International“ veröffentlichten neuen Buch „Volle Tanks, leere Teller“ kommen Fachleute zu dem Ergebnis, dass dank der „Biotreibstoff-Manie“ weltweit immer mehr Anbaufläche für Pflanzen benutzt wird, die den wachsenden Markt bedienen. Die Folge: Grundnahrungsmittel in Afrika und Lateinamerika werden knapper und teurer.

Eine neue Apartheid

In Indonesien werden wegen der massiv steigenden globalen Nachfrage nach Palmöl zudem ganze Urwälder vernichtet, um Plantagen anzulegen. Bedroht sind vor allem Torfwälder im Mawas-Schutzgebiet.

„Der Schutz der Torfwälder muss beim Klimaschutz eine übergeordnete Rolle spielen“, sagt der indonesische Umweltschützer Willie Smits, „allein im Mawas-Schutzgebiet sind 1,2 Gigatonnen Kohlendioxid gespeichert. Der Verlust des Gebiets würde den Treibhausgasausstoß der Welt während der nächsten 30Jahre verdoppeln.“

Unbestritten sind dagegen die langfristigen Folgen des fortschreitenden Klimawandels. Laut dem gerade veröffentlichten „Bericht zur menschlichen Entwicklung“ der Vereinten Nationen, müssen Entwicklungsländer bis zum Jahre 2015 die Summe von 86Milliarden US-Dollar investieren, um den Ausfall an Nahrungsmittelproduktion zu kompensieren, der durch Klimaänderungen verursacht wird. „Bis Mitte 2007 sind im Rahmen der Initiativen, die unter dem Dach der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) vermittelt wurden, gerade einmal 26Millionen US-Dollar zusammengekommen“, heißt es in dem Bericht.

„Die Welt steuert auf eine neue Apartheid zu“, schreibt Südafrikas Erzbischof Desmond Tutu in seinem Grußwort zum „Bericht zur menschlichen Entwicklung“, „die Bürger der reichen Welt sind gut geschützt, während die Armen und Hungrigen jeden Tag mit den harschen Folgen der Klimaänderungen leben müssen.“


Recht auf Leben, Land und Nahrung: Stimmen im Vorfeld der Klimakonferenz in Bali

Von Marianne Klute, Watch Indonesia! e.V., 2.12.07

1. Dezember: Bali ein paar Tage vor der UNFCCC-Klimakonferenz COP 13. Noch sind die offiziellen Vertreter der Regierungen nicht vor Ort. Doch Bauern und Indigene, Mitglieder von sozialen und Umwelt-Bewegungen aus vielen Ländern dieser Erde sind schon da. Die Strände sind nicht mehr leergefegt, und die Bombenattentate scheinen für einen Moment aus dem öffentlichen Gedächtnis verdrängt. Gestern waren die Straßen noch leidlich passierbar, heute quälen sich Autos auf dem Weg ins Konferenzzentrum auf der Halbinsel Nusa Dua durch dichten Verkehr. An strategischen Punkten posieren fünftausend Soldaten, schwer bewaffnet mit Maschinengewehren. Bali ist heißer den je.

Vor der Klimakonferenz gehört Nusa Dua nicht nur den Waldschützer und Propagandisten des Handels mit Emissionszertifikaten. Viele zivilgesellschaftliche Gruppen sind präsent, vor allem aus den Ländern des globalen Südens. Sie sind gekommen mit dem festen Willen, ihre Stimme in die Verhandlungen um den Klimawandel und dessen, nach ihrer Ansicht rein kommerzieller und technischer, Bewältigung einzubringen.

„Wir erwarten nicht viel von der COP 13“, sagt Anita aus Kolumbien. „Hier werden nur Geschäfte verhandelt. Wir sollten uns bewusst sein, dass die Regierungen sich nicht für uns einsetzen werden. Aber wir sollten uns davon nicht ins Bockshorn jagen lassen.“

Dass die Erde heißer wird, ist für Rusdi aus Sumatra nicht zu bezweifeln. Ausbleibende Ernten, vertrocknende Felder, unbekannte Wetterphänomene sind die Realität seines Lebens als Bauer. „Früher konnten wir abschätzen, wann es regnet. Früher wussten wir, wo die guten Wasserquellen sind. Heute ist alles anders. Der Wald ist weg, und das Wasser auch.“ Von ähnlichen Erfahrungen berichten auch die Teilnehmer aus Südamerika, Afrika und dem Pazifik. Die Armen spüren die Folgen der Erderwärmung längst am eigenen Leib.

Doch nicht nur der Klimawandel, auch die globale Klima und Energiepolitik wirft ihre Schatten auf die verschiedenen Weltregionen. Eine der „grünen Lösungen“ zur Bewältigung der Energiekrise und zur Reduzierung der Emissionen heißt in viele Ländern: Bioenergie, Biomasse und Agrotreibstoffe. Megaplantagen und Monokulturen sind weltweit in Planung, weit über die Landesgrenzen hinaus. Schon kaufen sich internationale Unternehmen Wald in Indonesien, und indonesische Unternehmen setzen sich in der Region Amazonas fest, um auch dort ihr Palmöl zu produzieren. Angeblich zur Armutsbekämpfung geeignet, schaffen sie neue Armut.

Eine andere „Lösung“, die auf Emissionshandel setzt, soll in Bali verhandelt werden. Bisherige Mechanismen des Kyoto-Protokolls zur Reduzierung von Emissionen haben versagt. Weder wurden die Treibhausgas-Emissionen reduziert noch die Zerstörung der Ökosysteme aufgehalten. Stattdessen, so analysieren Kritiker, hat der Kohlenstoffhandel das Verschwinden der Regenwälder weiter beschleunigt. In Bali werden die offiziellen Konferenzteilnehmer nun neue Mechanismen verhandeln.

REDD heißt das von der Weltbank propagierte Programm, Reduced Emissions from Deforestation and Degradition. REDD ist kein Zauberwort zum Schutz der Waldökosysteme, sondern nichts anderes als ein Finanzinstrument, mit dem für Emissionen bezahlt wird, indem ausgewählte Wälder erhalten werden sollen.

Zwar stehen diese neue Mechanismen erst vom 11. bis 14. Dezember auf der Tagesordnung, doch offensichtlich geht man davon aus, dass sie etabliert werden, denn überall auf der Welt bietet sich das gleiche Bild: der Wettlauf um Wald und Land hat begonnen. Regierungen und Privatunternehmen sichern sich Land, die wahrscheinlichen Profite aus dem REDD-Programm vor Augen.

„Klar, unsere Regierungen kommen nach Bali, um an Geld zu kommen“, sagt Abene aus Uganda. Die Folgen sind verheerend, nicht nur in Afrika. Bauern und Indigene verlieren ihr Land, und der traditionelle Landbesitz löst sich auf. Land wird zur Kommodität des Marktes, wobei Verträge ausschließlich zwischen Regierungen und Industrien abgeschlossen werden. Abene: „Die Mächtigen verkaufen die Rechte der Indigenen.“

Die afrikanischen Nichtregierungsorganisationen sind überzeugt, dass nicht eine ihrer Regierungen ihre Haltung zu Umwelt und Konsum wirklich verändert hat. Sie alle würden die Diskussion um die Klimaveränderung nur als wunderbare Gelegenheit betrachten, Geld zu machen. „To make money from the forests. Wenn wir den Wald schützen, soll dafür bezahlt werden.“

Die Regierung von Paraguay, so Simone, ist sehr damit beschäftigt, Verträge nach dem REDD-Modell zu unterzeichnen, ohne dass grundsätzliche Probleme wie die Frage der Landrechte und der Rechte der Indigenen angegangen werden. Sie droht den Industriestaaten, das gültige Holzeinschlagsmoratorium wieder rückgängig zu machen, wenn dafür kein finanzieller Ausgleich fließt.

Dies sind nur einige Beispiele aus einer Vielzahl, die beweisen, dass Modelle der Finanzierung von Environmental Services in Kombination mit strukturell tief verankerter Korruption und schlechter Regierungsführung jede mögliche gute Absicht ad absurdum führen werden.

Eine der großen Fragen ist, was die Folgen neuer Finanzmodelle zum Erhalt der Wälder als Kohlenstoffsenken und zur Wiederaufforstung für die Indigenen sein werden. Oder welche Auswirkungen der Trend hat, Ölpalmen und Sojabohnen großindustriell anzubauen und die daraus produzierten Agrotreibstoffe als alternative Energien zu verkaufen. Die Indigenen sind überall auf der Verliererseite, denn es geht um ihr Land. Wem aber gehört das Land?

Ein ungelöstes Problem, besonders in der Region Asien-Pazifik, ist die dringend notwendige Landreform. Souverän über Land, Luft, Wasser und die darin enthaltenen Ressourcen ist bisher der Staat und nicht das Individuum, die Familie oder die Gemeinschaft. Mit einem Federstrich auf dem grünen Tisch werden ganze Dörfer hinweggefegt, um Platz für die Plantagenindustrie oder „Kohlenstoffsenken“ zu machen. Die asiatischen Nichtregierungsorganisationen befürchten, dass die Landreform dem Modell Australiens und Neuseelands nacheifert, wo die indigenen Aborigenes und Maori ihr Land verloren haben.

Wie ist die Haltung der Indigenen selbst zum Kohlenstoffhandel? Die Indigenen sagen, sie brauchten eine Möglichkeit, daran zu partizipieren. Bisher wird Partizipation nicht praktiziert, und wenn, dann in Form betrügerischer Machenschaften, wobei Investoren die Chiefs der Indigenen über den Tisch ziehen. Daher lehnen die Indigenen Kohlenstoffhandel nach dem neuen REDD-Modell ab.

Erst in diesem Jahr hat die UN die Konvention zu Indigenen verabschiedet. Die meisten Staaten, außer den USA, Kanada, Australien und Neuseeland, haben die Konvention unterzeichnet. Das heißt, auf internationaler Ebene sind ihre Rechte anerkannt. In der Indigenen-Konvention ist in mehrfacher Weise das Prinzip des Free, Prior and Informed Consent verankert. Dies Prinzip lässt sich aber leicht manipulieren.

In Indonesien, so Arief, ist es nicht allein das fehlende Recht der Indigenen auf Land. Sie sind in der Realität mit weiteren Problemen konfrontiert: mit dem Zuzug von Transmigranten und Zuwanderen auf ihr Land, mit daraus resultierenden horizontalen und vertikalen Konflikten, mit alltäglichem Rassismus. Unter den Folgen der Klimaveränderung leiden sie zwar, aber es ist nicht ihr Hauptproblem, sondern nur eines von vielen. Mit den neuen Mechanismen des Kohlenstoffhandels kommt neuer Zündstoff dazu, der das Potential hat, Gemeinschaften und Gesellschaften zu spalten, mit allen damit verbundenen praktischen und ethischen Problemen.

Viele der zivilgesellschaftlichen Gruppen, besonders aus dem globalen Süden, kritisieren daher grundsätzlich, dass die aktuelle Debatte um Emissionen und Entwaldung viel zu eng ist. Es gehe darin gar nicht um ökologische oder soziale Aspekte, sondern die Diskussion beschränke sich auf einen Einzelaspekt, auf die Reduktion bzw. den Ausgleich von Emissionen. Die zu erwartenden Antworten korrespondierten mit der Einseitigkeit der Problemstellung. Es sind nur auf Marktmechnismen beruhende finanzielle und technologische Lösungsansätze, die in Bali zur Debatte stehen. Diese würden die Ursachen des hohen Energieverbrauchs auf der einen Seite und die treibenden Kräfte für die Zerstörung der Wälder auf der anderen Seite nicht in Frage stellen.

So wichtig die Stimmen aus den Staaten des Südens auch sind, es reicht nicht, wenn sie sich nur beschweren, dass die Klimapolitik zu ihren Lasten geht. Ihre Stimmen sollten von den offiziellen Vertretern in Bali auch gehört werden, damit etwas zum Positiven verändert wird. Die soziale Bewegung weiß dies.

Die derzeitige Diskussion um den Klimawandel und die Klimapolitik muss daher in eine andere Richtung geleitet werden: Weg von der Beschränkung auf Finanzinstrumente, hin zu einem holistischen Ansatz, weg von technischen Lösungen auf Kosten anderer, hin zu demokratischer Beteiligung aller Betroffenen, weg von den Marktrechten von Verkäufern und Käufern von Emissionszertifikaten, hin zu verankerten Rechten auf Leben, Land und Nahrung für alle Menschen.

NGOs müssen die mit dem Konzept des Kohlenstoffhandels verbundene Ungerechtigkeit addressieren. Sie müssen das Paradigma, dass der Markt alles bestimmt, herausfordern. Sie müssen Menschenrechte und Demokratie einfordern.

„Wir zahlen die Zeche für die hohen Emissionen des Nordens“, sagt Dinar aus Indonesien. „Wo bleibt die Klimagerechtigkeit?“ Auch, wenn die Industriestaaten es schaffen würden, ihre hohen Emissionen tatsächlich zu reduzieren, auch, wenn die steigenden Emissionen aus den Wachstumswirtschaften Chinas und Indiens mit in die Rechnung einfließen würden, auch, wenn es rechnerisch genügend Wald gäbe, auch, wenn irgendwann sämtliche anderen ökologischen und sozialen Probleme gelöst werden würden, so bleibe doch eine historische Schuld der Industriestaaten für zweihundert Jahre aggressiven und zerstörerischen Lebenswandels.


3. Dezember, 2007

Indonesien ist einer der größten Klimakiller

Einen schöneren Ort als die Urlaubsinsel Bali hätten sich die 10.000 Delegierten der UN-Klimakonferenz kaum aussuchen können: Doch das Gastgeberland vernichtet seit Jahrzehnten systematisch gigantische Flächen seines einzigartigen Urwalds. Mittlerweile zählt Indonesien zu den größten Treibhausverursachern weltweit.

(AFP) - Vor einer Generation war das Paradies in Riau auf Sumatra noch intakt: Der Großteil der Provinz auf der indonesischen Insel glich einem einzigen dunkelgrünen, undurchdringlichen Teppich aus tropischem Regenwald, in dem Tiger, Elefanten und andere bedrohte Arten eine Heimat hatten. Der Urwald war nicht nur einer der ökologisch vielfältigsten Lebensräume der Welt, sondern nahm auch große Mengen Kohlendioxid auf – ein Aspekt, der in den heutigen Zeiten des Klimawandels verstärkt in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückt.

Jetzt kommen Experten aus aller Welt auf Bali, einer anderen indonesischen Insel, zur UN-Klimakonferenz zusammen, um ein Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Klimaschutzprotokolls von Kyoto auf den Weg zu bringen. Der Gastgeber Indonesien ist alles andere als ein Musterknabe in Sachen Klimaschutz. In Riau auf Sumatra gibt es heute rund 60 Prozent weniger Bäume als noch vor 25 Jahren. Vier Millionen Hektar Dschungel mussten den wirtschaftlichen Interessen der Menschen weichen: Ölpalmen- und Zellstoff-Plantagen, von Holzfirmen kahlgeschlagene Flächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe stehen jetzt an ihrer Stelle.Abgesehen von der Vernichtung einzigartigen Lebensraumes für Pflanzen und Tiere ist Indonesien durch seine Kahlschlag-Politik auch zu einem der großen Produzenten von Treibhausgasen geworden. Schuld daran sind vor allem die Brandrodung und die Zerstörung der zahlreichen Torfgebiete, die besonders viel Kohlenstoff enthalten. Armut und ein unersättlicher Rohstoff-Hunger heizen die Ausbeutung der Natur an, Korruption und mangelnde Strafverfolgung verschaffen den Verantwortlichen einen bequemen Handlungsspielraum.

Die zahllosen Ölpalmen, die in Kuala Cenaku in Riau heute anstelle des Urwaldes in Reih und Glied stehen und ihren Besitzern die Taschen füllen, werden als Lieferanten klimafreundlichen Biosprits angepriesen. Die Nachfrage nach dem pflanzlichen Öl wächst, und gemäß den Gesetzen des Marktes sprießen immer weitere Plantagen auf den freigeschlagenen Arealen.

Die Bewohner von Kuala Cenaku haben versucht, sich dagegen zu wehren. Sie haben sich mit der Firma Duta Palma angelegt, welche die Wälder um ihr Dorf und das Nachbardorf Kuala Mulia herum abgeholzt hat. Die Erlaubnis dazu hatte das Unternehmen 2004 erhalten – unter Auflagen: Die Dorfgemeinschaft sollte die Kontrolle über 40 Prozent des Landes behalten, und die Jobs sollten an die Bewohner gehen. Johny Setiawan, der den Umweltschutzverband Friends of the Earth in Riau vertritt, sagt, Duta Palma habe sein Versprechen gebrochen und den Großteil des Waldes für seine eigenen Zwecke niedergebrannt.

Die Dorfbewohner fühlen sich machtlos. „Wer kann dieses Unternehmen unter Druck setzen? Der Distriktchef und der Gouverneur sind diejenigen, die es können, nicht einfache Bürger wie wir“, klagt Dorfchef Mursyid Ali. Der Protest habe nichts genützt und der Distriktchef jegliche Beschwerden ignoriert.

Immerhin hat die örtliche Polizei im Februar umfangreiche Ermittlungen wegen illegalen Kahlschlags in Riau eröffnet und eine Liste von 14 Firmen publik gemacht, die sie verdächtigt. Dabei handelt es sich um Partnerunternehmen der beiden riesigen Papier- und Zellstoffkonzerne Asia Pulp and Paper (APP) und Asia Pacific Resources International Holdings Limited (April), beide mit Sitz in Singapur.

Ob die – manchmal korrupten, manchmal unterqualifizierten und manchmal machtlosen – Beamten am Rande des schrumpfenden Regenwaldes von Riau gegen internationale Großkonzerne eine Chance und der Rest der alten Bäume Aussicht aufs Überleben haben, bleibt dahingestellt. Für die führenden Klimaschützer der Welt, die auf der Urlaubsinsel Bali über effiziente Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel und den Treibhauseffekt beraten wollen, ist das eher ein Randaspekt.







» zurück
 

Druckversion




































21.10.08 14:15 - 15:00
hr: Amazonien am Rhein

21.10.08 20:15 - 21:00
WDR: Yellowstone - Bären, Bisons, Wölfe

22.10.08 22:30 - 23:00
SWR: Das bedrohte Paradies - Afrikas Süden vertrocknet

23.10.08 15:15 - 16:00
rbb: Gequältes Paradies - Das Naturreservat Bosawas in Nicaragua

15.10.08 13:30 - 14:15
hr: Die Büffel-Polizei

28.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (2/3): Tropische Wälder in Mexiko

22.10.08 20:15 - 21:00
NDR: Schwedens Bären - Geliebt und gehasst

12.10.08 17:15 - 18:00
SWR: Schatzkammer Madagasar

24.10.08 11:30 - 12:15
NDR: Dem Biber auf der Spur

29.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (3/3): Regenwald in Guatemala

16.10.08 03:35 - 04:20
phoenix: Tropenfieber (1/3): Die Eroberung des Amazonas

12.10.08 23:30 - 00:15
phoenix: Kongos verfluchter Schatz - Das schmutzige Geschäft mit dem Coltan

12.10.08 15:30 - 16:15
3sat: Zucker für den Affen